Unglück geschah nahe dem Knik-Gletscher in Alaska

Reichster Tscheche Petr Kellner in Alaska gestorben

Montag, 29. März 2021 | 16:16 Uhr

Der tschechische Milliardär Petr Kellner ist im Alter von 56 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Der Unternehmer galt als reichster Tscheche. Zu dem Unglück kam es bereits am Samstag bei einer Helikopter-Skitour nahe dem Knik-Gletscher in Alaska, wie US-Behörden am Montag mitteilten. Bei dem Absturz starben vier weitere Menschen, darunter der Pilot. Warum der Hubschrauber abstürzte, ist noch unklar.

Die Beisetzung Kellners werde im engsten Familienkreis erfolgen, teilte eine Sprecherin seiner Investmentgruppe PPF mit. Die Zeitschrift “Forbes” schätzte Kellners Vermögen auf umgerechnet knapp 15 Milliarden Euro. PPF ist neben der EPH-Gruppe zu 50 Prozent am deutschen Braunkohleförderer Leag beteiligt. Weitere Beteiligungen sind das Kreditunternehmen Home Credit, das vor allem in Russland und China aktiv ist, die Medienfirma CME mit dem Privatfernsehsender Nova und der Onlinehändler Mall.cz.

Beim Heli-Skiing werden Wintersportler mit dem Hubschrauber auf einen Gipfel befördert. Von dort erfolgt dann die Abfahrt durch unberührten tiefen Pulverschnee. Doch das Skifahren weit abseits der Pisten gilt nicht nur als teuer, sondern auch als riskant. Nach Protesten von Umweltschützern wurde die Aktivität in weiten Teilen der europäischen Alpen wegen der Lärmbelästigung verboten.

Der am 20. Mai 1964 im nordböhmischen Ceska Lipa geborene Kellner hatte seine Karriere mit dem Verkauf von Kopiergeräten begonnen. Reich wurde er dann in der Zeit der Privatisierung des früheren sozialistischen Staatseigentums. Er hinterlässt vier Kinder, darunter die international erfolgreiche Springreiterin Anna Kellnerova.

Der Multimilliardär galt als gut vernetzt. So begleitete er den tschechischen Präsidenten Milos Zeman 2014 auf seiner China-Reise. Zeman habe Kellner sehr geschätzt und bedauere seinen Tod zutiefst, teilte ein Sprecher des Staatsoberhaupts mit. “Eine unglaubliche Tragödie”, schrieb Regierungschef Andrej Babis bei Twitter. In den sozialen Medien gab es indes auch negative Kommentare: “Was machte Kellner in Alaska, während andere wegen des Coronalockdowns kaum das Haus verlassen dürfen”, schrieb ein Nutzer.

Kellner, von dem kaum Fotos existieren, scheute das Rampenlicht. Für Aufmerksamkeit sorgte daher eine persönliche Botschaft des Tschechen im letzten PPF-Geschäftsbericht. Die Coronapandemie habe vieles relativiert, schrieb Kellner. “Daher denken wir jetzt alle mehr darüber nach, was im Leben wirklich wichtig ist.” Dazu zählte er Familie und Kinder, Gesundheit und Freiheit. Mit seiner Frau gründete er unter anderem eine Stiftung, die sozial benachteiligten Schülern und Studenten hilft.

Von: APA/Reuters/CTK/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Reichster Tscheche Petr Kellner in Alaska gestorben"


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Faktenchecker
15 Tage 19 h

Auch in der Gastronomie kann man reich werden.,

ferri-club
ferri-club
Tratscher
15 Tage 17 h

Faktenchecker: ja wenn der Herr Kellner die Kopiergeräte vorwiegend an die Gastro verkauft hat ja, im Moment sieht es aber so aus als würde man in der Gastronomie nicht so reich werden, im gegenteil momentan muss man es sich sprichwörtlich leisten können Gastronomie Arbeitnehmer zu sein.

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
15 Tage 10 h

Das kann nur einem Reichen passieren. Ein Armer könnte nie beim Helli- Schiing abstürzen. Was lernen wir daraus?…..Reiche leben gefährlicher!

Suedtirolhans
Suedtirolhans
Grünschnabel
15 Tage 11 h

Ich frage mich nur wie der gute Herr Kellner überhaupt in Alaska zum Skifahren einreisen könnte 🤔 Ich dachte bei den Amerikanern giltet noch ein Touristen Verbot für die EU?
Aber hey, habs ja glatt vergessen die Reichen können ja tun und lassen was sie Wollen😅….. nur der arme Bürger ist ja der Depp der die Regeln befolgen muss 🤣…..

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