Verbraucher und Umwelt können von neuen Regeln profitieren

Stecker-Solargeräte: Zehnprozentige Stromautonomie vom Balkon direkt in die Steckdose

Dienstag, 28. Juni 2022 | 08:54 Uhr

Margreid – Frei, selbstverwaltet und erneuerbar – viele Wohnungseigentümer, Mieter und Betriebe decken ihren täglichen Strombedarf zu exorbitant hohen Strompreisen von über 40 Cent pro kWh. Sie sind sich oft nicht des solaren Potentials bewusst, welches sie zum Nachteil von Umwelt und Brieftasche mittlerweile vergeuden. Wer nicht eine eigene Photovoltaikanlage hat, deren Installation und Wartung von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss, kann mittlerweile unkompliziert und im Durchschnitt zehn Prozent des Strombedarfs eines Jahres mit einer Stecker-Solaranlage abdecken. Diese sind auch für die Eigeninstallation gedacht und daher, wenn auch kleiner, doch sehr flexibel. Darauf weist der Verbraucherschutzverein Robin aus Margreid hin.

Mit einem „Plug & Play“-Gerät von bis zu 350 Watt sollte man möglichst viel Solarstrom selbst nutzen und eine Netzeinspeisung vermeiden, die nicht entgolten wird. „Wer einen neuen elektronischen Stromzähler (Smart-Meter) hat, der hat kein Problem. Wer nicht sollte mit dem Stromverteiler reden“, so der Verein.

Vorteile für Brieftasche und Umwelt

In einem Jahr kann man bei einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung mit einer Produktion von 300 kWh rechnen, die sich in einer niedrigeren Stromrechnung niederschlagen, wenn man möglichst die gesamte Produktion davon selbst verbraucht hat. Die Mini-Solarsysteme produzieren in der Regel genug Strom, um an sonnigen Tagen einen wesentlichen Teil der Grundlast zu decken.

Bei einem derzeitigen Strompreis von 41,34 Cent/kWh im geschützten Strommarkt (in dem sich die meisten Stromabnehmer befinden) sind das, optimalerweise in Summe über 124 Euro pro Jahr. Die Kosten eines Steckersolargeräts belaufen sich ab 325 Euro aufwärts (z.B. enelxstore.com mit Skonto auf der Rechnung 50 Rechnung, eet-solare.it, microfotovoltaico.it, beemenergy.it, ipersolar.com, mrwatt.eu). Damit beträgt die Ammortisierungszeit weniger als drei Jahre, wobei die Geräte auch 20 Jahre halten können. Also eine gute Investition, die sich fast alle, die einen guten Standort haben, leisten können.

Der eingesparte Strom muss nicht aus dem Stromnetz mit dem Strommix bezogen werden, der über der Hälfte aus fossiler Energieverstromung besteht. Fossile Energie wird damit mit erneuerbarer ersetzt. „Hier können die Haushalte Schritte in die energetische Unabhängigkeit und den Einstieg in die Energiewende konkret erleben und ausprobieren“, betont der Verbraucherschutzverein.

Steuervorteile

Dank des im Haushaltsgesetz vorgesehenen „Bonus Casa“ können Privatkunden 50 Prozent der Ausgaben für die Gebäudesanierung und 65 bzw. 50 Prozent der Ausgaben für die energetische Sanierung absetzen. Auf diese Weise ist es möglich, von der Einkommensteuer über zehn Jahre hinweg die entstandenen Kosten in gleichen Raten zurückzufordern. Alternativ kann man auch den Rabatt auf der Rechnung oder die Abtretung des Steuerguthabens in Anspruch nehmen (z.B. an Dritte wie eine Bank), wodurch man sofort von der Steuervergünstigung profitiert. Als nachgezogenes System kommen Steckersolargeräte auch für den Anreiz des 110-prozentigen Superbonus in Frage.

Die Anschlussregeln

Bereits im August 2020 hat die Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (ARERA) mit dem Beschluss 315/2020/R/eel den „Testo Integrato Connessioni Attive (TICA)“ geändert und neue, vereinfachte Anschlussverfahren für Stromerzeugungsanlagen von weniger als 800 Watt eingeführt. Zu den neuen Technologien gehören auch die so genannten „Plug & Play“-Systeme, d. h. Systeme mit einer Nennwirkleistung von höchstens 350 W, die nicht installiert werden müssen und von den Verbrauchern direkt an eine entsprechende Steckdose angeschlossen werden können.

Tipp und Einschätzung

„Wenn Sie möglichst viel Solarstrom selbst nutzen und eine Netzeinspeisung vermeiden möchten, ist ein Standard-Solarmodul mit 300 bis 350 Watt angesagt. Prinzipiell könnten auch Stecker-PV-Systeme mit höherer Leistung aufgebaut werden. Der bei einer Photovoltaikanlage höhere Installationsaufwand lohnt sich finanziell aber meist erst bei deutlich größeren Anlagenleistungen von mehr als drei Kilowatt“, erklärt der Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin, Walther Andreaus.

Leider sei die Landesstromgesellschaft Alperia beim Thema Steckersolargeräte abwesend. Sie sollte die Südtiroler Stromabnehmer informieren, tue es aber nicht, bedauert Andreaus. „Dabei können sich die Stromkunden, mit so einem Gerät den im letzten Moment von der Landesregierung zurückgezogenen Südtiroler Strombonus doch noch zukommen lassen. Damit wird vielleicht verständlich, warum die Informationen so spärlich fließen.“

Bauingenieur Roman Bodner sieht Steckersolargeräte als sinnvolle Anschaffung für jene, die sich keine Photovoltaikanlage leisten können. Er unterstreicht: „Durch eine dauerhafte, auch nur teilweise Verschattung oder Verschmutzung der Module kann es zu Ertragsminderungen kommen, die sich deutlich stärker auswirken als bei einer Photovoltaikanlage. Daher sollten Sie Ihr Modul regelmäßig überprüfen und von Schmutz befreien.“

Weitere Infos: robinreport.it

Von: mk

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

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18 Kommentare auf "Stecker-Solargeräte: Zehnprozentige Stromautonomie vom Balkon direkt in die Steckdose"


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kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

Habe mir heute einen Hamster und ein kleines Laufrad besorgt. Mal schauen wie viel Strom erzeugt werden kann

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 12 Tage

Das Futter für den Hamster ist aber durch den Krieg teurer geworden.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 12 Tage

@Neumi
…nor war besser a Windradl aufn Balkon…

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 12 Tage

@ Doolin Der Wind wird auch noch teurer, wart’s nur ab.

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 12 Tage

In den Städten ist das alles super machbar….

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 12 Tage

primetime@
wie wäre es mit einer gemeinschaftsanlage auf dem dach? kommt allen zugute, und funktioniert auch in der stadt…

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 12 Tage

Die Dächer sind dafür teilweise zu klein in der Fläche um die Kosten zu rechtfertigen. Gleichzeitig ist die Leistung dermaßen klein dass es sich nicht rentiert

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@primetime…..was für ein Schwachsinn! Warum soll sich das nicht rentieren? Sonnenstunden haben wir genug….

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 12 Tage

Aja? Du weißt dass diese eigentlich richtung Süden ausgerichtet werden sollten damit man am meisten von der Sonne abbekommt?
Und nochmal – nicht jedes Haus hat ideale Voraussetzungen dafür. Es war schon ein Techniker hier und hat das geprüft. Es rentiert sich nicht da es zu wenig Ausbeute im Vergleich zu Mieter und Investitionssumme gibt.
Soviel zum Thema Schwachsinn! Hauptsache groß daherreden und von tuten und blasen keine Ahnung haben

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 12 Tage

wir wollen den strombonus! z.b. 2000 kwh energie/haushalt . die transportkosten sind legitim und können verrechnet werden!
unsere wasserkraft, unser strom…

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@traktor… und wer soll die Produktions-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten bezahlen? Gratistrom für wen? Alle? Nur Südtiroler? Unternehmen? Gar nicht so einfach! Vielleicht sollte man beginnen, Strom zu sparen! Gratisstrom würde die Verschwendung nur erhöhen!

Stryker
Stryker
Tratscher
1 Monat 12 Tage

300kwh es Johr bei ideale Verhältnisse isch a witz…sel brauch i in an Monat locker mehr… viel zu wianig Produktion!Und wella balkon hot so a super loge das er in gonzn tog sunn kriag?

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@Stryker.. .. wer den Groschen nicht ehrt, ist den Taler nicht wert….

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

Ikea bietet das schon an. Soviel zur Marktreife. Die Stromanbieter haben uns jahrelang vera…t, merkt man jetzt. ” Heimholung des Stroms”, von wegen. Wir kaufen den Strom genauso wie alle nicht_ Produzenten an der Strombörse in Rom. Alperia sahnt ab.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@wellen… der Energiesektor wird von einer nationalen Behörde verwaltet…wir leben in der Marktwirtschaft, nicht im Kommunismus! Die Stromanbieter verkaufen Strom. Alternativen zu suchen, liegt in der Verantwortung des Konsumenten! Wir haben die Wahl, geben wir nicht anderen die Schuld! Zu einfach…

Zugspitze947
1 Monat 12 Tage

Wieder mit großen Nachteilen ! denn in Deutschland darf man 600 WATT installieren ! 😝😢👌

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 12 Tage

zugspitze@
wo ist der nachteil? hier darfst du 800 watt installieren…

Zugspitze947
1 Monat 12 Tage

traktor: wer lesen kann ist klar im Vorteil: NICHT installierte !!!!!!!! denn Installierte kosten soooooo viel dass es sich nie rentiert 🙁

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