Expansion nach Norditalien im Visier

Sparkasse: Diese Strafen drohen Ex-Verwaltungsräten

Mittwoch, 01. Juli 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Keine leichten Zeiten für die Südtiroler Sparkasse: Nach dem Rekordverlust von 231,1 Millionen Euro, dürften nun saftige Strafen für die ehemaligen Verwaltungsräte folgen.

Der Hintergrund: Ab dem Jahr 2008 begann die Sparkasse unter dem damaligen Präsidenten Norbert Plattner im großen Stil in Norditalien zu expandieren – eine grobe Fehlentscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellt, schreibt das Tagblatt Dolomiten.

Die Expansion war zum einen zeitlich ungünstig – kam es doch in diesem Jahr auf den internationalen Finanzmärkten zu massiven Turbulenzen – und zum anderen auch strategisch unglücklich: Ein guter Teil der notleidenden Kredite und somit des Verlustes, stammen aus diesem Einzugsgebiet.

Die italienische Börsenaufsicht Consob machte sich daher schon im Vorjahr auf die Suche nach den Verursachern dieser Misere. Auch die Banca d’Italia war im heurigen Frühjahr in der Sparkasse, um alle Akten und Vorgänge genauestens zu überprüfen.

Gestern wurde dem Verwaltungsrat der Sparkasse der Bericht dazu vorgestellt: Zwar ist zum Inhalt nichts bekannt, doch es ist laut den „Dolomiten“ zu erwarten, dass vor allem die ehemaligen Verwaltungsräte, unter denen die Expansion in Norditalien stattfand, mit Strafen rechnen müssen.

Laut Indiskretionen dürften es zwischen 2.500 und 250.000 Euro pro Person sein. Diesbezügliche Schritte sollen eingeleitet worden sein. Ein Ergebnis dürfte erst Anfang des kommenden Jahres vorliegen.

Unterdessen scheint es für die Bank aber doch einen Lichtblick zu geben. Angeblich wird die Sparkasse im ersten Halbjahr wieder einen leichten Gewinn einfahren.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen