Ryanair-Passagiere können aufatmen

Streiks bei Ryanair abgesagt – Erste Gespräche diese Woche

Montag, 18. Dezember 2017 | 16:22 Uhr

Nach der Kehrtwende von Ryanair haben Piloten der Billig-Airline in Irland und in Portugal ihre für Mittwoch geplanten Streiks abgeblasen. Auch in Deutschland wird es vorerst keine Streiks geben, wie der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, am Montag sagte.

Erste Gespräche führt die Ryanair-Geschäftsführung am Dienstag mit in Irland stationierten Piloten, am Mittwoch dann mit deutschen Piloten und einem VC-Vertreter in Dublin.

In Portugal hatten die mehr als hundert dort bei Ryanair beschäftigten Piloten für einen 24-stündigen Streik am Mittwoch gestimmt; auch in Irland war die Arbeitsniederlegung am Mittwoch geplant gewesen. Die VC hatte ebenfalls Streiks angekündigt, jedoch keinen Termin genannt. Nur Arbeitsniederlegungen vom 23. bis 26. Dezember hatte die Gewerkschaft ausgeschlossen.

Ryanair hatte aus Angst vor Streiks zur Weihnachtszeit in mehreren europäischen Ländern am Freitag eingelenkt und zugesagt, erstmals in der Unternehmensgeschichte Pilotengewerkschaften anzuerkennen. Die in Italien stationierten Piloten sagten daraufhin ihren für Freitag geplanten Streik ab.

Die Vereinigung Cockpit erwartet von dem Treffen in Dublin am Mittwoch ein “lösungsorientiertes Arbeiten”, wie Sprecher Wahl sagte. “Was gar nicht geht, ist auf Zeit zu spielen.” Die Gewerkschaft wolle Verhandlungen “mit dem Ziel Tarifvertrag”, betonte Wahl.

Unternehmenschef Michael O’Leary hatte es stets abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter seiner Beschäftigten anzuerkennen. In der 32-jährigen Unternehmensgeschichte gab es bisher keinen einzigen Streik.

Allerdings musste Ryanair im September den Ausfall tausender Flüge bis März bekanntgeben – offiziell, weil das Unternehmen bei der Planung der Jahresurlaube der Piloten Fehler gemacht hatte, laut Gewerkschaftsangaben aber auch, weil viele Piloten das Unternehmen wegen schlechter Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen verlassen haben.

Von: APA/ag.