Der Sparkassenverband ist auch gegen eine Obergrenze für Barzahlungen

Sparkassenverband lobbyiert für Bargeld

Dienstag, 13. Juni 2017 | 16:55 Uhr

Der Österreichische Sparkassenverband (ÖSPV) lobbyiert für den Erhalt von Bargeld. Es gehe nicht nur um die persönliche Entscheidungsfreiheit der Österreicher, sondern auch um den Erhalt der Privatsphäre, hält ÖSPV-Generalsekretär Franz Portisch in einer Aussendung fest. Der Sparkassenverband sei auch gegen eine Obergrenze für Bargeldzahlungen.

Die Abschaffung von Bargeld sei ein Problem für den Datenschutz: “‘Big brother’ lässt grüßen und raubt den Menschen einen wesentlichen Teil der Privatsphäre, da jede elektronische Zahlungsform Datenspuren hinterlässt”, so Portisch. “Bargeld ist noch immer das am besten funktionierende und am leichtesten zugängliche Zahlungsmittel. Es ist wichtig, gebräuchlich und vor allem für Privatpersonen und Klein- und Mittelbetriebe, die das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft darstellen, das Zahlungsmittel der Wahl.” Internetbanking werde “nie den Menschen und nie das Bargeld ersetzen können und wollen”.

Derzeit gibt es in einigen Ländern Obergrenzen für Barzahlungen. Sie liegen zwischen 1.000 Euro in Frankreich sowie Portugal und 15.000 Euro in Kroatien und Polen. Dazwischen liegen Griechenland (1.500 Euro), Spanien (2.500), Belgien und Italien (je 3.000) sowie die Slowakei (5.000). Bei Zahlungen über 15.000 Euro muss sich in der EU ohnehin jeder ausweisen.

Bis Ende Mai hatte die EU-Kommission eine Umfrage laufen, in der es um eine Harmonisierung der Obergrenze für Bargeldzahlungen ging. Zwar dürfte die EU-Institution erst im Herbst ihre Schlüsse daraus publizieren, die Wünsche der Teilnehmer sind aber eindeutig: 95 Prozent wollen keine Obergrenze, geht aus den auf der Homepage publizierten Ergebnissen hervor. Gut 30.000 Antworten erhielt die EU-Kommission auf ihre Fragen, darunter waren die Österreicher mit 5.724 Antworten (18,88 Prozent) weit überproportional vertreten: Deutschland und Frankreich mit jeweils mehr als einem Drittel der Antworten machen den Löwenanteil aus. 94 Prozent der Antwortenden gaben sich als Privatpersonen aus.

Die Befürworter von Bargeld verweisen vor allem auf die Privatsphäre (87 Prozent) und darauf, dass Bargeld praktisch sei (67 Prozent). Wenn schon Grenzen eingeführt werden, sollten sie eher länderspezifisch und sehr hoch – über 9.500 Euro – sein. Drei Viertel der Teilnehmer erwarten aber eine Behinderung des Geschäfts durch eine Obergrenze. Während 99 Prozent der Teilnehmer kein Vorteil durch eine Obergrenze einfiel, erwarteten drei Viertel konkrete Nachteile. 86 Prozent der Befragten glauben auch nicht, dass Obergrenzen für die Bargeldzahlung im Kampf gegen Terrorismus helfen würden. Knapp zwei Drittel glauben auch nicht, dass die Maßnahme gegen Steuerhinterziehung, organisierte Kriminalität, Geldwäsche oder andere Machenschaften helfen würde.

Von: apa