Billigere Tickets, weniger Flüge, aber mehr Gewinn

Ryanair erwartet erstmals seit fünf Jahren Gewinnrückgang

Montag, 21. Mai 2018 | 15:34 Uhr

Ende einer Rekordsträhne: Europas größter Billigflieger Ryanair, der 25 Prozent an der Laudamotion des ehemaligen Rennfahrers Niki Lauda hält, erwartet wegen höherer Kosten und stagnierender Ticketpreise für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang. “Der Ausblick für 2018/19 ist auf der pessimistischen Seite von vorsichtig”, sagte Konzernchef Michael O’Leary am Montag.

Trotz der Auseinandersetzung mit den Piloten erreichte Ryanair 2017/18 einen Rekordgewinn von 1,45 Mrd. Euro, ein Plus von zehn Prozent. Doch für das laufende Geschäftsjahr rechnet Ryanair nur mit 1,25 bis 1,35 Mrd. Euro Gewinn – der erste Rückgang seit fünf Jahren.

Hintergrund sind unter anderem steigende Ausgaben, vor allem für Personal und Kerosin. Sie werden um neun Prozent höher erwartet. “In den nächsten zwölf Monaten werden wir alle nötigen Kosten aufwenden, um das Geschäft auf 200 Millionen Passagiere wachsen zu lassen”, sagte O’Leary. Im laufenden Jahr peilt der irische Billigflieger einen Anstieg von sieben Prozent auf 139 Millionen Fluggäste an.

Aber auch bei den Einnahmen erwartet der Konzernchef Gegenwind. “Die Buchungen sind stark, aber die Preise bleiben gedämpft.” Er rechne im Großen und Ganzen mit stagnierenden Ticketpreisen, sagte O’Leary und gab sich damit pessimistischer als die Konkurrenten. Easyjet etwa peilt für sein bis Ende September laufendes Geschäftsjahr ein Gewinnplus von 30 Prozent an.

Ryanair hatte im Dezember erstmals in seiner Geschichte Gewerkschaften zugelassen, streitet nun aber in mehreren europäischen Ländern mit Piloten und Flugbegleitern, was auch schon zu Streiks führte. Diese schloss O’Leary auch für die Zukunft nicht aus: “Wenn man Gewerkschaften zulässt, heißt das, dass es gelegentlich Streiks geben wird.”

Der schwache Ausblick schreckte die Anleger nur kurz: Die Ryanair-Aktien starteten zwar im Minus, notierten dann aber knapp drei Prozent im Plus. “Wir glauben, dass Ryanairs Wettbewerbsvorsprung in der Branche bleibt”, konstatierten die Analysten von Davy Research.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Ryanair erwartet erstmals seit fünf Jahren Gewinnrückgang"


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Dagobert
Dagobert
Superredner
30 Tage 2 h

wundert mich überhaupt nicht, man muss ja für jeden “Furz” extra bezahlen. Ganz erstaunlich dass der gang zur Toilette noch nicht in Rechnung gestellt wird.
Mein Motto lautet bezüglich dieser Airline: einmal und nicht wieder.

vitus
vitus
Grünschnabel
29 Tage 23 h

einen solchen chef braucht italien. weniger politiker, besser gesetze und trotzdem weniger schulden!

zockl
zockl
Superredner
30 Tage 1 h

…..bin einmal damit nach Rom geflogen – Rückflug-3:30 Stunden Verspätung – null Kommunikation, als Passagier rüde und mit totaler Verachtung behandelt. Nie mehr werde ich diesem Betrieb mein Leben anvertrauen….

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