TIS und Lüch da Pcëi entwickeln Schokodessert aus nur vier Zutaten

Schokopudding wie aus Omas Kochbuch

Dienstag, 22. September 2015 | 11:35 Uhr

Bozen – Die Zutatenliste herkömmlicher Lebensmittel ist oft sehr lang, das Zusatzstoffverzeichnis oft komplex. Lüch da Pcëi, ein Bauernhof im Gadertal, besinnt sich auf traditionelle Grundzutaten und entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Cluster Alimentaris des TIS innovation park den ersten Schokoladenpudding aus Südtiroler Kuhmilch. Er ist im umweltfreundlichen Glas verpackt und besteht aus nur vier Zutaten: Milch, Zucker, Stärke und Kakao.

Schokopudding wie bei Oma? Mmmmmhhh, lecker! Aber selber machen? Das ist vielen dann doch oft zu aufwendig. Also ist der Gang in den Supermarkt die Lösung, denn hier gibt es eine große Auswahl an Puddings und anderen Desserts. Ein genauerer Blick auf die Zutatenliste könnte aber einige Zeit in Anspruch nehmen, denn die Standard-Puddingmischungen enthalten nämlich oft mehrere Aromen, Verdickungs-, Konservierungs- oder Süßungsmittel, also Zusatzstoffe, die mit dem Pudding von Oma nicht mehr viel zu tun haben.

Das bemerkten auch Marina und Luca Crazzolara vom Bauernhof Lüch da Pcëi im Gadertal. Ihr Ehrgeiz war geweckt: sie wollte aus der Milch ihrer Kühe gerne einen Schokopudding machen und dabei so weit wie möglich auf Zusatzstoffe verzichten. Die Familie Crazzolara hat Erfahrung in der Käse- und Joghurtherstellung, wandte sich aber mit der Bitte um technische Unterstützung an den Cluster Alimentaris des TIS innovation park. Gemeinsam wurde an der Rezeptur und dem Produktionsverfahren getüftelt und heraus kam ein cremiger Schokopudding, der aus nur vier Zutaten besteht: Milch, Zucker, Stärke und Kakao.

Ein Rezept wie aus Omas Kochbuch

„Wir wollten den Schoko-Nachtisch so natürlich wie möglich zubereiten. Unsere Großmütter und Mütter zauberten ja auch aus wenigen Zutaten köstliche Dinge auf den Tisch“, erzählt Marina Crazzolara. „Heutzutage braucht man fast schon ein Chemie-Studium, um zu verstehen, was in unseren Lebensmitteln drin ist“, fährt sie mit einem Augenzwinkern fort. Natürlich seien die Zusatzstoffe nicht schädlich, aber dennoch wollte Crazzolara aber mit möglichst wenigen und bekannten Zutaten auskommen. Ihre Kunden sollten schnell und leicht verstehen, was im neuen Produkt drin ist.

Die Hauptzutat – Milch – kommt von den 60 Milchkühen des eigenen Bauernhofs. Hinzu kommt neben Zucker auch Kakao. Hier fiel die Entscheidung auf den zwar etwas teureren, aber dafür sehr hochwertigen Kakao vom italienischen Schokoladenhersteller Domori. Der einzige Zusatzstoff ist Stärke – ein Verdickungsmittel aus gentechnikfreier Wachsmaisstärke. Auch Oma musste Pudding verdicken, um ihm die richtige Konsistenz zu geben. „Uns war besonders wichtig, dass der Pudding cremig wird. Dafür haben wir einige Stärken und andere Verdickungsmittel durchprobiert, bis wir zufrieden mit dem Ergebnis waren“, erklärt Bettina Schmid, Managerin des Cluster Alimentaris, deren Team die Produktentwicklung begleitete.

Vier Zutaten in einem Glas

Getestet wurde aber nicht nur die Zusammensetzung der Zutaten und der Geschmack. Besonders wichtig war auch die Länge der Haltbarkeit des Puddings, denn unter drei Wochen ist es fast unmöglich, für den Handel attraktiv zu sein. Die Produktionslinie von Lüch da Pcëi wurde so abgestimmt, dass der Pudding nun 35 Tage lang haltbar ist.

Zu kaufen gibt es das cremige „Choco-Dessert“ von Lüch da Pcëi nun im umweltfreundlichen 180-Gramm-Glas bei allen „Lüch da Pcëi“-Läden im Gadertal, bei Pur Südtirol, in Franziskaner Bäckereien, bei der Bäckerei Gasser in Brixen, im Feinkostladen Lanz bei Schabs, bei der Feinkäserei Capriz in Vintl, beim Kaufhaus Schäfer in Innichen, sowie in weiteren ausgewählten Spezialitätenläden Südtirols und Italiens.

Auf die Schoko-Variante des Puddings könnten übrigens weitere Geschmacksrichtungen folgen. Beim Klassiker Vanille wäre die größte Herausforderung dann wohl die Farbe – denn der Gelbton, den man hierzulande mit Vanille verbindet, ist ohne den Zusatz von Farbstoffen meist schwer zu erreichen. Aber vielleicht finden die Hofkäserei Lüch da Pcëi und der Cluster Alimentaris auch hierfür eine Lösung in Omas Sinne, die sie im großen Stil umsetzen können.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen