Rosenbauer wieder in Gewinnzone

Rosenbauer schreibt Gewinne und kämpft mit Materialproblemen

Freitag, 13. August 2021 | 11:09 Uhr

Der oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer ist im Halbjahr nach einem kleinen Verlust zu Jahresbeginn wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Trotz des Aufholprozesses im zweiten Quartal lag der Konzernumsatz mit 448,1 Mio. Euro leicht unter dem historischen Rekord von 458,0 Mio. Euro im Vorjahr. Das Orderbuch ist mit 1,09 (1,12) Mrd. Euro weiterhin gut gefüllt. Zu schaffen macht Rosenbauer Materialmangel, da die Konjunkturerholung Lieferketten unter Druck brachte.

Das Periodenergebnis erreichte von Jänner bis Juni 5,5 Mio. Euro, nach 2,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal war das Ergebnis noch mit 0,9 Mio. Euro im Minus gewesen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg heuer im Halbjahr deutlich auf 9,3 (5,4) Mio. Euro. Der Auftragseingang betrug 488,2 Mio. Euro und übertraf damit die Vergleichsperiode im Vorjahr (455,3 Mio. Euro).

Das überraschend schnelle Anspringen der globalen Konjunktur bringe die Lieferketten im Rosenbauer-Konzern unter Druck, erklärte das Unternehmen am Freitag. Wichtige Fertigungsbereiche würden mit “Störungen wie schlechten Materialverfügbarkeiten und verspäteten Lieferungen” kämpfen. Dank Covid-19-Liquiditätshilfen an mehreren internationalen Standorten habe man Effekte aus dieser “angespannten Versorgungssituation” großteils kompensieren können.

In den ersten sechs Monaten habe die Feuerwehrbranche den Auswirkungen der Coronapandemie getrotzt und sich weiter stabil entwickelt. Getragen worden sei die Nachfrage nach Feuerwehrtechnik insbesondere von den entwickelten europäischen Märkten, die unverändert wachsen würden, so das Unternehmen. Die globale Feuerwehrbranche folge der allgemeinen Konjunktur erfahrungsgemäß mit mehreren Monaten Abstand und sollte heuer eine Seitwärtsbewegung zeigen. Die Ausschreibungstätigkeit sei im ersten Halbjahr 2021 sehr rege gewesen, wobei auch wieder größere Beschaffungen zur Vergabe anstehen würden.

Trotz weiter bestehender Unsicherheiten im Hinblick auf die Lieferketten erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr einen stabilen Umsatz und eine EBIT-Marge von 5 Prozent. Der Auftragsbestand liege in allen Segmenten über dem Vorjahr, im Juli habe er 100 Mio. Euro betragen. Der Mitarbeiterstand per 30. Juni erreichte 4.008 (3.967).

In Österreich läuft das Geschäft “auf sehr gutem Niveau”, sagte heute Konzernchef Dieter Siegel vor Journalisten. Allerdings merke man schon, dass die Feuerwehrfeste in der Coronapandemie ausgefallen seien, wodurch laut einer Studie den Freiwilligen Feuerwehren rund 100 Mio. Euro entgangen seien. Dafür habe es aber Hilfen aus dem staatlichen Entschädigungsfonds gegeben. Die dramatischen Hochwässer hätten bei den Feuerwehren wiederum zu einem erheblichen Verschleiß geführt, hier werde es wohl einen Nachrüstbedarf geben.

Zu den Waldbränden in Südeuropa hielt Siegel fest, dass dies ein “Riesenthema” sei – auch außerhalb der “klassischen” Länder. So würden Deutschland und Schweden große Beschaffungsprojekte am Laufen haben. In Südfrankreich sei die Feuerwehr sehr gut ausgerüstet, anders sehe das in Griechenland aus. Die Zukunftsthemen beim Waldschutz seien Früherkennung und eine Vernetzung der Behörden. Mit Afghanistan, wo derzeit gerade die militant-islamistischen Taliban im Vormarsch sind, hat Rosenbauer eigenen Angaben zufolge lediglich Geschäftsbeziehungen über NATO-Bestellungen für die Flughafenfeuerwehr.

Von: apa

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