Benedikter fordert Senkung des Strompreises

SEL: Gewinn von 74 Mio. Euro

Donnerstag, 23. April 2015 | 13:33 Uhr

Bozen – Die Landesenergiegesellschaft SEL kann bei der Bilanz ihrer Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2014 einen Gewinn von 74 Millionen vorweisen. Laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten wurde der Gewinn damit um 20 Prozent gesteigert.

Außerdem konnte die Nettoverschuldung auf 67,4 Millionen Euro verringert werden. Gleichzeitig soll die Fusion mit den Etschwerken in der ersten Juli-Woche über die Bühne gehen. Gestern Abend hat der Bozner Gemeinderat mehrheitlich der Verbindung zugestimmt.

Die Erträge aus Verkäufen und Leistungen lagen bei 672 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr 2013. SEL-Generaldirektor Albert Stuflesser sprach laut „Dolomiten“ vom „erfolgreichsten Jahr der SEL-Geschichte“.

Stolz zeigt sich das Unternehmen vor allem in Zusammenhang mit dem Bilanzpunkt Mehrwert, der mit 141 Millionen Euro zu Buche schlägt. „Dieser Mehrwert für Südtirol zeigt sich in Form von Steuern, Personalkosten, Umweltgebühren oder Aufträgen an lokale Firmen“, erklärt SEL-Präsident Wolfram Sparber gegenüber den „Dolomiten“.

Doch es wurde auch der Blick in die Zukunft gerichtet. Die neue Gesellschaft, das aus der Fusion zwischen SEL und Etschwerken hervorgehen soll, wird italienweit eines der größten Energieunternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit der Stromhochzeit stellt sich aber auch die Frage nach der Führung.

Hartnäckigen Gerüchten zufolge soll der derzeitige SEL-Präsident als Generaldirektor im Gespräch sein, schreibt die „Dolomiten“. Sparber wollte dies bislang weder bestätigen noch dementieren.

Zufrieden zeigte man sich auch, weil die Rekurse und Streitigkeiten der vergangenen Jahre gelöst werden konnten. Die Konflikte mit den Stadtwerken Brixen, mit dem Vinschger Energiekonsortium und den Eisackwerken wurden beigelegt.

Zumindest ungewöhnlich wirkt aber nach wie vor die Tatsache, dass der SEL letzthin neun der zehn strittigen Konzessionen zugesprochen wurden. Damit hätten der damalige Energielandesrat Michl Laimer und SEL-Generaldirektor Maximilian Rainer vor zehn Jahren also „umsonst“ getrickst. „Offensichtlich hat unsere Technik-Abteilung damals schon hervorragende Arbeit geleistet“, erklärte Sparber dazu gegenüber den „Dolomiten“.

Benedikter fordert Senkung des Strompreises

Der Bozner Gemeinderat hat gestern die Fusion von Etschwerken und SEL definitiv abgesegnet.

„Damit ist auch die schon am 10. Dezember des Vorjahres beschlossene Initiative zur Strompreisreduzierung definitiv rechtskräftig: Denn der Gemeinderat hatte damals auf meinen Antrag hin den Bürgermeister der Stadt Bozen verpflichtet, die Reduzierung der Strompreise für die privaten Haushalte und die Wirtschaft um mindestens 20 Prozent zu betreiben“, schreibt Rudi Benedikter.

„Vor kurzem hat der Landeshauptmann, ‚in den nächsten Monaten eine neue Tarifpolitik im Energiesektor’ angekündigt. Der gestrige Fusionsbeschluss des Bozner Gemeinderates bietet nun den konkreten Anlass, in diesem Sinne die Energiepreise für private Haushalte und Wirtschaft möglichst bald spürbar zu senken“, erklärt Benedikter.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen