Note 7 wird zum Desaster für Samsung

Samsung erwartet Milliardeneinbußen nach Smartphone-Debakel

Freitag, 14. Oktober 2016 | 14:52 Uhr

Samsung erwartet durch das Debakel mit seinem Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 drastische Gewinneinbußen. Der Smartphone-Marktführer beziffert die Belastung für das Betriebsergebnis einschließlich des ersten Quartals 2017 mit umgerechnet mehr als fünf Mrd. Euro. Die Lücke durch den Produktionsstopp des Note 7 hoffen die Südkoreaner mit anderen Modellen im oberen Preissegment auszufüllen.

Das Aus des Note 7 könnte den operativen Gewinn des laufenden vierten Quartals und des ersten Quartals 2017 um etwa 3,5 Billionen Won – umgerechnet 2,8 Mrd. Euro – verringern, teilte Samsung am Freitag mit. Der Apple-Konkurrent hatte bereits am Mittwoch seine Prognose für das dritte Quartal um ein Drittel von zuvor 7,8 auf 5,2 Billionen Won gekappt – einen Tag, nachdem Samsung das Note 7 endgültig vom Markt genommen hatte.

Zuvor waren auch vermeintlich sichere modifizierte Geräte in Brand geraten. Analysten hatten ursprünglich damit gerechnet, dass Samsung auch nach dem ersten Rückruf noch rund zwölf Millionen Note-7-Geräte verkaufen könnte.

Das Unternehmen wolle sein Geschäft mit mobiler Kommunikation durch “höhere Verkäufe anderer Flaggschiff-Modelle wie Galaxy S7 und S7 Edge normalisieren”, hieß es bei Samsung. Im Mittelpunkt stehe die Verbesserung der Produktsicherheit für die Verbraucher. Daher werde es im Unternehmen auch bei den Verfahren für die Qualitätsverbesserung Veränderungen geben.

Samsung Electronics ist nicht nur Smartphone-Marktführer, sondern auch der weltgrößte Hersteller von Speicherchips und Fernsehern. Analysten gehen davon aus, dass das Geschäft mit Halbleitern und Verbraucherelektronik die Folgen des Note-7-Fiaskos etwas abfedern kann. Noch nie zuvor musste ein großer Hersteller wie Samsung ein Smartphone vom Markt nehmen, weil es gefährlich ist. Analysten diskutieren nun darüber, ob auch die bisher erfolgreiche Note-Produktreihe insgesamt überhaupt noch fortgeführt werden kann, weil das Vertrauen der Verbraucher beschädigt sein könnte.

Von: APA/dpa

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