Ungarns Sondersteuer trifft RBI

Sondersteuer in Ungarn könnte RBI mit 40 bis 50 Mio. treffen

Freitag, 03. Juni 2022 | 12:38 Uhr

Unter heimischen Finanzunternehmen geht das Warten auf mehr Details zur geplanten ungarischen Sondersteuer vorerst weiter. Es gebe nach wie vor zu wenig Informationen, um nähere Aussagen treffen zu können, hieß es am Freitag von Banken und Versicherern. Einzig die Raiffeisen Bank International (RBI) traute sich eine erste Schätzung zu: möglich seien Auswirkungen auf die ungarische Tochter “in einer Größenordnung von 40 bis 50 Mio. Euro pro Jahr”, so die RBI zur APA.

Endgültige Berechnungsdetails für die Steuer gebe es aber noch nicht. Im Vorjahr 2021 hat die RBI in Ungarn einen Nachsteuergewinn in Höhe von 101 Mio. Euro geschrieben, insgesamt blieben bei der in mehreren Ländern Osteuropas tätigen Bank unterm Strich rund 1,4 Mrd. Euro übrig.

Die Erste Group wartet weiter auf den Gesetzesentwurf, rechnet aber mit begrenzten Auswirkungen. “Auf Konzernebene gehen wir aktuell von einem nicht substanziellen Impact aus,” so ein Sprecher in einem Statement zur APA. Konkrete Zahlen nannte er nicht. 2021 habe Ungarn aber mit 156 Mio. Euro zum gesamten Konzerngewinn (rund 1,9 Mrd. Euro) der Erste Group beigetragen. Auch die Vienna Insurance Group (VIG) will erst auf die Veröffentlichung des tatsächlichen Gesetzes warten, bevor sie sich dazu äußert.

Ende Mai hatte die ungarische Regierung angekündigt, ausländische Firmen bestimmter Branchen, die “Extra-Profite” erwirtschaften würden, mit Sondersteuern zu belegen. Als Gründe wurden der Krieg in der Ukraine, die Sanktionspolitik der EU und die dadurch ausgelöste Teuerung genannt. Betroffen sind neben Banken und Versicherungen auch Energieunternehmen, Handelsketten, Telekom-Unternehmen, Fluggesellschaften, Pharma-Unternehmen und die Werbewirtschaft. Geplant ist, dass die Sondersteuer heuer und im kommenden Jahr abzuführen ist.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erhofft sich von der Maßnahme Einnahmen in Höhe von 800 Milliarden Forint (2,1 Mrd. Euro), davon würden allein 300 Milliarden Forint auf die Banken entfallen. Neben der heimischen Erste Group und der RBI ist unter anderem auch die Bank-Austria-Mutter UniCredit in Ungarn aktiv.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz