Es herrscht Sorge über die Inflation

Standard & Poor’s senkt türkische Bonitätsnote

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 05:39 Uhr

Aus Sorge über die Inflation in der Türkei hat die Ratingagentur Standard & Poor’s ihre Bonitätsnote für das Land überraschend gesenkt. Sie werde auf BB-/B von zuvor BB/B nach unten korrigiert, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit. Die Änderung erfolgte demnach nicht im Rahmen einer turnusmäßigen Überprüfung, sondern ist Ausdruck wachsender Sorgen.

Die S&P-Experten erklärten, mit dem Verfall der türkischen Lira werde es für Unternehmen schwieriger, in Fremdwährungen aufgenommene Schulden zurückzuzahlen. Das wirke sich auch auf die Staatsschulden negativ aus, von denen 40 Prozent in anderen Währungen aufgenommen worden seien. Zudem sei die Zentralbank der Türkei zunehmendem Druck der Politik ausgesetzt.

Die Währungshüter erwarten nach eigenen Angaben in diesem Jahr eine Teuerungsrate von 8,4 Prozent. Mittelfristig liegt das Ziel bei fünf Prozent.

S&P hatte türkische Staatsanleihen schon bisher als Ramsch eingestuft. Damit fallen sie für viele Investoren wie bestimmte Fonds als Anlage aus. Eine Herabstufung der Bonitätsnote könnte nun die Zinskosten für die Regierung weiter verteuern.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Standard & Poor’s senkt türkische Bonitätsnote"


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Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
24 Tage 8 h

Erdoan kriegt allmählich seine Rechnung präsentiert. Wenn die Wirtschaft absackt ist es mit dem Konsens der Türken vorbei.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
24 Tage 6 h

So lange er es schafft, andere (die böse EU, bzw. böses Österreich, böses Deutschland, …) bei seinen Leuten glaubhaft dafür verantwortlich zu machen, bleibt er noch im Amt.
Aber schön langsam geht’s berab … hoffentlich.

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