Die Gruppe übernimmt 49 Prozent der Beteiligungsgesellschaft

Signa-Gruppe steigt via Funke bei “Krone” und “Kurier” ein

Montag, 12. November 2018 | 14:09 Uhr

Rene Benkos Signa Holding schnuppert Medienluft und steigt dafür gleich bei “Kronen Zeitung” und “Kurier” ein. Dies geschieht über eine 49-prozentige Beteiligung an der WAZ Ausland Holding GmbH. Über diese hält die deutsche Funke-Gruppe 50 Prozent an der “Krone” und fast die Hälfte am “Kurier”. Der Deal wurde am Montag per Aussendung bekanntgegeben.

Die Zusammenarbeit starte “nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden”. Signa hielte dann durchgerechnet 24,22 Prozent am “Kurier” und 24,5 Prozent an der “Krone”. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Benko begründete seinen Einstieg bei der “Krone” und “Kurier”-Beteiligungsgesellschaft mit seiner Strategie, “einer der führenden Multichannel-Anbieter in Europa zu werden”. Es handelt sich um sein erstes Medieninvestment. Funke-Geschäftsführer Michael Wüller sah in Signa einen “starken Partner für unsere verlegerischen Aktivitäten in Österreich”.

Beide strichen in der gemeinsamen Aussendung die Herausforderung für die Branche durch die Digitalisierung hervor. Diese löse “die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen auf”, erklärte Benko. Sein Know-how “in der Transformation starker Marken” werde er in die Partnerschaft einbringen.

Die Funke-Gruppe ist seit 1987 bei der “Kronen Zeitung” an Bord, seit 1988 beim “Kurier” – damals firmierte der Konzern noch als Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Die Fifty-Fifty-Konstellation beim mächtigen Kleinformat ist nicht unproblematisch. Seit Jahren schwelt ein Gesellschafterkonflikt, der immer wieder vor Schiedsgerichten endet. Gerüchte über einen Verkauf der Funke-Anteile machen regelmäßig die Runde. In diesem unharmonischen Gleichgewicht könnte der Signa-Deal eine neue Dynamik schaffen.

Auffällig ist dabei auch, dass er publik wird, kurz nachdem das Erbe von “Krone”-Gründer Hand Dichand geregelt wurde – acht Jahre nach seinem Tod. Seit Ende September halten Helga Dichand und ihre drei Kinder Michael, Johanna und Christoph den 50-Prozent-Anteil Dichands an der “Krone” zu gleichen Teilen, somit zu je 12,5 Prozent.

Originelles Detail am Rande: Benko legt derzeit ein Faible für Investments in Wien-Heiligenstadt an den Tag. Zuletzt erwarb er den “APA-Turm” in der Gunoldstraße im 19. Bezirk – direkt gegenüber von der “Kronen Zeitung” mit der Adresse Muthgasse 2. Und auch der “Kurier” logiert seit 2014 in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Von Raiffeisen-Seite ist der Einstieg gelassen kommentiert worden. Raiffeisen werde im “Kurier” weiterhin “die klare Mehrheitsposition von 51 Prozent” haben und es werde sich somit nichts ändern, sagte der Chef der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien und “Kurier”-Aufsichtsratschef Erwin Hameseder der APA.

Raiffeisen sei von der Vereinbarung zwischen Funke und Signa kurzfristig informiert worden, meinte er. Aber: “Meines Wissens ist es so, dass nach wie vor Funke selbst in der Österreich-Holding die alleinige Kontrolle hat. Unter dieser Voraussetzung ändert sich nichts.” Ebenso wichtig sei, “dass es mit der ‘Krone’ in der Mediaprint weiterhin eine sehr gute Zusammenarbeit gibt”. Die Mediaprint ist die gemeinsame Verlagstochter von “Kronen Zeitung” und “Kurier”.

Keinen Kommentar gibt es von Christoph Dichand, hieß es am Montag auf APA-Anfrage im Büro des “Krone”-Chefredakteurs und -Herausgebers, der die Familie im Gesellschafterausschuss vertritt.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Signa-Gruppe steigt via Funke bei “Krone” und “Kurier” ein"


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Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Langsam aber sicher kriegen auch die Österreicher ihren Benkosconi. Mal schauen wann er in die Politik einsteigt.

Wohlzeit
Wohlzeit
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Genial!!

iwoasolls
iwoasolls
Superredner
1 Monat 2 Tage

olm weita dor benko

FC.Bayern
FC.Bayern
Superredner
1 Monat 1 Tag

super sache Benko 👍

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