lvh-Ortsversammlung von Schlanders

Schlanders: “Das Beschaffungswesen ist eine Katastrophe”

Mittwoch, 08. April 2015 | 10:48 Uhr

Schlanders – Die öffentlichen Ausschreibungen, die Ausbildung der Jugendlichen und die schwierigen Rahmenbedingungen für die Kleinbetriebe Südtirols waren die großen Schwerpunktthemen bei der lvh-Ortsversammlung von Schlanders. Abhilfe soll der „Masterplan Handwerk“ schaffen, ein vom lvh ausgearbeiteter Forderungskatalog, der im Rahmen der Sitzung vorgestellt wurde und der in den nächsten Jahren nach und nach umgesetzt werden soll.

Vizeortsobmann Norbert Ratschiller gab den Anwesenden Aufschluss über die Tätigkeiten der Ortsgruppe im vergangenen Jahr. Er gab auch bekannt, dass er bei den kommenden Gemeinderatswahlen als Kandidat für das Handwerk antreten möchte. Bezirksobmann Andreas Nagl sprach ihm dafür, auch im Namen des verhinderten Schlanderser Ortsobmanns Günther Gemassmer, die volle Unterstützung aus und betonte die Wichtigkeit einer starken Vertretung des Handwerks in den Gemeindestuben. Dann ging auf das viel diskutierte Thema der öffentlichen Ausschreibungen ein. „Die Direktvergabe muss vermehrt zur Anwendung kommen. Diese wäre nämlich gesetzlich vielfach möglich, leider wird sie aber nur selten angewandt“, so Nagl. Die duale Ausbildung sei laut Nagl der Grund, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Handwerk vergleichsweise niedriger sei als in anderen Sektoren. Dieser Vorteil müsse vermehrt aufgezeigt werden. Der Bezirksobmann sprach sich außerdem für den vollständigen Erhalt des Krankenhauses in Schlanders aus. „Wenn das Spital die geplanten Einschränkungen erfährt, wird es über kurz oder lang geschlossen. Das würde wiederum Abwanderung und eine Verminderung der Lebensqualität zur Folge haben“, meinte Nagl und rief die Anwesenden dazu auf, sich für die Institution einzusetzen.

lvh-Vizepräsident Martin Haller stellte den „Masterplan Handwerk“ vor. „Es handelt sich dabei um einen Forderungskatalog, in dem die Agenda des lvh für die nächsten Jahre festgeschrieben wurde“, „Themen wie beispielsweise Fachkräftesicherung, öffentliche Ausschreibungen, Förder- und Wirtschaftspolitik sowie Energie- und Ressourceneffizienz werden darin behandelt“, informierte er und hob hervor, dass der Masterplan auch konkrete Vorschläge zur Verbesserung der gegenwärtigen Verhältnisse bringe. „Wir wollen den Plan nach und nach umsetzen und dadurch immer mehr Erleichterungen und Vorteile für unsere Südtiroler Betriebe schaffen“, unterstrich Haller.

Bürgermeister Dieter Pinggera klärte die Handwerker über die Situation bezüglich der Gewerbezone Vetzan auf. Auch er kritisierte die Ausschreibungen. „Die heutige Situation im Beschaffungswesen ist eine Katastrophe, doch an die Gesetze muss man sich halten“, waren die Worte des Bürgermeisters und er hoffte, dass das neue Vergabegesetz endlich die lang ersehnten Erleichterungen herbeiführen werde.

Von: ©lu

Bezirk: Vinschgau