Arbeitsrechtsreform

Stabilitätsgesetz und Jobs Act: Tagung in der Handelskammer

Mittwoch, 09. September 2015 | 17:53 Uhr

Bozen – In der Handelskammer Bozen hatten heute Interessierte Gelegenheit, sich über die Neuerungen zu informieren, die die Regierung Renzi mit dem Stabilitätsgesetz und dem Jobs Act eingeführt hat. Bereits im Februar und im Mai hatte die Handelskammer zwei Veranstaltungen zur Arbeitsrechtsreform organisiert. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Themas wurde die dritte Tagung in Zusammenarbeit mit der Berufskammer der Arbeitsrechtsberater der Provinz Bozen organisiert.

Ende 2014 wurde das Stabilitätsgesetz erlassen, das ab 1. Jänner 2015 unter anderem einige Neuheiten im Bereich des Arbeitsrechts eingeführt hat bzw. neu regelt. Dazu kommt das so genannte Jobs Act-Gesetz, das die Regierung ermächtigt, eine weitere Arbeitsrechtsreform durchzuführen. Mittlerweile hat die Regierung diverse Reformen durch den Erlass entsprechender Dekrete bereits umgesetzt.

Der Informationsabend im Sitz der Handelskammer Bozen bot Interessierten die Möglichkeit, einen Überblick über die letzten Neuerungen im italienischen Arbeitsrecht zu erhalten. „Mit der aktuellen Arbeitsrechtsreform ist die Regierung Renzi darum bemüht, den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten und auf diese Weise positive Signale für die Zukunft von Arbeitnehmer/innen und Wirtschaftstreibenden zu setzen. Die solide Situation der Südtiroler Wirtschaft sollte außerdem dazu beitragen, dass sich der Arbeitsmarkt verbessern wird“, unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Loris De Bernardo, Präsident der Berufskammer der Arbeitsrechtsberater der Provinz Bozen, informiert: „Der Vertrag ‚mit steigenden Schutzklauseln‘, der vom Jobs Act vorgesehen ist, hat zu einer Zunahme der Abschlüsse von unbefristeten Arbeitsverträgen geführt. Unterstützt wurde dies auch von einer Reduktion der verfügbaren Vertragsformen für eine betriebliche Mitarbeit und zusammen mit der Abgaben-Entlastung, die bis 31. Dezember 2015 in Kraft ist. Auf lange Sicht wird dies zu einer Angleichung des italienischen Arbeitsmarktes an den europäischen führen.

Die Arbeitsrechtsberaterin Ulrike Kofler referierte über die Neuordnung der verschiedenen Arbeitsverträge und über die Möglichkeiten zur Änderung des Arbeitsbereichs von Mitarbeiter/innen nach der Reform. Anton Steiner, ebenfalls Arbeitsrechtsberater, informierte in seinem Beitrag über koordinierte und fortwährende freie Mitarbeit sowie über geringfügige Mitarbeit. Abschließend ergriff Loris De Bernardo noch einmal das Wort und klärte über den Schutz der Rechte von Mitarbeiter/innen im Fall einer Entlassung auf. Im Anschluss wurde auf die Fragen der Teilnehmer/innen eingegangen.

Weitere Informationen erteilt der Generalsekretär der Handelskammer Bozen, Alfred Aberer, Tel. 0471 945 612, E-Mail: alfred.aberer@camcom.bz.it.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen