SkyWork-Flugzeuge flogen zahlreiche Destinationen in Europa an

Schweizer Flugline SkyWork ist pleite

Donnerstag, 30. August 2018 | 12:30 Uhr

Am Mittwochabend, nach Landung der letzten Maschine, hat die Schweizer Fluglinie SkyWork bekannt, dass wegen Überschuldung eine Fortführung des Flugbetriebs nicht möglich sei. Wegen des Konkurses müssen jetzt Tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern. Die Schweizer Regionalfluggesellschaft flog auch Strecken nach Wien und nach Graz.

Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) sind von der Einstellung des Flugbetriebes unmittelbar rund 11.000 Passagiere betroffen. Die Passagiere sind demnach im Besitz von Tickets für Flüge, die für die Zukunft geplant gewesen waren.

“Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Partner sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben, den Betrieb weiterzuführen”, teilte die Airline selber mit. Das Unternehmen müsse wegen Überschuldung den Konkursrichter benachrichtigen. Das Unternehmen hatte seit einigen Jahren finanzielle Schwierigkeiten. 2017 erteilte das Schweizer Bundesamt zunächst nur eine befristete Betriebsbewilligung wegen mangelnder Deckung. Das Unternehmen konnte das nötige Geld dann aber zusammenbringen.

Das Schweizer Luftfahrtbundesamt riet Passagieren, die ihren Flug in einem Reisebüro gebucht haben, sich dort zu melden. Die Veranstalter kümmern sich um Alternativen und haben am Donnerstag bereits begonnen, ihre Gäste zu kontaktieren, wie es beispielsweise bei Tui Suisse und Hotelplan Suisse hieß.

Die meisten der Betroffenen bei Hotelplan Suisse haben Wien oder die Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza als Reiseziele. Auch bei Tui Suisse ist Mallorca das häufigste Flugziel der Betroffenen.

Wer den Ferienflug direkt bei SkyWork gebucht hat, muss sich selbst um die Heimreise kümmern und versuchen, von der Versicherung das Geld für das wertlos gewordene Ticket zurückerstatten zu lassen. Wer seinen Flug mit der Kreditkarte bezahlt hat, sollte sich auch an die Kreditkartenfirma wenden.

Der Flughafen Bern-Belp hat durch die SkyWork-Pleite seinen Hauptkunden und damit einen großen Teil seines Umsatzes verloren. Die Airline erbrachte immerhin fast 60 Prozent aller Flüge am Schweizer Hauptstadtflughafen.

Die Existenz des Flughafens sei durch das Aus der Regionalfluggesellschaft unmittelbar nicht gefährdet, teilte der Flughafenbetreiber mit. Die Betriebseinstellung der SkyWork Airlines führe kurzfristig zu einem Wegfall der Linienflüge und verursache beim Flughafen einen erheblichen Umsatzrückgang.

Der Verwaltungsrat und die Leitung des Flughafens hätten Maßnahmen vorbereitet und stünden in Kontakt mit mehreren Fluggesellschaften. Der Flughafen will demnach möglichst bald die nachfragestärksten Destinationen im Streckennetz ab und nach Bern erhalten. Die Umsetzung werde von den Ergebnissen der Akquisitionsbestrebungen der Airlines abhängen, heißt es in der Mitteilung.

SkyWork war vor knapp einem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Im Oktober 2017 mussten die Flugzeuge drei Tage lang am Boden bleiben. Dann gelang es SkyWork, beim Schweizer Bund den verlangten Finanzierungsnachweis für den künftigen Betrieb zu erbringen. Wie dieser zustande kam, blieb unbekannt. SkyWork hatte nach dem Konkurs der Tessiner Darwin Airline für die Strecke Genf-Lugano beim Bund ein entsprechendes Konzessionsgesuch eingereicht.

SkyWork Airlines gibt die Betriebsbewilligung freiwillig an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zurück. Die Berner Firma musste wegen Überschuldung den Konkursrichter benachrichtigen. Die weiteren Schritte lägen nun beim Richter.

Der letzte Flug SX0207 landete laut Angaben des Flughafens Bern um 22.20 Uhr in der Hauptstadt. Die Maschine war zuvor im norddeutschen Hamburg gestartet. SkyWork beschäftigt über 100 Angestellte. Sie verfügte zuletzt über sechs Turbo-Propellermaschinen des Typs Saab 2000. Mit diesen flog die Airline im Sommer 22 Destinationen in Europa an.

Die Schweizer Aufsichtsbehörde hat auf ihrer Homepage Informationen für Passagiere aufgeschaltet und richtet zudem eine Hotline ein. Diese ist seit heute Donnerstag 7 Uhr in Betrieb. Die Schweizer Telefonnummer: +41 (0)58 465 95 96.

Von: APA/dpa-AFX/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz