"Zweisprachigkeit endet nicht am Internet-Browser“

SIAE: “Digitalisierung darf nicht auf Kosten der Zweisprachigkeit gehen”

Dienstag, 29. September 2015 | 11:17 Uhr

Bozen – Die Arbeitsgruppe „Recht auf Muttersprache“ der Süd-Tiroler Freiheit warnt davor, dass die Digitalisierung von Dokumenten und Behördengängen nicht auf Kosten der Zweisprachigkeit gehen darf. Jüngstes Beispiel sei die Homepage der Autoren- und Verlegervereinigung SIAE. „Die neue Website ermöglicht es beispielsweise, Genehmigungen für private Feiern online anzufordern. Leider wieder ausschließlich in italienischer Sprache. Die hart erkämpfte Pflicht zur Zweisprachigkeit endet nicht am Internet-Browser.“

„Immer mehr Dienste werden vom Staat digitalisiert und Bürgern wie Unternehmern vorgeschrieben. Viele dieser Dienste werden jedoch ausschließlich in italienischer Sprache angeboten. Das Dekret zur Gleichstellung der Sprachen ist seit über 25 Jahren in Kraft und noch immer muss um die Umsetzung bei ‚normalen‘ Zetteln gerungen werden. Nun kommt mit der Digitalisierung ein weiteres Feld hinzu“, gibt Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung und Fraktionssekretär der Süd-Tiroler Freiheit, zu bedenken. „Die Pflicht zur Zweisprachigkeit ist eine Grundsäule der Autonomie und Verletzungen dieses Grundrechts dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden.“

Die Süd-Tiroler Freiheit ruft die Landesregierung deshalb dazu auf, beim Thema Zweisprachigkeit mehr Sensibilität an den Tag zu legen und die Einhaltung des Sprachendekrets auch im Internet mit Nachdruck einzufordern.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen