Die britische Luxusmake fährt künftig noch vibrationsfreier

Rolls-Royce steigt bis 2030 aus Verbrennermotor aus

Mittwoch, 29. September 2021 | 15:37 Uhr

Die BMW-Tochter Rolls-Royce wird bis 2030 zur reinen Elektromarke. Zu dem Zeitpunkt werde Rolls-Royce keine Autos mehr mit Verbrennungsmotor produzieren und verkaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorstellung des elektrischen Modells “Spectre” mit. Damit zieht der britische Luxusauto-Hersteller mit Rivalen wie der Volkswagen-Tochter Bentley und Jaguar gleich. Das erste Elektromodell solle im vierten Quartal 2023 auf den Markt kommen.

Damit haben sich die beiden kleineren BMW-Marken zu einem reinen Elektrokurs bekannt: Auch Mini will ab 2030 nur noch Elektroautos verkaufen. BMW selbst will sich dagegen nicht auf ein Enddatum für die Verbrenner festlegen, sondern macht dies auch von der Nachfrage abhängig. BMW-Chef Oliver Zipse hat als Ziel genannt, dass 2030 jeder zweite neue BMW nur noch mit einem Batterieantrieb fährt. Sollten in bestimmten Märkten schneller nur noch Elektroautos gekauft werden, werde BMW aber liefern können. Die Münchner bringen noch in diesem Jahr mit dem i4 und dem iX zwei neue, rein elektrische Modelle auf den Markt.

Im Laufe des heutigen Tages wurden weitere Details zum “Spectre” genannt. Vorstandschef Torsten Müller-Ötvös erklärte bei der Präsentation: “Er passt perfekt zur Marke, denn er ist leise und hat eine starke, kraftvolle Beschleunigung.”

Der legendäre Zwölfzylinder-Motor werde noch ein paar Jahre lang im britischen Werk Hams Hall gebaut – aber ab 2030 werde Rolls-Royce weltweit nur noch elektrische Fahrzeuge verkaufen, sagte Müller-Ötvös. Die Luxusmarke sei für BMW heute “sehr, sehr profitabel”, und das werde auch mit E-Fahrzeugen so bleiben. Das gelte auch schon für das erste Modell.

Rolls-Royce verkaufe jährlich etwa 5.000 Fahrzeuge, kenne jeden seiner Kunden und sei ständig im Dialog mit ihnen. Viele hätten schon einen elektrischen BMW oder Tesla in der Garage stehen und könnten zuhause und im Büro laden. Reichweite sei für Rolls-Royce kein beherrschendes Thema, weil die Luxusautos meist im städtischen Umfeld und für Ausflüge verwendet würden, selten für die Langstrecke. In vielen Städten dürften Verbrenner in einigen Jahren gar nicht mehr in die City fahren.

Hauptmarkt für die elektrischen Modelle dürften China und die USA bleiben, wo Rolls-Royce heute jeweils 30 Prozent seiner Autos verkauft, sagte Müller-Ötvös. Dahinter folgen Europa mit 15 bis 20 Prozent – davon entfällt fast die Hälfte auf England -, das übrige Asien mit 15 Prozent und der Nahe Osten mit 10 Prozent.

Von: APA/Reuters

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