In Deutschland werden Semperit-Werke zusammengelegt

Semperit-Sanierung dauert bis Ende 2020

Donnerstag, 23. August 2018 | 10:58 Uhr

Für den Vorstand des angeschlagenen Gummi- und Kautschukherstellers Semperit steht die Restrukturierung des Konzern noch bis Ende 2020 an oberster Stelle. Im Zuge des Umbaues werden weitere erhebliche Einmalbelastungen auch in den kommenden Quartalen nicht ausgeschlossen. Im ersten Halbjahr 2018 gab es einen Verlust von 67,4 Mio. Euro, nach 21,2 Mio. Euro ausgewiesenem Gewinn per Juni 2017.

Die Restrukturierungen sind zuletzt beschleunigt worden: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden bereits Werke in Frankreich und China geschlossen. In Deutschland wird derzeit der Standort Dalheim in das Werk Hückelhoven integriert, ein Verkauf von Roiters in Italien wird geprüft. Die Restrukturierungskosten sind hoch, im Sektor Medizin musste eine Wertminderung von 55,2 Mio. Euro vorgenommen werden, die Schließung in China belastete das EBIT mit 7,9 Mio. Euro.

Ob es zu weiteren Änderungen im Portfolio oder der Produktion in den bestehenden Segmenten – Semperflex, Semperform, Sempertrans und Sempermed – kommen wird, werde der Vorstand Schritt für Schritt entscheiden, heißt es im heute, Donnerstag, veröffentlichten Halbjahresbericht. Der Ausblick für die nächsten Quartale bleibt aufgrund der Entwicklungen ausgesetzt.

Im Zuge des laufenden Restrukturierungsprozesses will sich der Vorstand zunächst insbesondere auf das organische Wachstum im Bereich Industrie konzentrieren, zu dem die Segmente Semperflex, Semperform und Sempertrans zählen. Die Kapazitäten sollen weiter ausgebaut werden, rund 80 (2017: 74,5) Mio. Euro will Semperit 2018 dafür investieren.

Nach Abschluss des Transformationsprozesses Ende 2020 soll die Semperit-Gruppe eine EBITDA-Marge von rund 10 Prozent erzielen.

Der Konzernumsatz von Semperit lag im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent unter dem Vorjahreshalbjahr. Im Sektor Industrie stieg er um 4,0 Prozent, im Sektor Medizin ging er dagegen um 13,4 Prozent zurück. Das um die Schließungskosten in China bereinigte EBITDA stieg um 45,3 Prozent auf 32,7 Mio. Euro, die bereinigte EBITDA-Marge von 4,9 auf 7,3 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) ging von 54,3 auf 49,8 Mio. Euro zurück, bereinigt um die Sondereffekte hat es sich von 6,2 auf 13,2 Mio. Euro verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich drastisch von 1,03 auf -3,33 Euro. Mit eine Eigenkapitalquote von 39,4 Prozent verfüge Semperit über eine weiterhin solide Kapitalausstattung, heißt es.

Die Semperit-Aktie hat auf die Halbjahreszahlen mit einem Kurssprung von über 6 Prozent auf 15,90 Euro reagiert. Im laufenden Jahr hat die Aktie allerdings bereits 28 Prozent verloren.

Von: apa