Idee zu "Ruheoasen am Mineralwasser" 2008 entstanden

Ruheoase Bad Ratzes eröffnet

Montag, 08. Juni 2015 | 12:02 Uhr

Kastelruth – Das Mineralwasser von Bad Ratzes in Kastelruth lädt wieder zum Verweilen ein. Am vergangenen Freitag wurde diese schon im 18. Jahrhundert als Wildbad bekannte Ruheoase eröffnet.

"Mit den Ruheoasen möchten wir die historischen Mineralquellen in Südtirol wieder für Einheimische und Gäste erlebbar machen", sagte Florian Zerzer, Leiter des Ressorts für Raumentwicklung, Umwelt und Energie bei der Eröffnung der Ruheoase Bad Ratzes in Kastelruth am vergangenen Freitag. Die Ruheoase von Bad Ratzes ist bereits die zehnte von derzeit elf geplanten "Ruheoasen an Mineralwasser" in Südtirol, welche nunmehr verwirklicht worden ist.

Auf die Geschichte des traditionsreichen Bades ging Thomas Senoner, Direktor des Landesamtes für Gewässernutzung, bei der Eröffnung näher ein. Bad Ratzes hat eine lange Tradition und war schon im 18. Jahrhundert als "Mineral-Wildbad" bekannt, unter anderen auch unter den Namen "Purtschnigler Bad" oder "Kastelruther Bad". Der Betrieb wurde seit jeher mit einer Eisenquelle und einer Schwefelquelle geführt. Es wurden damit Kuren gegen Frauenleiden, Skrofulose (Hauttuberkulose), Rheumatismus, Gicht und Nervenschwäche angeboten. Da die Eisenquelle im Jahr 2002 durch einen Felssturz verschüttet wurde, ist heute nur noch die Schwefelquelle erhalten. Diese wurde letztes Jahr fachgerecht gefasst und in einer ca. 800 Meter langen Leitung zur Ruheoase geführt.

Die Idee zu den "Ruheoasen am Mineralwasser" entstand im Jahr 2008, um die ehemalige Kultur der Bauerbäder und die Vielfalt der Südtiroler Mineralwässer wieder in Erinnerung zu rufen und aufzuwerten. An leicht zugänglichen und anschaulich gestalteten Plätzen soll das Mineralwasser, welches meist an abgelegenen und unzugänglichen Quellen entspringt, an einem besonderen Quellbrunnen ausfließen und anhand einer Tafel beschrieben werden. Zentrales Element dieser "Ruheoasen am Mineralwasser" bildet der Brunnen, der den Quellaustritt versinnbildlicht. Es ist eine runde Steinplatte, aus ortstypischem Gestein, mit einer mittigen Öffnung, aus der das Quellwasser hervortritt und über mehrere Rillen nach außen abfließt. Über ein kleines Bächlein gelangt das Wasser zu Tale. Der besondere Naturstein des Brunnens gibt somit die Entstehung der mineralischen Zusammensetzungen des Mineralwassers wieder. Für die genießbaren Mineralwasserquellen wird das Verkosten des Mineralwassers über einen eigenen Inox-Wasserhahn ermöglicht. Eine Schautafel berichtet über die Eigenschaften des Mineralwassers und seine Verwendung in der Vergangenheit.

Die Arbeiten in Bad Ratzes wurden vom Landesamt für Gewässernutzung gemeinsam mit der Landesabteilung Wasserschutzbauten durchgeführt. "Mit der Neufassung der Schwefelquelle und Errichtung der Ruheoase lädt nun auch das Mineralwasser von Bad Ratzes wieder zum Verweilen ein", sagte Senoner bei der Eröffnung.

Näherer Informationen unter:  http://www.provinz.bz.it/umweltagentur/wasser/bad-ratzes.asp

Von: ©lpa

Bezirk: Salten/Schlern