Die Borkenkäfer-Larven fressen sich unter der Rinde in den Baum

Schäden durch Dürre und Borkenkäfer für heimische Landwirte

Montag, 29. Oktober 2018 | 14:25 Uhr

Die heimischen Landwirte haben heuer durch Trockenheit und Dürre einen Schaden von 200 bis 300 Mio. Euro verzeichnet. Die Hitze und der starke Borkenkäferbefall haben zudem zu Schäden in Höhe von 200 Mio. Euro in der Forstwirtschaft geführt. Die Agrarsprecher von ÖVP und FPÖ, Georg Strasser und Maximilian Linder, appellierten am Montag an die Bauern, sich stärker gegen Wetterextreme zu versichern.

Die ÖVP/FPÖ-Regierung und die Bundesländer haben ein Maßnahmenpaket für die Land- und Forstwirtschaft in Höhe von 60 Mio. Euro geschnürt. Dieses besteht aus 20 Mio. Euro für die Unterstützung von Versicherungsleistungen, weitere 20 Mio. Euro an Hilfen für die Forstwirtschaft und 20 Mio. Euro an Direktförderungen für von Dürre und Trockenheit extrem betroffene tierhaltende Bauern. Rund 18.000 Betriebe können in den nächsten Wochen bei der AMA einen Antrag auf Direktbeihilfe stellen. Die Auszahlung ist für Jänner 2019 geplant.

Die Maßnahmen für die österreichische Forstwirtschaft wurden bereits im Rahmen der Ländlichen Entwicklung (2. Säule der EU-Agrarpolitik) umgesetzt. Die Senkung der Versicherungssteuer wurde im Jahressteuergesetz 2018 verankert und die Erhöhung des Prämienzuschusses und die Einführung einer Tierausfallsversicherung wurden durch einen Initiativantrag im Parlament eingebracht und sollen mit 1. Jänner 2019 in Kraft treten.

Im Rahmen des Hilfspakets wird die Prämienunterstützung für die Elementarrisikoversicherungen von 50 auf 55 Prozent angehoben. Außerdem können sich Landwirte künftig – ebenfalls mit einer Prämienunterstützung von 55 Prozent – gegen den Ausfall von Tieren versichern. Bei Krankheit oder Unfällen von mehreren Tieren könne es für den Bauern schnell finanziell eng werden, sagte Bauernbund-Chef Strasser am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Es gehe darum, die Bereitschaft der Bauern sich zu versichern, zu heben, so Linder.

“Für die am Stärksten betroffenen Bäuerinnen und Bauern wurden nun Sonderrichtlinien im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit den Ländern und den Landwirtschaftskammern erarbeitet”, erklärte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Montag in einer Aussendung. Damit seien die letzten Schritte zur Umsetzung des Maßnahmenpakets für die Land- und Forstwirtschaft fixiert. “Der wichtigste Teil des Pakets ist die dauerhafte Erhöhung der öffentlichen Zuschüsse für die Versicherungsvorsorge. Dies betrifft sowohl extreme Wetterereignisse als auch Tierseuchen”, so Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.

Bei der Hagelversicherung sind rund 85 Prozent der Flächen in Österreich gegen Hagel versichert, davon rund 65 Prozent gegen sonstige Elementarrisiken (Sturm, Überschwemmung, Frost und inkl. der Dürre im Rahmen der Ertragsversicherung). Im Rahmen der Dürre-Indexversicherung sei zum Beispiel bei Mais mehr als ein Viertel der Fläche versichert, hieß es bei der Hagelversicherung auf APA-Anfrage.

Die Agrarsprecher der Regierungsparteien hoffen durch einen besseren Versicherungsschutz extreme finanzielle Dürreschäden für die Bauern in Zukunft zu vermeiden. Die Klimaveränderungen würden für die Land- und Forstwirtschaft aber weiter eine Herausforderung bleiben. “Die Bauern kämpfen an vielen Fronten gegen diesen Klimawandel, sie pflegen die Landschaft und versuchen auch mit CO2-neutraler Energieerzeugung dem Treibhauseffekt entgegen zu wirken”, sagte Strasser. “Wir lassen Österreichs Landwirte mit ihren Sorgen nicht alleine”, so Linder.

Von: apa

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