Briten hofften auf Auftrag

Siemens baut Londoner U-Bahn-Züge in Wien: Briten enttäuscht

Freitag, 01. Februar 2019 | 21:29 Uhr

Siemens wird die im vergangenen Sommer bestellte neue Zugflotte für die Londoner U-Bahn großteils in Wien und Graz bauen – das berichtete die britische Regionalzeitung “The Northern Echo” am Freitag. In England hatte man gehofft, dass Siemens die neuen Züge in seiner neuen Fabrik im ostenglischen Goole produzieren würde und fühlt sich von Siemens getäuscht.

Die deutsche Siemens Mobility hatte im Juni 2018 bei der Ausschreibung der Londoner Verkehrsbetriebe (Transport for London, TfL) für den Großauftrag im Wert von 1,7 Mrd. Euro die beiden Mitbewerber Hitachi und Bombardier ausgestochen, die gemeinsam geboten hatten. Dabei ging es um 94 U-Bahn-Züge, die ab 2023 die aus den 1970er Jahren stammenden Züge auf der Picadilly-Linie ersetzen sollen. Geplant sei, danach auch die Züge für drei weitere Linien bei Siemens zu bestellen, hieß es damals. Produziert werden sollte in einer neuen Siemens-Fabrik in Goole im Nordwesten Englands – das war jedenfalls die Hoffnung der britischen Auftraggeber.

In einem mit 31. Jänner 2019 datierten Brief an den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan kritisiert der britische Unterhausabgeordnete Phil Wilson jedoch, dass Siemens zwei Drittel der Züge in Wien bauen wolle. Außerdem habe Siemens bestätigt, sämtliche Drehgestelle in Graz produzieren zu wollen, schreibt Wilson, in dessen Wahlbezirk die Hitachi-Fabrik im nordenglischen Newton Aycliffe liegt. Siemens wollte den Bericht gegenüber der APA nicht kommentieren.

“Siemens hat sich verpflichtet, eine neue Fabrik in Goole zu bauen, die aber nicht rechtzeitig fertig wird, um die Zugflotte für die Piccadilly-Linie in Großbritannien zu Bauen”, schreibt der Abgeordnete Wilson. Die neue Siemens-Fabrik in Goole werde nicht vor 2023 in Betrieb gehen. Nur einen Tag zuvor hatten Gewerkschafter ihre Sorge um die Zukunft des Hitachi-Werks ausgedrückt, das eine Stammbelegschaft von 750 Leuten hat. Die Bestellungen für neue Züge würden im nächsten Frühjahr abgearbeitet sein und derzeit gebe es für Hitachi keine neuen Aufträge in der Pipeline, heißt es.

“Ich bin zutiefst enttäuscht zu hören, dass die Fabrik in Goole nicht in der Lange sein wird, den Auftrag vollständig auszuführen, während es in meinem Wahlbezirk eine Zugfabrik gibt, die über die notwendigen Arbeitskräfte, die Erfahrung und die Zulieferkette verfügt, um den Auftrag gemeinsam mit Bombardier auszuführen”, heißt es im Brief des Abgeordneten Wilson an den Londoner Bürgermeister.

Hitachi fordert Schadenersatz von den Londoner Verkehrsbetrieben. Man sei in der Lage, die Züge in England zu bauen und so mehr Wertschöpfung in London und im Rest des Landes zu generieren, hieß es seitens des Unternehmens.

Ein Sprecher von Bürgermeister Khan erklärte, der Bürgermeister sei in den Vergabeprozess nicht involviert gewesen. Die TfL seien überdies an EU-Bestimmungen gebunden gewesen, wonach britische Hersteller oder Produktionsstandorte nicht direkt bevorzugt werden dürften. Die EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs soll plangemäß am 29. März 2019 enden.

Siemens-Österreich ist offenbar bemüht, die Wogen etwas zu glätten. In England hatte man gehofft, die neuen Züge im ostenglischen Goole zu produzieren und fühlt sich von Siemens getäuscht. Das Werk in Goole werde gebaut, im Endeffekt würden 1.700 indirekte Jobs in UK geschaffen, betont Siemens Österreich am Freitagabend.

Diese Fabrik werde bis zu 700 Leute beschäftigen. Weitere 250 Personen werden während der Bauphase der Fabrik beschäftigt. Im Endeffekt werden rund 1.700 indirekte Jobs in UK geschaffen. Die Londoner Verkehrsbetriebe (Transport for London, TfL) und Siemens “arbeiten intensiv zusammen, um die Zahl der Züge für die Piccadilly Line zu maximieren, die in dieser Fabrik gebaut werden”, so Braun weiter.

Von: apa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Siemens baut Londoner U-Bahn-Züge in Wien: Briten enttäuscht"


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NixNutz
NixNutz
Superredner
17 Tage 11 h

Und das ist der anfang vom Brexit! Selbst schuld ihr briten! Und wer geglaubt hat es ht keine folgen lügt sich selbst an!

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
17 Tage 11 h

@NixNut
Im gegenteil mit dem Brexit hätte man die Ausschreibung nicht EU weiht machen müssen. Wäre der Auftrag in England geblieben. Also wäre es eine positive Folge des Austritt.

NixNutz
NixNutz
Superredner
17 Tage 8 h

@der echte Aaron siemens werd woll a deutsche firma sein?! Donn derfen sje entscheiden wo sie produzieren. Oder etwa nicht? Und bevor i es geld in die briten schenk weris woll indo eu gebm?’

oli.
oli.
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

Immer gut wer sich in der Wirtschaft auskennt und EU Bestimmungen , da gibt es Gesetze was man einhalten muss .
Wäre England nicht drin wäre es eine Ausschreibung in England gewesen.

Hitachi ist GB ?

NixNutz
NixNutz
Superredner
16 Tage 19 h

@oli. So a schmorrn. Sem bauense indo eu und vokafn ins auslond punkt. Do brauchts nor koa auschreibung mehr! Export und schluss

typisch
typisch
Universalgelehrter
17 Tage 12 h

Eu lobbyisten sache

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

leg doch einmal eine andere schallplatte das ist ja langweilig!!!

typisch
typisch
Universalgelehrter
17 Tage 7 h

@falschauer
Du bist verliebt in merkel?

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

@typisch in matteo ganz sicher nicht, aber auch angela ist nicht meine kragenweite obwohl ich sie sehr schätze….

typisch
typisch
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

@falschauer
Für die friedlichen waffenexporte oder für die verarmung der unterschicht?

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

@typisch was willst du von mir hören waffen sind in kontrast zum frieden oder glaubst du ich kann nicht 1 und 1 zusammenzählen…und die sogenannte unterschied wie du sie nennst, war immer schon ärmer als alle anderen…der slogan deiner freunde “abbiamo sconfitto la povertà” ist lächerlich das wird niemanden gelingen….also..??….fake news wie so vieles

OrB
OrB
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

Willkommen beim Brexit.

M.A.
M.A.
Neuling
16 Tage 22 h

Das sind die geschwülste der überbürokratierten EU. Solche Projekte müssen EU weit ausgeschrieben werden, dann kann es natürlich sein, dass heimische Unternehmen nicht zum Zuge kommen.
In diesem Fall kommt das natürlich gut, kann man gleich gegen den Brexit wettern.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 14 h

Also ih find des super!

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

das sind die ersten folgen des brexits liebe briten….ihr seit selbst schuld und habt den lügen und versprechungen der brexitpromotoren geglaubt…..es kommt noch viel dicker wenn der finanzmarkt von london nach frankfurt und paris übersiedeln, zigtausende arbeitsplätze werden dabei verloren gehen….das wird jedoch auch andere sparten betreffen, man munkelt dass 500.000 arbeitsplätze verloren gehen werden
https://www.handelsblatt.com/politik/international/grossbritannien-ungeordneter-brexit-wuerde-500-000-jobs-kosten/20836572.html

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