Der Handel ist um Beruhigung bemüht

Rewe, Spar und Hofer versichern: Von allem genug da

Sonntag, 15. März 2020 | 19:01 Uhr

Rewe (Billa, Merkur, Bipa, Adeg) und Spar rufen die Bevölkerung auf Hamsterkäufe zu unterlassen. “Es ist von allem genug da”, betonten beide Handelskonzerne unisono am Sonntag. Eine Rationierung von bestimmten Produktgruppen, die zuletzt im Zuge der Coronavirus-Pandemie besonders gefragt waren, sei nicht geplant. Ähnlich äußerte sich auch der Lebensmitteldiskonter Hofer und Lidl Österreich.

Die Waren werden laufend nachgefüllt, mittlerweile hilft das Bundesheer in den Zentrallagern bei der Auslieferung mit, so Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zur APA. Was aber gebraucht wird sind Aushilfskräfte. “Unsere Rekrutierungsstellen sind auch am Wochenende besetzt”, erklärte dazu Rewe-Sprecherin Ines Schurin.

Der Andrang hat in den heimischen Supermarkt-Filialen am Samstag deutlich abgenommen, die Online-Shops von Billa und Interspar konnten die Bestellwünsche aufgrund der Coronavirus-Sorgen aber nicht alle abdecken. “Leider sind in Ihrer Region bereits alle Liefertermine ausgebucht. Weitere Termine werden in den nächsten Tagen freigeschalten”, hieß es am Sonntag auf der Billa-Website.

Grundsätzlich bietet Billa eine österreichweite Zustellung an. “Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Aufträge zu erfüllen, können aber Verzögerungen nicht vermeiden”, schreibt Billa auf seiner Website. Die Supermarktkette liefert derzeit nur übliche Haushaltsmengen. Aufgrund der hohen Nachfrage gilt eine allgemeine Gewichtsbeschränkung von maximal 100 Kilogramm pro Bestellung. Billa kann auch Gebiete, welche aktuell unter Quarantäne stehen, nicht beliefern.

Interspar beliefert aus dem Webshop derzeit Wien, Salzburg Stadt und Umgebung sowie Teile von Niederösterreich und Burgenland. Für Salzburg ist derzeit der nächste Liefertermin am 25. März, für neue Bestellungen in Wien gibt es vorerst keine Liefertermine. “Wir können die Zustellfenster für die Online-Bestellungen leider nicht so einfach erweitern. Das geht organisatorisch nicht”, hieß es von Spar auf APA-Anfrage. Die Supermarktfilialen haben in der nächsten Woche uneingeschränkt geöffnet.

“Alle Lidl-Filialen in Österreich werden auch weiterhin von Montag bis Samstag geöffnet bleiben. Es gibt genug Lebensmittel in Österreich und wir werden die Versorgung der österreichischen Bevölkerung auch in Zukunft sicherstellen”, so Lidl-Österreich-Geschäftsführer Alessandro Wolf. Ein “riesengroßes Dankeschön” richtete Wolf an alle Mitarbeiter, Dienstleister und Lieferanten, die “wirklich Großartiges leisten” würden.

Außerdem sucht Lidl neue Mitarbeiter. “Wir können diese besondere Situation nur gemeinsam meistern. Deshalb brauchen wir jetzt jede Hilfe, die wir bekommen können”, so der Lidl-Österreich-Chef. Bewerbungsgespräche seien via Video-Telefonie und WhatsApp möglich.

Bei den Essenszustellern Lieferando und Mjam lagen die Zustellzeiten in Wien, Linz und Salzburg Stadt am Sonntag zu Mittag zwischen 30 und 60 Minuten. Als Vorsichtsmaßnahme akzeptieren die Essens-Lieferdienste derzeit keine Barzahlungen und stellen das Essen vor der Tür ohne Kundenkontakt ab. “Nach unserem Informationsstand dürfen Restaurants weiter kochen und ausliefern, nur keine Gäste empfangen. Heißt unsere Flotte darf auch weiter operieren”, so Mjam-Geschäftsführer Artur Schreiber zur APA. Die Situation sei “aber dynamisch und kann sich ändern”.

Auch der Lebensmitteldiskonter Hofer versicherte, dass die Versorgung seiner Kunden auch während der Coronaviren-Pandemie gesichert ist. Aktuell sei in mehreren Warengruppen eine überdurchschnittlich starke Nachfrage zu verzeichnen.

Von: apa