Reisekonzern TUI schreibt weiterhin Verluste

Reiseveranstalter TUI reduziert Sommerangebot

Donnerstag, 12. August 2021 | 12:55 Uhr

Der Reisekonzern TUI schreibt wegen der nur langsam gelockerten Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie weiterhin Verlust. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal war der Betriebsverlust mit 748 Millionen Euro aber nur noch etwa halb so hoch wie auf dem Höhepunkt der Coronakrise vor einem Jahr. Der Umsatz erholte sich auf 650 Millionen Euro.

“Die Kundennachfrage und Buchungsdynamik sind ungebrochen hoch, sobald staatliche Reiseeinschränkungen zurückgenommen werden”, sagte TUI-Chef Fritz Joussen am Donnerstag. Wenn der Staat eingreife und damit die unternehmerische Freiheit beschränke, zeige sich das an den Buchungen. Mehr als vier Millionen Buchungen für das Sommergeschäft seien erfreulich. Von den schweren Waldbränden in der Türkei und Griechenland, die auch touristische Regionen betrafen, gebe es bisher kaum Auswirkungen auf die Buchungen.

Der Reiseveranstalter reduzierte allerdings die angebotene Kapazität in den Sommermonaten auf 60 Prozent des Vorkrisenprogramms aus dem Jahr 2019 von zuvor 75 Prozent. Grund ist vor allem das späte Anziehen des Geschäfts mit Kunden in Großbritannien, neben Deutschland der wichtigste Markt für TUI. Das Vereinigte Königreich lockerte erst Mitte Juli die Corona-Reisebeschränkungen und damit fast zwei Monate später als die Länder in Kontinentaleuropa. Das Geschäft mit den britischen Kunden ziehe im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September an. Aktuell hat TUI 44 Prozent der Reisen des Vorkrisenniveaus verkauft. Vier von fünf Hotels seien offen und acht Kreuzfahrtschiffe seien unterwegs. “Das Geschäft kommt zurück und die Transformation der TUI zeigt deutlich Wirkung”, sagte Joussen, der auch auf Kostensenkungen verwies.

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie erwirtschaftete der hoch verschuldete Konzern wieder liquide Mittel: 320 Millionen Euro vor Finanzierungstätigkeit. Die verfügbaren Mittel beliefen sich zuletzt auf 3,1 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung kletterte auf gut 6,3 Milliarden Euro. TUI musste mit 4,3 Milliarden Euro staatlicher Finanzhilfe in der Coronakrise vor der Pleite bewahrt werden. Das Unternehmen konnte kürzlich mit der deutschen staatlichen KfW-Bank und mit privaten Banken die Laufzeit von Krediten über 4,7 Milliarden Euro um zwei Jahre auf 2024 verlängern. Das gebe mehr Zeit zum Schuldenabbau und für eine mögliche Kapitalerhöhung, erklärte Joussen.

Von: APA/Reuters

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