Das Galaxy S9 hat eine variable Blende für schwierige Lichtverhältnisse

Smartphone-Highlights vom Mobile World Congress

Dienstag, 27. Februar 2018 | 13:17 Uhr

Ein Feuerwerk neuer Spitzenklasse-Smartphones ist auf dem diesjährigen Mobile World Congress nicht zu sehen. Die Hersteller konzentrieren sich auf Verbesserungen der Kameras sowie intelligente Anwendungen dafür – und etablieren ein praktisches Bildschirmformat.

Ein breiter Balken oben, ein breiter Balken unten, und auch links und rechts vom Display noch reichlich Rand: So sahen Smartphones lange aus. Spätestens der diesjährige Mobile World Congress in Barcelona (bis 1. März) setzt einen Schlusspunkt unter dieses Designkonzept. Das neue Standard-Format, das nun auch nicht mehr vor der Mittel- und Einsteiger-Klasse haltmacht, heißt 18:9 – oder auch 2:1. Die praktischen wie optischen Vorteile liegen auf der Hand: Mehr nutzbare Displayfläche und kaum noch Ränder.

Auch Sony sattelt bei seinem neuen Oberklasse-Smartphone Xperia XZ2 (800 Euro) auf das neue Format um – sogar mit HDR-fähigen Displays. Und die auf fünf Achsen bildstabilisierte Kamera des XZ2 kann auch 4K-Hochkontrast-Videos aufnehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit lässt sich die Lichtempfindlichkeit des 19-Megapixel-Sensors für Fotos bis ISO 51 200 hochregeln. Den vom Vorgänger XZ1 bekannten Superzeitlupen-Modus mit 960 Bildern pro Sekunde hat Sony ebenso weiterentwickelt wie die 3D-Aufnahmen: Superzeitlupen sind nun in Full-HD-Auflösung möglich, und 3D-Fotos kommen auch von der Frontkamera.

Beim neuen Samsung Galaxy S9 (ab 850 Euro) handelt es sich wie beim Vorgänger streng genommen um ein 18,5:9-Seitenverhältnis. Trotzdem war das Galaxy S8 einer der Vorreiter für randlose Displays. Beim neuen S9 haben die Koreaner vor allem die Kamera weiterentwickelt – etwa durch eine variable Blende für helle wie dunkle Lichtverhältnisse und eine effektivere Rauschunterdrückung. Neu sind AR-Emojis, also Gesichter und Figuren, denen der Nutzer etwa mit Hilfe der Frontkamera und erweiterter Realität (AR) seinen Gesichtsausdruck oder seine Haltung verpassen kann. Mit AR arbeitet auf den S9-Geräten nun auch Samsungs Sprachassistent Bixby. Hält man die Kamera vor ein Gebäude, versucht der Assistent herauszufinden, wo man sich gerade befindet, und zeigt den Namen des Ortes im Kamerabild.

Nokia setzt beim griffigen Nokia 8 Sirocco (750 Euro) nicht nur auf Design mit Glas- und Edelstahlakzenten, sondern hat dem Flaggschiff auch eine 13-Megapixel-Dualkamera mit Zeiss-Optik verpasst. Die bietet neben einem lichtstarken Weitwinkel ein Tele mit zweifachem optischem Zoom. Dieselbe Dualkamera steckt aber auch eine Klasse darunter im Nokia 7 Plus (400 Euro), das mit 6-Zoll-Display in Full-HD-Plus-Auflösung (2.160 mal 1.080 Pixel) im 18:9-Format und leicht geschwungener Rückseite kommt.

Eine Überarbeitung seines derzeitigen Flaggschiffs V30 hat LG mit nach Barcelona gebracht. Das V30S arbeitet mit Funktionen künstlicher Intelligenz (KI), die die Koreaner ThinQ nennen. Diese kommen vor allem der Kamera zugute: Sie analysiert Motive, um den optimalen Aufnahmemodus vorzuschlagen, liefert Vorschläge oder Informationen via Bilderkennung und berechnet über Algorithmen Aufhellungen des Motivs bei schlechten Lichtverhältnissen. LG setzt KI aber auch für Sprachbefehle ein, mit denen Nutzer Anwendungen starten oder Funktionen auswählen. Außerdem ist der Arbeitsspeicher auf 6 Gigabyte (GB) gewachsen, beim Massenspeicher hat der Käufer die Wahl zwischen 128 und 256 GB (V30S+).

Mit dem Blade V9 hat auch ZTE ein neues 18:9-Smartphone im Angebot. Das 5,7 Zoll große Display löst mit Full-HD-Plus auf, neben n-WLAN und Bluetooth 2.0 ist NFC an Bord – allerdings kein USB-C-Anschluss. Mit Snapdragon-450-Prozessor, 3 GB RAM, 32 GB Speicher und Android 8.1 ist das Blade mit aufgerauter, griffiger Plastikrückseite in verschiedenen Farben für 270 Euro zu haben.

Annähernd randlose 5,7 Zoll sind auch das Format, das Hersteller TCL seinem neuen Mittelklasse-Smartphone Alcatel 5 gibt. Allerdings liegt die Auflösung des IPS-Displays nur auf HD-Niveau. Das Deckglas kommt mit 2,5-D-Seitenschliff, das Alu-Gehäuse soll aus einem Stück gefräst sein und präsentiert sich mit gebürsteter Rückseite. Eine Besonderheit ist die Dual-Frontkamera mit Blitz: Sie erkennt, wenn ein Gruppen-Selfie geschossen werden soll, und schaltet dann automatisch vom Porträt- in einen Weitwinkelmodus. Für 230 Euro gibt es das Alcatel 5 mit 3 GB RAM, 32 GB Speicher und einem Achtkern-Prozessor von Mediatek (MTK6750).

Ein günstiges Paket mit diesem Prozessor hat der französische Hersteller Thomson mit dem TH701 (200 Euro) geschnürt. Das 5,9-Zoll-IPS-Display (Full HD Plus 2.220 mal 1.080 Pixel) im 18:9-Format lässt nach links und rechts kaum Rand und kommt in einem 8,5 Millimeter dickem Gehäuse und glattem Plastikrücken. An Bord sind Dualkamera, Fingerabdruckscanner, 4 GB RAM und 32 GB Speicher, n-WLAN und Bluetooth 4.0. Die 3.200 mAh starke Batterie lässt sich entweder schnell über den USB-C-Port laden oder auch drahtlos. Ein passendes, puckförmiges Qi-Ladegerät gehört zum Lieferumfang. Wem das nicht ausgefallen genug ist, der kann auch noch andere Qi-Lader dazukaufen – etwa in Gestalt eines Radioweckers (79 Euro). Thomson verspricht, dass Android 8.1 aufgespielt ist, wenn das Gerät im Mai nach Deutschland kommt.

Von: APA/dpa