Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure der Welt

Schwierige Lage am globalen Agrarmarkt könnte sich zuspitzen

Mittwoch, 24. August 2022 | 15:26 Uhr

Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Unsicherheiten am Agrarmarkt dürften sich in naher Zukunft weiter verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens McKinsey. Demnach könnten bis Ende des Jahres 2023 rund 60 Mio. Tonnen an Getreide, vor allem Mais und Weizen, für die globale Lebensmittelversorgung fehlen. Alleine für heuer wird der Exportrückgang aus der Ukraine auf 19 Mio. Tonnen geschätzt.

Die Ukraine und Russland zählen den zu den größten Getreideexporteuren der Welt. Zuletzt betrug der ukrainische Anteil am weltweiten Weizen- und Maisexport der Studie zufolge 9 bzw. 14 Prozent – ein Wert, der sich vor dem Hintergrund des Kriegs deutlich verringern könnte. Die Autoren der Studie prognostizieren, dass die Produktionsmenge der Ukraine in der im Juli angelaufenen Erntesaison 2022/23 um 35 bis 45 Prozent zurückgehen wird. Sollte diese Erwartung eintreffen, drohe eine globale Nahrungsmittelkrise, deren Folgen bisherige Krisen – etwa jene aus den Jahren 2007 und 2008 – überschatten könnten.

Die bis Ende 2023 erwarteten Ausfälle würden dem jährlichen Nahrungsangebot für bis zu 250 Millionen Menschen entsprechen, heißt es in der Analyse. Damit die Versorgung nicht gefährdet wird, brauche es Entspannungssignale wie etwa das zuletzt erzielte Getreideabkommen zwischen der Ukraine und Russland. Die Studienautoren geben sich diesbezüglich aber eher pessimistisch.

Von einer möglichen Zuspitzung der Situation wären laut Daten der Agrarmarkt Austria (AMA) vermutlich vor allem Länder aus Nordafrika sowie dem Nahen- und Mittleren Osten betroffen, die direkt von ukrainischen Getreideausfuhren abhängig sind. In Österreich ist der Selbstversorgungsgrad mit Getreide hoch, aus der Ukraine wird so gut wie gar keine Getreide importiert. Indirekt schlagen die kriegsbedingten Verwerfungen am Agrarmarkt freilich auch hierzulande durch, etwa bei den gestiegenen Preisen für Düngemittel.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Schwierige Lage am globalen Agrarmarkt könnte sich zuspitzen"


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DontBeALooserBeASchmuser
1 Monat 9 Tage

Die gestiegenen Düngemittelpreise hängen vor allem mit den Sanktionen zusammen.

1. Russland exportiert Dünger (Stichwort Uralkali)
2. benötigt man zur Düngerproduktion große Mengen Erdgas.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@Dont….. das Problem sind nicht die Sanktionen, sondern der von Putin angezettelte Krieg gegen die Ukraine! Der Gaspreis war bei Ausbruch auch so hoch, die Sanktionen sind erst danach dazugekommen…..und betreffen nicht das Gas! Russland reduziert/drosselt absichtlich einfach die Mengen (kaum 20% Gas durch die Pipeline) und damit erhöht man gleichzeitig den Preis um die Konsumenten unter Druck zu stellen…… als ob bei der Behandlung einer Krankheit das schlechtschmeckende Medikament das Problem wäre und nicht die Krankheit selber, oder? Würde Putin den Rüchzug antreten, würden die Preise wieder drastisch fallen….

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 9 Tage

@Oracle Stimmt nicht ganz, denn der Krieg ist nun mal Fakt und mit den Sanktionen verstärkt man natürlich den Effekt! Das kannst du nicht bestreiten. Man kann nicht dauernd sagen:” gäbe es den Krieg nicht…”! Es gibt ihn nun mal und die Sanktionen tragen AUCH zu den Preissteigerungen bei. Und nur zu Erinnerung, ich bin für Sanktionen! Vielleicht nicht auf diese Art und Weise aber insgesamt dafür.
Übrigens, gestern ARD Tagesthemen… Die Sanktionen wirken sehr langsam, Russland hat noch lange Geld genug und in der Bevölkerung ist davon noch nicht viel angekommen, sie genießen den warmen Sommer. Nur mal als Info!

Maurus
Maurus
Tratscher
1 Monat 9 Tage

160 mio Tonnen als Tierfitter verschwendet. Nur in Europa

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