966 Mio. Euro schwer

Streit zwischen Brenner-Tunnelgesellschaft und Porr um großes Baulos

Mittwoch, 21. Oktober 2020 | 10:05 Uhr
Wien - Die Errichtergesellschaft des Brenner Basistunnels (BBT SE) streitet mit einem vom Porr-Konzern angeführte Konsortium rund um einen 966 Mio. Euro schweren Teilauftrag für den Tunnel. Laut einem Bericht der Zeitung "Kurier" unter Berufung auf Insider könnte der zuletzt avisierte Fertigstellungstermin 2030 dadurch wackeln. Am Donnerstag trifft sich der BBT-Aufsichtsrat - dort soll der BBT-Vorstand die Auflösung des Vertrages mit der Arge H51 Pfons-Brenner vorschlagen.

Die Arge (Porr und zwei italienische Baukonzerne) baut das 37 Kilometer lange Herzstück des Haupttunnels. Baustart war im Spätherbst 2018, die Bauzeit wurde mit 74 Monaten veranschlagt. Das Nettoauftragsvolumen beläuft sich auf 966 Mio. Euro.

Gestritten wird laut “Kurier” um falsch konstruierte Außenringe des Tunnelschachts. Porr sagt, dass die technischen Anforderungen dafür schon bei der Ausschreibung falsch projektiert worden seien. Porr-Chef Kar-Heinz Strauss hat sich schriftlich an den BBT-Aufsichtsrat gewandt, in dem auch Vertreter des Verkehrsministeriums und der ÖBB sitzen. Er hält die angedrohte Vertragsauflösung für einen “schwerwiegenden Schritt, der durch nichts gerechtfertigt” sei.

Streitpunkt ist die stärke der Tübbing genannten Außenringe. Die BBT wirft der Arge rund um Porr eine “Leistungsverzögerung und Leistungsverweigerung” vor. Die Porr-Arge bestreitet dies, heißt es im Zeitungsbericht weiters. Porr-Chef Strauss will das Tunnelprojekt naturgemäß erfolgreich zu Ende führen. Eine Vertragsauflösung ist aber nicht ausgeschlossen, bzw. durch die BBT angedroht.

Von: apa