Österreich vor schwieriger Wintersaison

Reisewarnungen wie Damoklesschwert über Hotelbranche

Sonntag, 07. November 2021 | 13:22 Uhr

Mögliche Reisewarnungen wegen der aktuell hohen Coronazahlen hängen wie ein Damoklesschwert über der Hotel- und Gaststättenbranche, sagte die Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler. Obendrein würden in den nächsten Wochen noch etwa 8.000 bis 10.000 Saisonkräfte gesucht. “Wir haben fast weltweit einen Mitarbeitermarkt, so dass sich die Kräfte ihre Stellen sehr genau aussuchen”, sagt Kraus-Winkler.

Manche Hotels hätten mehrere Angestellte allein für die Suche nach weiteren Mitarbeitern abgestellt, sagte die Hotellerie-Sprecherin der dpa. Ein großes Problem sei zudem, dass wohl bis zu 3.000 Kräfte mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft seien, der aber wegen fehlender Zulassung in Österreich nicht anerkannt werde.

“Wir drängen die Bundesregierung seit Wochen, hier aktiv zu werden und zum Beispiel Kreuz-Impfungen mit anderen Stoffen als Impfnachweis gelten zu lassen”, so Kraus-Winkler weiter. Auch bei Gästen aus Osteuropa zeichne sich hier ein Problem ab. Viele Hotels tendierten schon länger zu einer 2G-Regel für Geimpfte und von Corona Genesene, wie sie nun ab Montag gilt. “Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison”, sei das Motto, so Kraus-Winkler. Nach dem Ausfall der Wintersaison 2020/2021, deren Folgen teilweise durch Hilfszahlungen abgefedert wurden, könnten sich viele in der Branche einen zweiten ausgefallenen Winter wohl nicht mehr leisten. “Das geht dann an die Reserven”, so Kraus-Winkler.

Angesichts der knappen Personaldecke müsse der Gast zwar keine Qualitätseinbußen befürchten, allerdings vielleicht mit gewissen Einschränkungen leben. So könne es sein, dass manche Speisekarte nicht ganz so üppig ausfallen werde. Wer ein Menü- und ein À-la-carte-Restaurant betreibe, werde Letzteres vielleicht nicht sieben, sondern nur vier Tage öffnen. Solche Maßnahmen passten aber schon wieder in das Thema Nachhaltigkeit. “Es geht um sinnvolle Vielfalt, nicht um extreme Vielfalt”, so die Expertin. In der Wintersaison stehe für das vom Tourismus stark abhängige Österreich jedenfalls viel auf dem Spiel. “Das Vertrauen in das Produkt Wintersaison darf nicht erschüttert werden.”

Für Frankreichs Wintersportgebiete gelten bestimmte Corona-Auflagen. In Warteschlangen an Skiliften und bei anderen Ansammlungen solle eine Masken- und Abstandspflicht gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Samstag nach Angaben des Sender France Info an. Im Skilift könne die Maske dann abgenommen werden.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner – auf über 200 steigen, greift auch die Pflicht zum Vorzeigen des Gesundheitspasses mit dem Nachweis von Impfung, Genesung oder eines negativen Tests (3G-Regel). Zuletzt lag die Inzidenz in Frankreich bei 54. In der vergangenen Saison waren Skilifte in Frankreich geschlossen. In den Skigebieten betrug der Verlust laut Bergtourismusverband France Montagnes 1,4 Mrd. Euro.

Das EU-Land Bulgarien gilt aus deutscher Sicht seit zwei Wochen als Corona-Hochrisikogebiet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 449,5. Bulgarien ist mit gut 24 Prozent vollständig Geimpften über 18 Jahren EU-Schlusslicht. Das niedrige Impf-Niveau sei abschreckend für Touristen, warnte die Vize-Präsidentin der Europäischen Wellnessvereinigung ESPA, Sijka Kazarowa, im Staatsradio.

Bulgarien führte erst ab 21. Oktober die in der Tourismus-Branche umstrittene 3G-Regel ein. Damit erhalten Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene per “grünem Zertifikat” Zutritt etwa in Lokalen, Hotels, Fitnessclubs und Einkaufszentren. Für die Skigebiete ist noch keine einheitliche Corona-Regelung abgestimmt. Auch für die Wintersaison 2021/22 setzen die Ski-Gebiete im Süden des Landes auf heimische Touristen und Gäste aus den benachbarten Ländern.

Von: APA/dpa

Kommentare

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19 Kommentare auf "Reisewarnungen wie Damoklesschwert über Hotelbranche"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Staenkerer
29 Tage 3 h

warnung! es isch a warnung!
mir lebn jo momentan in a zeit der warnungen, drohungen, man gwöhnt sich drun! am bestn nimmer hinhorchn und nit zu ernst nehmen, denn olles wos heit als oanzig richtiges ungepriesn werd, stellt sich morgen wieder als zuwienig außer!
2× imfpn reicht jo nimmer, naaa a dritte muß her, plus testn plus mundschutz, plus abstand … und morgrn …. wos brauchts sem …a dauerinfusuon unter an gonskörperkondom?

fakt isch das jeder unschofft ober koaner an plan hot! warum gib man des nit wenigstens jetz zu wenn man eh sicht das es kaum besser werd?

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
29 Tage 16 Min

Keiner hat nem Plan!
Hauptsache du hast nen an! Stimmts?

Storch24
Storch24
Kinig
29 Tage 5 h

Die Hotels haben in diesem Jahr ein Plus von mindestens 13% gemacht (plus vom VorCorona Zeiten)
Sollen nicht immer jammern

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

@ Storch das darfst du nicht schreiben. Womöglich wirft man dir auch noch vor wie mir, dass ich neidisch bin .😂

papaschlumpf
papaschlumpf
Neuling
29 Tage 5 h

Ist doch ein Witz, mit 50% geimpften wird das Leben wieder normal wurde vor ein paar Monaten verlautet. Jetzt sind um die 70 -80% der Bevölkerung in den meisten Ländern geimpft und wir reden wieder über Restriktionen.. Basta mit dem veröffentlichten von Neuinfektionen..solange die Intensivstationen nicht überlastet sind alles normal öffnen ohne Regeln, oder wollen wir uns noch das restliche Leben einschränken?!

Tigre.di.montana
29 Tage 1 h

@Papaschlumpf: und die Ärzte und Schwestern sollen Leben und Gesundheit für die Impfunwilligen und Unvorsichtigen opfern?

citybus
citybus
Grünschnabel
29 Tage 2 h

Vielleicht hätt österreich net gsellt olls lockern in juli, norra warn wohrscheinlich die zohln besser.
So konn man sogn hott Italien net olls folsch gemocht.sain zwor olm nou zuviele jammerer obar ondere länder in europa beneidet ins.

Tigre.di.montana
29 Tage 1 h

@Citybus: Südtirol hat sich sehr um Transparenz bemüht, und erfolgreich die Zahlen gesenkt.

Zugspitze947
28 Tage 8 h

Citybus: so ist es und ich habe davor gewarnt,aber der Rubel muss ja Rollen ! Egal was passiert 🙁

Offline1
Offline1
Superredner
29 Tage 5 h

Solange sich die Hotel- und Gaststättenbranche nicht zu sozialen und familiengerechten Arbeitszeiten und Bezahlungen durchringen kann, braucht sie sich auch keine Sorgen über eventuelle coronabedingten Einschränkungen machen. Denn das Personal für eine Vollauslastung ihrer Betriebe hat sie bis auf Weiteres nicht.

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Tratscher
29 Tage 6 h

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Wenn man geimpft ist wird die Reisewarnung wurscht sein.

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 2 h

Das hat vor allem was mit den Stornierungen zu tun und Ersatzforderungen. GIbt’s eine Warnung, hat der Kunde unterm Strich kein Recht mehr darauf, was doch einige abschreckt, auch wenn es (noch) kein Verbot gibt, eins aber bald kommen könnte.

Tigre.di.montana
29 Tage 1 h

@Hausdetektiv: Nein, das ist es nicht. Als Arbeitnehmer der in ein Risikogebiet fährt und darüber nicht Auskunft gibt, riskiert sehr viel Ärger. Man schaut sich schon an wen man bei betriebsbedingten Kündigungen nicht mehr im Team haben will.
“Urlaub in Ischgl” wird sich keiner mehr an die Heckscheibe kleben wollen…

Tratscher
29 Tage 1 h

Ich drücke den Gastwirten bzw. Hoteliers die Daumen für ein erfolgreichen Winter 🍀👍
Was nicht heißt das ich den Stau oder nervige Touristen mag 😉

inni
inni
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

… die kommen heuer geflogen … 😜

Gudrun
Gudrun
Superredner
28 Tage 19 h

Südtiroler Hoteliere haben Coronahilfen für Hotelerweiterung benutzt !!!— weiter so !!– und die Saisonsarbeiter konnten beim Sozialamt betteln gehen !!

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
29 Tage 3 h

Skibetrieb und Hotels werden komplett laufen, die Auslastungszahl wird aber je nach Stimmung und Gesetzeslage eher dürftig sein. 

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

Gemach, gemach. So wie ich die Sache sehe, rasen wir in D auf der 4. Tsunami mit den Beschleunigern Karneval, Weihnachtsmärkte- und -feiern in Richtung Silvester.
Wer in Winterurlaub fährt, lebt dann offensichtlich noch bzw. ist gesund genug, um beim Kochen, Zimmer reinigen, Barbetrieb… auszuhelfen.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
29 Tage 5 h

Ein Tourismus der von Mitte Mai bis Allerheiligen reicht – und die kalte Zeit fällt mehrmals aus- wie soll das weitergehen?
Es wird offene Strukturen geben, aber wie schaut es wohl mit der Stimmung zur Buchung aus und entscheidend: wie schaut es aus bei den Regeln Staatsgrenzen zu überschreiten?

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