Tyler Brûlè spricht über Entwicklungspotentiale Südtirols

SMG Forum 2015: Entwicklungsperspektiven für Südtirol

Donnerstag, 11. Juni 2015 | 18:33 Uhr

Bozen – Am Donnerstag fand im Bozner Waltherhaus das SMG.Forum statt. Im Blickpunkt standen Fragen rund um Wachstum und Entwicklung für Südtirol.
 
Rund 600 Gäste aus der Tourismus – und Dienstleistungsbranche, sowie Agenturen und Marketinginteressierte folgten der Einladung von Südtirol Marketing (SMG).

Die Redner des diesjährigen Forums näherten sich den Perspektiven für eine gute Entwicklung des Südtiroler Tourismus aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine effiziente Steuerung des Tourismus, abgestimmte Daten über Kunden und Angebote, mehr Internationalisierung und die Weiterentwicklung von Netzwerken auch über den Tourismus hinaus waren die wesentlichen Inhalte.
 
Der Blick von außen  

 
Der Hauptreferent Tyler Brûlé ist seit langem deklarierter Südtirol-Fan. Für die Zukunft der Destination lotet er dennoch Verbesserungspotentiale aus, welche nur durch die Bemühungen vieler erreicht werden können.

Der gebürtige Kanadier begann seine Karriere als Berichterstatter für BBC, war als Kriegsreporter in Afghanistan und gründete 2007 das internationale Nachrichten – und Lifestylemagazin „Monocle“ (Monocle ist eines der Vorzeigemodelle weltweit für neue erfolgreiche Medienformate).

Tyler Brûlé zeichnete ein Bild des modernen Reisenden und lobte Südtirol vor allem für die großartige Landschaft, die Authentizität, die Stabilität und seine Gastfreundschaft. Zusätzliches Potential sieht er bei der Gestaltung von Ortskernen, dem Ausbau schneller internationaler Verbindungen, den Sonntagsöffnungen und bei Innovationen im Bereich von Lebensmitteln und Gastronomie.
 
Effizientere Strukturen, Internationalisierung, bessere Erreichbarkeit

 
Für Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in der Landesregierung auch für die Bereiche Wirtschaft und Tourismus verantwortlich zeichnet, ist entscheidend, dass sich die Südtiroler Tourismusbranche auf mehreren Ebenen weiterentwickelt: „Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, benötigt der Tourismus noch effizientere Organisationsstrukturen. Effiziente Organisationen bedeutet, dass weniger Geld für Strukturen aufgewendet werden muss und mehr Mittel für die Erschließung neuer Märkte zur Verfügung stehen.“

Die Organisationsstrukturen, erklärte Landeshauptmann Kompatscher, werden derzeit sowohl auf Landes- als auch auf Bezirksebene neu aufgestellt: „Die Zusammenlegung der vier Dienstleistungsorganisationen des Landes, also SMG, BLS, EOS und TIS, bis zum 1. Januar 2016 wird eine effizientere Steuerung im Tourismus erlauben. Gleichzeitig ist es aber genauso wichtig, dass durch die Neuorganisation von Tourismusvereinen und -verbänden auf Orts- und Gebietsebene – die ohne Zweifel vorhandenen – Verbesserungs- und Synergiepotentiale ausgeschöpft werden. Sind die Strukturen optimiert, stehen mehr Budgetmittel für Kommunikation und Marketing zur Verfügung und diese Gelder benötigen wir unbedingt für die Umsetzung unserer Internationalisierungsstrategie.“

Mehr Effizienz nach innen und die Erschließung neuer Märkte nach außen: Das sind für Landeshauptmann Kompatscher die beiden Eckpfeiler der Tourismusentwicklung. „Gelingt es uns, neue Gästeschichten aus neuen Ländern anzusprechen, so haben wir einen großen Teil, aber noch nicht die ganze Aufgabe gemeistert, denn die neuen Gäste müssen dann auch nach Südtirol kommen“, wies Kompatscher auf einen weiteren unerlässlichen – und noch einzusetzenden – Mosaikstein im Tourismusgefüge hin: die Erreichbarkeit. „Ein gut funktionierender Regionalflughafen und der Ausbau der Anbindungen auf der Schiene spielen dabei die entscheidende Rolle“, ist Kompatscher überzeugt.
 
Südtirol muss internationaler werden
 
Marco Pappalardo, Direktor von Südtirol Marketing, machte die effiziente Steuerung der vielen Daten von Kunden, Infrastrukturen und Angeboten in Südtirol zu einem zentralen Anliegen. Außerdem rief er zu mehr Engagement im Bereich der Internationalisierung auf. Nur so könne man die starke Abhängigkeit von wenigen Märkten abfedern und über weiter entfernte Märkte eine höhere Auslastung und Wertschöpfung erzielen. „Vieles hat sich bereits gut entwickelt, denn heute ist das Englische eine gängige Sprache auf Pisten, Wanderwegen und Speisekarten. Polnische, tschechische und holländische Autokennzeichen sind keine exotischen Farbtupfer mehr“, so Marco Pappalardo.
 
Netzwerke sind Erfolgsgarantien für die Zukunft

 
„Wir verstehen uns als Entwicklungslabor für neue Produkte und als Impulsgeber für Vernetzung. Wir vernetzen Angebote, Daten und Menschen im Tourismus, aber auch darüber hinaus“, meint Uli Rubner, Präsidentin der SMG. Tourismus dürfe sich laut Rubner nicht nur um sich selber kümmern, sondern auch um den verantwortungsvollen Umgang mit Kulturlandschaft und Natur. So sind zum Beispiel Produkte wie Bauern(h)auszeichnung und Tage der Architektur gemeinsam mit Bauernbund, Architekturstiftung und weiteren Partnern entstanden.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen