Online Einblick in vorab ausgefüllten Steuererklärungsvordruck

Steuererklärung 2015: Der schnellste Weg zu den Daten

Dienstag, 14. April 2015 | 12:30 Uhr

Bozen – Ab morgen können alle Bürger, die ihre Steuern anhand des Steuervordrucks Modell 730 erklären müssen, das vorab ausgefüllte Modell vom Internetportal der Agentur der Einnahmen herunterladen. "Derzeit wird über die Medien massiv für die Beantragung der Zugriffsdaten bei der Agentur der Einnamen geworben. In Südtirol gibt es aber einen einfachen Weg, um zu diesen Daten zu gelangen", so IT-LRin Deeg.

Mit dem Ziel, die Steuererklärung zu vereinfachen, hat die Regierung in Rom das Steuererklärungsmodell 730 grundlegend geändert. Bürgerinnen und Bürger können ab morgen, 15. April, über die Agentur für Einnahmen online Einblick in ihren neuen, vorab ausgefüllten Steuererklärungsvordruck, den so genannten "Precompilato", nehmen. In diesen Vordruck wurden Einkommen, Darlehenszinsen, Versicherungen und mehrjährige Abschreibungen im Vorfeld eingetragen. Um sich diesen Vordruck anzusehen, ihn herunterzuladen oder auszudrucken, müssen Arbeitnehmende und Rentner ein Registrierungsverfahren durchlaufen, das recht aufwändig ist. Über die Agentur für Einnahmen oder über das NISF/INPS müssen sie sich die Zugriffsdaten besorgen, die per Post und mit entsprechenden langen Wartezeiten übermittelt werden.

"Südtirols Bürger haben die Möglichkeit, mit Hilfe der Bürgerkarte auf relativ einfache Weise zu diesen Daten zu kommen", erklärt Landesrätin Waltraud Deeg und ergänzt: "Wir versuchen zwar, auf Landesebene weg zu kommen von Karte und Lesegerät. Um die Dienste gesamtstaatlicher Veraltungen und Dienstleister zu nutzen, sind sie allerdings auch weiterhin notwendig."
Wer also seine Bürgerkarte aktiviert hat oder aktiviert, kann damit schneller auf seine Daten auf den Internetseiten der Agentur der Einnahmen, dem NISF/INPS und aller andern gesamtstaatlichen öffentlichen Verwaltungen zugreifen. "Die aktivierte Bürgerkarte ermöglicht den Zugang zu allen persönlichen Daten der gesamtstaatlichen öffentlichen Verwaltungen und erübrigt die aufwändigen Zugangsprozeduren zu den einzelnen staatlichen Internet-Seiten", so die IT-Landesrätin. Bei der Aktivierung der Bürgerkarte am Gemeindeschalter werden die Zugangsdaten per E-Mail/SMS versandt und stehen sofort zur Verfügung. Dies ist bei der Agentur der Einnahmen nicht der Fall. Dort trudeln die Zugangsdaten erst nach mehreren Tagen per Post ein.

Erklärungen zum Thema Bürgerkarte liefert der Leiter Kompetenzzentrum eGov der Südtiroler Informatik AG, Luca Agostini: "Südtirols Bürgerkarte entspricht dem Standard der staatlichen ‘Carta Nazionale dei Servizi CNS’. Sie dient italienweit zur eindeutigen Authentifizierung der Bürger im Internet und ermöglicht den Zugang und die Inanspruchnahme der Online-Dienste." Das Land Südtirol habe anfangs des Monats zwar die karten- und lesegerätfreie Authentifizierung eingeführt, so der Fachmann, diese komme aber nur für landeseigene Dienste beziehungsweise für Dienste zur Anwendung, die über das Bürgernetz-Portal abgewickelt werden. Dienste anderer Verwaltungen bedürften noch immer des Standardverfahrens mit Karte und Lesegerät.

"Mit der Aktivierung der Bürgerkarte auf der Gemeinde geht die kostenlose Einrichtung eines zertifizierten eGov-Account, eines Bürgerkontos, Hand in Hand, mit dem auf alle Online-Dienste der lokalen öffentlichen Verwaltung – sowohl der Landesverwaltung, als auch der Gemeinden – zugegriffen werden kann", ergänzt Landesrätin Deeg. Der Zugang zu diesem Konto und den Südtiroler eGov-Diensten ist in der Folge auch ohne Bürgerkarte und Lesegerät sehr einfach möglich. "Über ein Bürgerkonto zu verfügen, ist für alle Bürger von Tag zu Tag wichtiger, da die öffentlichen Verwaltungen für ihre Dienste zunehmend die digitale Schiene nutzen", so abschließend Landesrätin Deeg, "um schneller und kostengünstiger zu arbeiten."

Wer für die Nutzung digitaler Dienste der staatlichen Behörden Hilfe oder Unterstützung benötigt, muss sich an die jeweilige Behörde wenden. Das Call Center der Bürgerkarte ist nur für Südtirols eGov-Dienste zuständig.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen