Streik an Berliner Flughäfen führt zu Ausfällen

Sicherheitspersonal am Berliner Flughäfen streikt am Montag

Samstag, 05. Januar 2019 | 14:41 Uhr

Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Sicherheitsfirmen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld für Montagmorgen zu einem fast vierstündigen Warnstreik aufgerufen. Dadurch könne es zu starken Beeinträchtigungen bei der Abfertigung kommen, sagte ein Sprecher am Samstag. Die Aktion soll von 5.00 Uhr bis 8.45 Uhr laufen.

Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline zur Lage informieren, hieß es bei der Flughafengesellschaft. Hintergrund sind die bisher ergebnislosen deutschlandweiten Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Zum Jahresende war die Friedenspflicht ausgelaufen. Die Gewerkschaft hatte bereits vor Weihnachten nach erneut erfolglosen Gesprächen angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an “vielen deutschen Flughäfen” die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört.

Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte der Verdi-Sprecher. Am 23. Jänner sollen die Verhandlungen in Berlin fortgesetzt werden.

Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Die Ferienzeit der einzelnen deutschen Bundesländer soll dabei jedoch ausgeklammert werden. Auf den beiden Berliner Airports sind laut der Gewerkschaft rund 3.000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt.

Nach der letzten Runde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein.

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro. Bisher erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde.

Nach den letzten Gesprächen hatte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite, gesagt: “Verdi will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken.” Nach seiner Darstellung habe die Gewerkschaft stur an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro festgehalten. Das würde in einzelnen Tarifgebieten bis zu 55 Prozent mehr Geld bedeuten. Die Arbeitgeber hätten 2 bis 8,1 Prozent pro Jahr angeboten.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz