Auch unter den Tasten ist regelmäßiges Putzen erforderlich

Sauber klappern und klicken – Computer richtig reinigen

Dienstag, 30. August 2016 | 11:04 Uhr

Ein schmutziger Arbeitsplatz ist nicht nur ein ästethisches Problem. Leicht sammeln sich dort auch Keime, schnell klemmen Tasten, oder dem PC droht der Hitzetod. Beim Reinigen sollte man aber nicht zu aggressiv zu Werke gehen – hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Wer viel am PC sitzt oder mit dem Notebook arbeitet, hat es schon erlebt: Irgendwann sehen Tastatur und Maus nicht mehr so richtig schön aus. Sie sind vielleicht auch leicht verklebt, und in den Zwischenräumen haben sich Krümel und Staub angesammelt. Aber das lässt sich leicht beheben – problematisch wird es erst, wenn etwa mal der Kaffee auf die Tastatur kippt.

Einfache Verschmutzungen oder Verkrustungen auf Tastatur und Maus lassen sich mit einem feuchten Tuch meist rückstandslos entfernen, sagt Rainer Schuldt von der Zeitschrift “Computerbild”. Auf keinen Fall sollte man aggressive Reiniger verwenden, die könnten die Tasten unlesbar machen.

Krümel von Semmeln, Zigarettenasche, Hautpartikel oder einfach nur Staub entfernt man, indem man die Tastatur umdreht und vorsichtig ausklopft. Anschließend nimmt man einen weichen Pinsel für letzte Reste zwischen den Tasten. Solche weichen Pinsel gibt es im Baumarkt – oder in der Kosmetikabteilung des Drogeriemarkts. Im Handel gibt es aber auch Spraydosen mit Druckluft, um Staub wegzublasen. Den Staubsauger sollte man nicht nutzen, warnt Schuldt. “Der kann die Tasten beschädigen und rausreißen.”

Bei hartnäckigem Schmutz müssen die Tasten von der Tastatur gelöst werden, um darunter sauber zu machen, erklärt Florian Holzbauer von der Computerzeitschrift “Chip”. Die einzelnen Tasten kann man bei den meisten Tastaturmodellen leicht mit einem spitzen Gegenstand vorsichtig anheben. “Dann kann man die Zwischenräume mit einem Wattestäbchen von Staub befreien. Danach die Tasten wieder drauf gesteckt.” Wer vorher ein Foto macht, kann hinterher auch alle Tasten wieder an den richtigen Platz stecken.

Das hört sich aufwendig an – und ist es auch. “Das dauert eine Stunde mit Sicherheit”, sagt Holzbauer. Dieser Aufwand lohnt sich wohl nur bei einer hochwertigen Gaming-Tastatur, die schon mal deutlich über 100 Euro kosten kann. Wer nur eine einfache Zehn-Euro-Tastatur verwendet, sollte sich lieber alle ein, zwei Jahre – je nach Schmutzempfinden – eine neue kaufen. Präventiv lohnt sich vielleicht eine Abdeckung, entweder aus Plastik oder auch einfach ein Tuch, gerade wenn die Tastatur nicht so häufig benutzt wird.

Ist der PC im Innern verstaubt, hilft der Staubsauger auf niedrigster Stufe. Dabei kann man die Öffnung des Saugrohrs noch mit einem Damenstrumpf abdecken, um die Saugleistung zu verringern, empfiehlt Schuldt. Oder man nutzt einen antistatischen Staubwedel. Staub im Lüfter rückt man mit einem Pinsel zu Leibe. Oder man saugt ihn ganz vorsichtig heraus. Genau so geht man auch bei einem Notebook vor, bei dem der Lüfter verstaubt ist. Ist die Garantie abgelaufen, kann man auch ohne Bedenken die Bodenplatte abschrauben.

Verstaubte Monitore kann man außen auch mal feucht abwischen – zum Beispiel mit einem Brillenputztuch aus der Drogerie. Vom Bildschirm selber entfernt man den Staub mit einem antistatischen Mikrofaser-Putztuch oder einem Staubwedel, erklärt Schuldt. Ein weicher Pinsel fegt Schmutz aus den Ecken.

Gift für jedes Computerteil sind Flüssigkeiten. Die können schnell einen Kurzschluss verursachen und das Aus für die Tastatur oder auch ein Notebook bedeuten. Im Notfall sollte man die Flüssigkeit möglichst schnell aus dem Gerät heraustupfen und es danach bei niedriger Temperatur auf der Heizung trocknen lassen, sagt Holzhauser. Bei Cola oder Kaffee kommt noch hinzu, dass dadurch das Innenleben von Tastatur oder Notebook verklebt. Aber niemals sollte man Wasser nachkippen, um Cola oder Kaffee “auszuspülen”, das macht die Sache nur noch schlimmer, sagt Rainer Schuldt.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Personen einen Gegenstand benutzen, desto häufiger muss er gereinigt werden, sagt Ralf Kämmerer, Mikrobiologe beim TÜV. Deshalb plädiert er auch dafür, dass Arbeitgeber die entsprechenden Reinigungstücher oder sonstigen Mittel bereitstellen: “Ich fühle mich besser, wenn ich Tastatur und Monitor sauber machen kann. Das gilt besonders bei Arbeitsplätzen, an denen häufiger am Tag gewechselt wird.”

Von: APA/dpa

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