Für Windräder wird vor allem Kupfer benötigt

Rohstoffpreise gefährden Energiewende

Sonntag, 09. Januar 2022 | 12:28 Uhr

Stark steigende Rohstoffpreise gefährden nach Ansicht deutscher Wirtschaftsexperten den geplanten weltweiten Übergang zu kohlendioxidfreier Stromerzeugung. “Wir müssen aufpassen, dass unsere schöne Energiewende nicht am Rohstoffmangel scheitert”, sagte Karl Lichtblau vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

Der Ökonom sieht bei 22 chemischen Elementen Probleme und verwies auf Knappheit etwa bei Kupfer, Platin und Lithium. Kupfer wird für Windräder benötigt, Platin für die Wasserstofferzeugung, Lithium für die Batterieproduktion.

Der globale Chefstratege des US-Investmenthauses Morgan Stanley, Ruchir Sharma, sprach von einer “Greenflation”, einer Teuerungswelle durch die Energiewende. “Steigende Nachfrage und sinkendes Angebot werden die Preise weiter nach oben schießen lassen”, sagte er dem Blatt. Die ökonomischen Effekte könnten in den kommenden Jahren die gesamte weltweite Klimapolitik entgleisen lassen. Das Problem von “Greenflation” liege nicht allein im aktuellen Anstieg der Rohstoffpreise. Hinzu komme, dass zugleich neue umweltpolitische Vorgaben die künftige Produktion, etwa von Kupfer und Aluminium, auf Dauer erschwerten. Dies alles könne kohlendioxidfreien Strom unterm Strich deutlich teurer machen als bisher gedacht.

Der Wirtschaftswissenschafter Rudolf Hickel warnte vor sozialpolitischen Folgen. “Die Greenflation kann noch erhebliche Probleme aufwerfen”, sagte er dem RND. Hickel verwies auf eine Addition von marktbedingten und politisch gewollten Preissteigerungen, die am Ende vor allem Geringverdiener und Transferbezieher belasten könnten.

Von: APA/dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Rohstoffpreise gefährden Energiewende"


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meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
16 Tage 7 h

Die Energiewende darf nicht auf Kosten der Geringverdiener durchgezogen werden, das sollte den Politikern klar werden.

berthu
berthu
Universalgelehrter
15 Tage 12 h
Die ‘Energiewende’ ist eine Superblase: Einige wenige kassieren ab, hinterlassen den zukünftigen Generationen das Verstecken des Atommülls. Eine Entsorgung, Wiederverwertung gibt es nicht. Bei anderen Energiearten ist es die zerstörte Landschaft, Wohngegend. Abgesehen von der irrsinnigen, gesetzlich gestützten Wegwerf-Abfolge von Elektronik, Leuchtmittel, Kunststoff. Was mechanisch nicht versagt, wird mittels Software obsolet gemacht. Skurril wird es, wenn gerade diese Akteure Klimaversprechen machen, aber außer der “Kirche” Ihr Treiben über die Politik verstärkt wissen. Die Erhöhung der Gas- und Strompreise haben nichts im geringsten was mit irgendwelchen Notständen zu tun, sondern nur mit Spekulation. Zahlen tun wir ALLE, ohne Rücksicht auf den… Weiterlesen »
Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
16 Tage 6 h

Es ist ein Nullsummenspiel. Das Kupfer das in den Windrädern verbaut wird, wird bei deren Abriss zu 100% wiederverwendet werden. In einem Windrad hat das Kupfer einen höheren Sinn als im Elektroschrott billigen Konsumguts, der nur unvollständig und unter hoher Umweltbelastung wiederverwendet wird.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
16 Tage 4 h

Wieviel Lithium wird für die beknackte e-Mobilität verbraten ? z.b. E-Roller mit kurzer Lebensdauer für die Gehbehind…ehm…Gehfaulen ?

Faktenchecker
16 Tage 27 Min

@mk
@6079_Smith_W
Behinderte zu diffamieren geht gar nicht.

Willi I.
Willi I.
Grünschnabel
16 Tage 2 h

Ich habe einen Vorschlag an uns alle: wir verbrauchen alle weniger indem wir unsere elektronischen Geräte und unsere Möbel länger verwenden, indem wir unsere Klamotten und Schuhe öfters tragen, indem wir mal zu Fuß gehen oder die Öffis benutzen, indem wir bewusster einkaufen und somit unsere Lebensmittel weniger verschwenden, indem wir die Türe schnell wieder schließen wenn der Raum beheizt wird, indem wir das Licht ausschalten, wo wir es nicht brauchen und indem wir den Wasserhahn abdrehen wenn wir das Wasser nicht mehr brauchen. In viel mehr Bereichen würden wir ähnlich verfahren, wenn wir das alles tagtäglich üben würden…

berthu
berthu
Universalgelehrter
15 Tage 12 h

Titel irreführend: nicht die Windräder “brauchen” das Kupfer, sondern die Leitungen weg zu den Netzen. Aber die Verteiler-Netze braucht es für jede Art der Energieerzeugung. Da nun Kohle- und Atomkraftwerke außer Betrieb gehen, ist das Kupfer davon für die Windgeneratoren verwendbar. Wo es fehlt sind die Leitungen. Davon werden in Häusern und Fahrzeugen km-weise viele verlegt, nicht alles super sinnvoll und notwendig.

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