Erneuter Stellenabbau im Opel-Werk angekündigt

Stellenabbau bei Opel in Wien

Donnerstag, 28. März 2019 | 14:53 Uhr

Die Opel-Fabrik in Wien hat schon bessere Zeiten gesehen. Bereits im Vorjahr wurden 140 Stellen gestrichen. Gerüchte über einen neuerlichen, einschneidenden Jobabbau gab es schon länger. Und nun folgte die nächste Hiobsbotschaft, wonach in der Getriebe- und Motorenfabrik in Aspern bis zu 400 Mitarbeiter – ein Drittel der insgesamt noch 1.200 Beschäftigten – bis zum Jahresende abgebaut werden.

Grund ist das “Auslaufen eines Getriebe-Großauftrags”, zitierte das “Morgenjournal” des ORF-Radio Ö1 den Angestellten-Betriebsratsobmann Franz Fallmann. Die “Kleine Zeitung” hatte bereits am Mittwochabend über den Personalabbau berichtet. Der Standort soll jedoch weitergeführt werden, derzeit befindet sich sogar eine neue Produktionslinie im Aufbau.

Für die betroffenen Mitarbeiter werde mit der Geschäftsführung gerade ein Sozialplan verhandelt, so Fallmann. Zunächst starte aber eine “freiwillige Aktion”, in deren Rahmen sich Mitarbeiter melden können, die bis zum Jahresende austreten wollen. Die womöglich freiwilligen Abgänge werden für die angeordnete gesamte Stellenreduktion aber nicht reichen.

Die Stadt Wien, die dem Werk erst im Juni des Vorjahres eine Fördergeldspritze in Höhe von einer Mio. Euro zuschoss – will nun mit einer Arbeitsstiftung jenen Mitarbeitern helfen, die vom angekündigten Jobabbau im Opel-Werk betroffen sind. “Wir sind für die Leute da und versuchen, den Standort abzusichern”, unterstrich am Donnerstag ein Sprecher von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) auf APA-Anfrage. Ab dem Tag, wo die gekündigten Opel-Mitarbeiter in die Stiftung aufgenommen werden, bekommen sie Arbeitslosengeld und Unterstützung bei Umschulungsmaßnahmen – wie schon die 140 im Vorjahr eingesparten Beschäftigten.

Kritisiert wurde die Stadtregierung indes von der Gewerkschaft. Diese hätte das schon seit längerem in Schwierigkeiten steckende Opel-Werk zwar mit einer Millionenförderung unterstützt. Aber als Bedingung für die Förderung seien lediglich der Fortbestand des Werkes und weiterer Investitionen festgelegt worden, nicht jedoch die Zahl der Arbeitsplätze, die erhalten bleiben müssen, lautete der Vorwurf. Der Hanke-Sprecher entgegnete, das mit der Millionenförderung der Innovationsprozess zur Entwicklung eines Sechs-Gang-Getriebes unterstützt werden soll. Die Subvention sei sehr wohl mit Sanktionsmechanismen versehen, falls es zur Einstellung des Projekts für die neue Produktionslinie und zu einhergehenden Kündigungen kommen sollte.

Von: apa

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