Konzern hat russische Firma Technopromexport verklagt

Siemens verlor Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

Sonntag, 20. August 2017 | 17:05 Uhr

Siemens hat im Streit um sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten. Das Moskauer Schiedsgericht lehnte es in einer Eilentscheidung ab, die vier Turbinen zu beschlagnahmen, wie russische Medien am Sonntag berichteten. Die Klage sei nicht begründet.

Der Konzern hatte die russische Firma Technopromexport verklagt, weil die Gasturbinen entgegen der Lieferverträge und trotz der EU-Sanktionen auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel gebracht worden waren. Siemens verlangt den Rücktransport der Turbinen oder die Rückabwickelung des gesamten Geschäfts. In der Hauptsache soll vom 18. September an verhandelt werden, hieß es.

Die Münchner waren nach eigenen Angaben bei Vertragsabschluss 2015 davon ausgegangen, dass die Ausrüstung an ein Kraftwerk auf der südrussischen Halbinsel Taman geliefert werden sollte. Schon damals berichteten russische Medien jedoch, dass die Turbinen auf die Krim gelangen könnten.

Gebaut wurden die Turbinen von der Siemens-Tochter SGTT in St. Petersburg. Moskau beharrt darauf, die Anlagen auf der Krim seien russische Fabrikate. Nach Aufflammen des Streits im Juli hatte Siemens Konsequenzen für sein Russland-Geschäft angekündigt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Siemens verlor Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Dass die als Sanktions Gengenmaßnahme  Siemens nicht total des Landes verweisen ??
Technik aus China und Japan ist denen sowieso eine Spanne voraus.

berthu
berthu
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Pro forma – Aktion. Verkauft wird alles und überallhin! Die EU hat sich sowieso nur ins eigene Fleisch geschnitten mit dem Exportverbot. Zuerst jahrzehntelang Export aufbauen, investieren und dann verbieten. Wenn schon- muß die Waffenproduktion verboten werden. Denn wo keine Waffen, kein Mißbrauch und Morden.

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