Das Galaxy Note 7 ist für Samsung ein echtes Sorgenkind

Samsung-Smartphone fing in Flugzeug Feuer

Donnerstag, 06. Oktober 2016 | 15:42 Uhr

Erneut hat es einen gefährlichen Vorfall mit einem Samsung-Smartphone gegeben: Kurz vor dem Start wurde ein Flugzeug in den USA geräumt, weil ein Samsung Galaxy Note 7 offenbar Feuer fing und zu qualmen begann. Berichten zufolge handelte es sich bei dem Gerät um ein Ersatzmodell, nachdem Samsung im September wegen explodierter Akkus eine Rückrufaktion gestartet hatte.

Alle Insassen konnten die Maschine auf dem Flughafen von Louisville im Bundesstaat Kentucky nach dem Vorfall sicher verlassen. Das berichtete die Fluggesellschaft Southwest Airlines.

Vor einem Monat hatte Samsung nach Meldungen über explodierende Smartphones den Verkauf seines neuesten Modells weltweit gestoppt und zweieinhalb Millionen bereits ausgelieferte Geräte zurückgerufen. Der mutmaßliche Besitzer des in dem Flugzeug in Brand geratenen Galaxy Note 7, Brian Green, hatte sein Handy nach eigenen Angaben im Zuge der Rückrufaktion bereits ausgetauscht. Zudem hatte er es nach Augenzeugenberichten vor dem Start ausgeschaltet, dennoch geriet es in Brand.

Der Schaden an dem Smartphone war laut dem Sender ABC News derart groß, dass die Feuerwehr das genaue Modell nicht bestimmen konnte. Hersteller Samsung betonte, das Unternehmen arbeite mit den Behörden und der Fluggesellschaft bei der Aufklärung des Vorfalls zusammen. Erst wenn Samsung-Experten das Gerät untersucht hätten, könnten sie sich dazu äußern, ob es sich wirklich um das neueste Galaxy Note 7 handle.

Samsung hatte das Galaxy Note 7 am 2. September zurückgerufen, nachdem die Akkus mehrerer Geräte beim Aufladen explodiert waren. In den USA gab es 92 bekannte Fälle, in denen sich die Batterien überhitzten, davon kam es 26 Mal zu Verbrennungen und 55 Mal zu Sachbeschädigungen, darunter Brände in Autos und einer Garage. Während eines Fluges könnte ein explodierendes Handy verheerende Folgen haben.

Berichten zufolge haben inzwischen 60 Prozent der Nutzer in den USA ihr Gerät im Zuge der Rückrufaktion umgetauscht. Ende September meldete jedoch ein chinesischer Kunde, sein nach der Rückrufaktion frisch gekauftes Galaxy Note 7 in der allerneuesten Version sei beim Aufladen explodiert. Der Mann schickte Bildmaterial an die Nachrichtenagentur AFP, auf dem zu sehen ist, wie das Smartphone schmilzt und qualmt.

Die Rückrufaktion bedeutet einen schweren Schaden für den Ruf von Samsung, den größten Smartphone-Hersteller der Welt. Experten zufolge könnte die Rückrufaktion Samsung langfristig etwa drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) kosten.

Von: APA/ag.