Diverse Entwicklungen führen zum Preisanstieg

Sinkendes OPEC-Ölangebot treibt Ölpreise in die Höhe

Donnerstag, 19. April 2018 | 15:38 Uhr

Wachsende Spekulationen auf ein sinkendes Angebot und ein Reuters-Bericht über die Preisvorstellungen Saudi-Arabiens haben Öl weiter verteuert. Laut Insidern greift zum einen die Förderbremse der OPEC und anderer Ölförderer wie Russland. Zum anderen kommt der Preisanstieg auf das höchste Niveau seit Ende 2014 dem weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien gerade recht.

“Die Saudis und ihre Kollegen von der OPEC brauchen aus fiskalpolitischen Gründen höhere Ölpreise”, sagte Greg McKenna, Marktstratege beim Brokerhaus AxiTrader. Saudi-Arabien sei zudem mitten in einem kostspieligen Reformprogramm. “Daher dürften sie die Zitrone weiter ausquetschen, solange sie das können.”

Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Donnerstag um 1,7 Prozent auf 74,72 Dollar (60,3 Euro) je Barrel (159 Liter). So viel musste seit November 2014 nicht mehr für Nordseeöl bezahlt werden. US-Leichtöl WTI kostete mit 69,50 Dollar um 1,5 Prozent mehr und war damit so teuer wie zuletzt im Dezember 2014.

Insider hatten zur Wochenmitte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, der weltgrößte Ölexporteur sei mit einem Ölpreis von 80 bis sogar 100 Dollar je Fass (159 Liter) zufrieden. Vermutlich wolle das Königreich mit einem höheren Ölpreis die Marktbedingungen für den geplanten Börsengang seines staatlichen Ölkonzerns Aramco stützen. “Ich wäre nicht überrascht, wenn Saudi-Arabien einen Ölpreis von 100 Dollar anstreben würde, bis der Börsengang durch ist”, sagte ein Insider Reuters.

2012 war die 100-Dollar-Marke ebenfalls ein saudi-arabischer Wunschpreis. Offiziell haben die OPEC und Saudi-Arabien keine Preisziele. Allerdings lassen sie über Insider den Markt wissen, welcher Preis ihnen recht wäre. Mitte 2014 war die 100-Dollar-Marke angesichts des Ölförderbooms in den USA nicht mehr zu halten gewesen, so dass der Ölpreis zeitweise bis unter 30 Dollar Anfang 2016 absackte. Das war der niedrigste Stand seit Ende 2003. Inzwischen halten OPEC-Insider die Marke von 70 Dollar für das untere Limit des Kartells.

Ein Grund für den Preisanstieg ist auch die Vereinbarung der OPEC und anderer Ölproduzenten wie Russland, die Förderung zurückzufahren. Diese Einigung vom 30. November 2016 ist weiter in Kraft. Im Juni wird erneut über den Erfolg der Maßnahmen auf höchster Ebene beraten. Dieses Treffen wird auf Ministerialebene am Freitag in Jeddah vorbereitet. Aus Sicht der OPEC hat die Förderkürzung funktioniert: Im Februar lag die Ölreserve in den Industrieländern nur noch 43 Millionen Barrel über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Im Jänner 2017 war das Überangebot noch bei 340 Millionen Fässern gelegen.

Unterstützt wurden die Preise auch von Spekulationen auf neue US-Sanktionen gegen den Iran. Das Land ist der drittgrößte OPEC-Produzent. Fraglich ist laut Börsianern, ob der Schieferölboom in den USA letztlich die Teuerung wieder bremsen kann. Viele Experten erwarten, dass die weltgrößte Volkswirtschaft bald auch der größte Ölproduzent der Welt wird. Zuletzt hatten die USA Saudi-Arabien bei der Förderung schon überholt und liegen damit nur noch knapp hinter dem weltgrößten Ölproduzenten Russland.

Von: APA/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Sinkendes OPEC-Ölangebot treibt Ölpreise in die Höhe"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

das ist erst der Anfang ,wir werden noch blaue Wunder erleben !!

Dagobert
Dagobert
Superredner
1 Monat 4 Tage

Ist mir egal, ich tanke sowiso immer nur 50 €

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

die legale mafia schlägt wieder zu.
preis von öl hoch = alle importe für diese mafiosi müssen steigen.
dann hat der spuck ein ende

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