Grundsätzlich können alle Flughäfen betroffen sein

Ryanair droht mit Stellenstreichungen in Irland

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 19:45 Uhr

Europas größter Billigflieger Ryanair, in Österreich zu 75 Prozent an Laudamotion beteiligt, hat wegen der Streiks Streichungen von etwa 300 Stellen angekündigt. Die Posten von mehr als 100 Piloten und 200 Flugbegleitern seien bei der Flotte in Dublin in Gefahr, teilte die Airline mit. Dies werde bereits den Winterflugplan betreffen. Am Mittwoch waren hunderte Flüge streikbedingt ausgefallen.

Die irische Gewerkschaft Forsa kündigte umgehend einen weiteren Streiktag für den 3. August an. Mit den geplanten Stellenstreichungen in Irland wolle das Unternehmen nur Druck ausüben, teilte Forsa mit. Zu der Organisation gehört auch die Pilotengewerkschaft IALPA. Weitere Streiktermine wolle man später verkünden, hieß es.

Der Bestand der Ryanair-Maschinen in der irischen Hauptstadt soll von 30 auf etwa 24 verringert werden. Die bisherigen Streiks irischer Piloten hätten sich negativ auf die Buchungen ausgewirkt, kritisierte die Airline. Im Wachstumsmarkt Polen will Ryanair dagegen seine Flotte auf mehr als zehn Maschinen verdoppeln.

Wegen eines Flugbegleiter-Ausstands in mehreren Ländern hatte Ryanair am Mittwoch mitten in der Ferienzeit europaweit etwa 500 Verbindungen ausfallen lassen. Der Ausstand soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Dabei werden voraussichtlich erneut zahlreiche Flüge von und nach Spanien, Belgien und Portugal ausfallen. Bei vielen Reisenden hat der Streik mitten in der Ferienzeit für Unmut gesorgt. Ärger herrschte vor allem wegen der kurzfristigen Streichung Dutzender Flüge in Italien, speziell in Bergamo und Pisa.

Laudamotion bekräftigte, dass “die Streiks keine Auswirkung auf unsere Laudamotion Flüge haben.” In Österreich fliegt Ryanair nur nach Salzburg, wobei die nächste Verbindung erst für Freitag geplant ist. Am Flughafen in Bratislava fiel am Mittwoch die Ryanair-Verbindung nach Bologna aus.

Deutschlands Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bisher keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit läuft aber eine Urabstimmung bis Ende Juli. Die Gewerkschaften stimmen sich auf europäischer Ebene ab und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Ryanair ein.

Von: APA/dpa/ag.