Rekordzahlen für den E-Autohersteller

Rekordgewinn für Tesla

Dienstag, 27. April 2021 | 09:29 Uhr

Der US-Elektroautobauer Tesla hat zu Jahresbeginn weiter kräftiges Wachstum verbucht und seinen bisher höchsten Quartalsgewinn erreicht. In den drei Monaten bis Ende März verdiente das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk unterm Strich 438 Mio. Dollar (362 Mio. Euro), wie es am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Bilanz lediglich ein leichtes Plus von 16 Mio. Dollar ausgewiesen.

Tesla schaffte im Auftaktquartal bereits das siebente Quartal mit schwarzen Zahlen in Folge. Ein wichtiger Faktor war jedoch abermals der Handel mit Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern und so gesetzliche Vorgaben etwa in Kalifornien oder Europa zu erfüllen. Im ersten Quartal setzte Tesla damit 518 Mio. Dollar um. Außerdem profitierte die Bilanz von einer Investition in die Kryptowährung Bitcoin, mit der das Unternehmen im Februar Schlagzeilen gemacht hatte. Tesla hatte sich für 1,5 Mrd. Dollar mit Bitcoins eingedeckt, dann rund 300 Mio. wieder verkauft und daran gut 100 Mio. Dollar verdient.

Die Erlöse stiegen um 74 Prozent auf 10,4 Mrd. Dollar. Obwohl die Zahlen im Rahmen der Markterwartungen lagen, geriet die Aktie nachbörslich deutlich ins Minus. Tesla lieferte im ersten Quartal 184.877 E-Autos aus – das entspricht im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdopplung und einer neuen Bestmarke in der Geschichte des 2003 gegründeten Konzerns. Besonders in China war die Nachfrage hoch, auch wenn Tesla hier mit Beschwerden von Kunden konfrontiert war. Zuletzt hatte es sogar einen Eklat durch einen Protest bei der Shanghaier Automesse gegeben.

Ungeachtet der Kritik im wichtigsten Auslandsmarkt und steigender Konkurrenz durch etablierte Autobauer wie Volkswagen oder General Motors, die ins Elektrosegment vordringen, bestätigte Tesla seine Wachstumsziele für das laufende Jahr. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einer Steigerung der weltweiten Auslieferungen um rund 50 Prozent. 2020 hatte Tesla über eine halbe Million E-Autos an die Kundschaft gebracht. Der Bau und Betriebsstart neuer Autofabriken in Grünheide nahe der deutschen Hauptstadt Berlin und im US-Staat Texas soll das Wachstum dieses Jahr zusätzlich beschleunigen.

In Deutschland gab es zuletzt jedoch Unstimmigkeiten auf bürokratischer Ebene, so steht die abschließende umweltrechtliche Genehmigung für das Werk durch das Land Brandenburg immer noch aus. Im Geschäftsbericht von Tesla steht nun, dass das Projekt auf Kurs sei, im späten Jahresverlauf 2021 mit Produktion und Auslieferungen zu beginnen. Das deutet auf Verzögerungen hin, bisher hatte es aus Branchenkreise stets geheißen, dass die Bänder bereits Mitte des Jahres anlaufen sollen. Ein Sprecher von Tesla in Deutschland hatte bis zuletzt betont, dass der ursprüngliche Zeitplan weiterhin stehe.

Nach einem tödlichen Unfall in Texas geriet zudem Teslas Fahrassistenzsystem mit dem umstrittenen Namen “Autopilot” wieder mal in die Schlagzeilen. Die genaueren Umstände werden derzeit noch ermittelt, doch nach Angaben der örtlichen Polizei dürfte der Fahrersitz leer gewesen sein, als zwei Männer mit einem Tesla gegen einen Baum prallten und dabei ums Leben kamen. Musk hatte umgehend verkündet, dass der “Autopilot” nach bisher verfügbaren Daten nicht aktiviert gewesen sei.

Tesla steht wegen der Bezeichnung “Autopilot” schon lange unter Druck. Kritiker finden, dass der Name eine Übertreibung ist, die zu fahrlässiger Nutzung einladen könnte. Die nächste Evolutionsstufe des Programms nennt Tesla sogar “Full Self-Driving” (komplett selbstfahrend) – obwohl es nach gängigen Kriterien weiter lediglich ein Assistenzsystem bleibt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Rekordgewinn für Tesla"


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l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
14 Tage 15 h

Dass der Gewinn fast ausschließlich durch den Teil-Verkauf von Bitcoin und CO2 Zertifikaten gemacht wurde, scheint mir doch auch erwähnenswert zu sein.

quilombo
quilombo
Tratscher
14 Tage 3 h

und solange noch billiges Lithium aus armen Ländern zu kriegen ist.

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
14 Tage 2 h

Lithium wird es in absehbarer Zeit nicht mehr brauchen,es wird andere Technologien geben,und durch Atom Abfall https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Connected-Car-Elektroautos-Batterie-Atommuell-Reichweite-25621161.html

quilombo
quilombo
Tratscher
13 Tage 19 h

@anonymous, bis dahin vergeht noch viel Zeit. Daß dann praktisch jeder Mensch mit Atommüll durch die Welt kutschieren könnte, errinnert mich an die Dramatik vom Zauberlehrling, nur viel schlimmer. Was ist bei einem Unfall? Bei einem Brand?
Daß das Elon Musk nicht viel kümmern würde ist klar. Er ist ein ziemlich skrupelloser Mensch, der seine Interessen mit allen Mitteln durchdrückt. Gerade wegen des bolivianischen Lithiums hat er im November den Staatsstreich gegen Evo Morales mitfinanziert.

king76
king76
Tratscher
14 Tage 18 Sek

Zu ins hoben sie olm gsogt: Strom sporen…. und itz sollmor elektroauto fohren und strom verbrauchen … und der Strom werd mit sicherheit net billiger…..

Offline
Offline
Universalgelehrter
13 Tage 22 h

@king76…👍 und vorallem, woher soll der ganze benötigte Strom kommen ??? Wasserkraftwerke an Stauseen (Umweltschützer dagegen), Windräder (Tierschützer und Anwohner dagegen), Offshore Windparks (keiner will die Stromtrassen), Kohlekraftwerke (Technik von gestern, Ressourcen endlich, Umweltschäden), Atomkraftwerke ( geht 🟢 gar nicht, zu gefährlich), riesige Anlagen für Photovoltaik (hässlich und blenden ?)…. Ich kann dir keine Antwort geben, kommt der Strom bei mir doch aus den Steckdosen.. 🤣😉

SilverLinings
SilverLinings
Tratscher
13 Tage 21 h
Das ist ein Denkfehler den viele machen. Es ist nicht die Menge an Energie die sich ändert sondern die Art wie sie eingesetzt wird. Der Energieverbrauch für eine Strecke ist immer Masse (gewicht) und geschwindigkeitsanbhängig, egal mit was man fährt. Aber der Verbrennungsmotor ist nicht effizient, er verbrennt z.b. 6 liter Benzin für 100km, aber real nutzt er nur die energie von 2 litern für den vortrieb. 4 liter gehen als heisse luft verloren. Wenn du also diese 6 liter zu hause in einem kraftwerk verbrennst und mit den 4 litern der abwärme deine Wohnung und die deiner familie heizst… Weiterlesen »
tom
tom
Universalgelehrter
13 Tage 7 h

Und der Rückgang der Mineralösteuer will auch kompensiert sein, denn die ist eine der wichtigsten Steuern der einzelnen Staaten. Aber dann bitte über den Ladestrom und nicht über den Haushaltsstrom

tom
tom
Universalgelehrter
13 Tage 7 h

Jeder halbwegs vernünftige Physiklehrer muss die für die Aussage Energieverbrauch eine Eins (lt. italienischem Notensystem) verpassen. Energie kannnämlich nicht verbraucht werden, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt

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Universalgelehrter
14 Tage 2 h

Dass der Herr Musk ein cleverer Geschäftsmann ist, steht für mich außer Frage. Dass ihm Elektroautos als Aktivitäten zu Gunsten ? des Umweltschutzes im Verhältnis Aufwand und Ertrag noch immer kein nennenswertes positives Geschäftsergebnis bringen, juckt ihn in keinster Weise. Solange ihm Investoren, Banken, Staaten und Bundesländer großzügig unter die Arme greifen, spielt das auch keine Rolle.

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