Aktueller Preisvergleich der Verbraucherzentrale

Strompreise: Trotz leichter Senkung steigen die Preisschätzungen

Donnerstag, 28. April 2022 | 13:11 Uhr

Bozen – Nach den massiven Anstiegen des Strompreises in den letzten Monaten hat es nun Anfang April eine leichte Strompreissenkung. Die Preisschätzungen der Aufsichtsbehörde zeigen aber, dass von langfristiger Entspannung nicht die Rede sein kann. Wer also sparen will, sollte auch weiterhin unnötige Stromverbräuche vermeiden. Die Verberbraucherzentrale Südtirol (VZS) zeigt, wie Strom und somit Geld eingespart werden kann. Ein Sparpotential bringt eventuell auch ein Anbieterwechsel, aber hier raten die Verbraucherschützer zu großer Vorsicht, um nicht vom Regen in die Traufe zu geraten.

Mit April sinken die Stromkosten – allerdings geringfügig. Angesichts der massiven Strompreissteigerungen in den letzten Monaten ist die Senkung des Strompreises im Ausmaß von rund zehn Prozent nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein.

Im Vergleich zum vorherigen Trimester (I/2022) ist die Tarif-Schätzung des geschützten Marktes für Strom um ca. 37 Prozent, für Gas um ca. 18 Prozent höher. Wenn man die aktuelle Schätzung hingegen mit derselben von vor zwei Jahren vergleicht, sind die Preise für Strom und Gas um ca. 165 Prozent angestiegen. Diese Zahlen geben immer einen Wert für die nächsten zwölf Monate an, und meistens ändert sich dann der effektiv zu bezahlende Preis (z.B. war schätzte man 2020 einen Preis von 503,49 Euro pro Jahr, während der effektive Preis 485,66 Euro pro Jahr betrug) – dennoch lassen die Schätzungen der Aufsichtsbehörde wenig Gutes für die Zukunft erahnen.

Schätzungen geschützter Markt Strom:

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Schätzungen geschützter Markt Gas:

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Der aktuelle Preisvergleich

Die Verbraucherzentrale hat einen neuen Preisvergleich der Strom- und Gasangebote erstellt. Für den Vergleich haben die Konsumentenschützer zum einen direkt auf den Webseiten der Anbieter die aktuellen Preise der Angebote recherchiert und zum anderen die Preise der nationalen Anbieter aus dem Vergleichsportal der Aufsichtsbehörde entnommen (siehe Tabellen). Der Vergleich zeigt ein Sparpotential von ca. 350 Euro beim Strom (Jahresverbrauch 2.700 kWh bei drei kW Leistung) und von 470 Euro beim Gas (Jahresverbrauch 1.400 Smc) für eine in Bozen ansässige Musterfamilie, die vom teuersten zum günstigsten Anbieter wechselt.

“Lokale Maßnahmen zur Eindämmung der Energiepreise notwendig”

Wie bereits im März gefordert, besteht laut Vorstand der Verbraucherzentrale Südtirol weiterhin der Bedarf nach lokalen Maßnahmen zur Eindämmung der Energieteuerung. Ein möglicher Lösungsansatz wäre dabei die Schaffung eines “Landes-Energie-Sozial-Tarifs” (für Strom, aber auch Gas) mit sehr weiten Einkommensklammern, der die Kosten für die betreffenden Familien und Haushalte deckelt, bei dem die erzielten Extraprofite wieder den Bürgern zugutekommen. Der Tarif sollte sich dabei an den Marktführern orientieren, und für den Verkäufer rein kostendeckend sein. Der Tarif darf keine zeitliche Bindung zu Lasten der Kunden vorsehen, und muss für die Kunden beziehbar sein, solange die Einkommensvoraussetzungen erfüllt sind; die Kunden müssen nach Beendigung der Teuerungswelle wieder umgehend zu einem Anbieter ihrer Wahl auf dem freien Markt wechseln können.

Des Weiteren erachtet es die VZS als absolut notwendig, dass den Verbrauchern, Arbeitnehmern und Familien am “Arbeitstisch Energie”, dessen Schaffung angekündigt wurde, ein Mitspracherecht eingeräumt wird.

Anbieterwechsel

Vor einem Anbieter- bzw. Angebotswechsel soll die jeweilige Vergleichstabelle angefragt werden, um den aktuellen Tarif vor Vertragsunterzeichnung zu überprüfen. Einen Leitfaden zum Anbieterwechsel findet man unter folgendem Link: https://www.consumer.bz.it/de/anbieterwechsel-fuer-strom-und-gas-kleiner-leitfaden-der-verbraucherzentrale

Strommess-Geräte liefern genaue Daten

Weiterhin ratsam bleibt es, unnötige Stromverbräuche zu vermeiden und sich einen Überblick über die Verbräuche der eigenen Elektrogeräte zu verschaffen. Einen Überblick, wo und vor allem wie viel Strom benötigt wird, erhält man anhand eines Strommessgerätes. Dieses kann ganz einfach zwischen Elektrogerät und Steckdose gesteckt und dann kann der Verbrauch des Gerätes abgelesen werden. Die Messung gibt sowohl Aufschluss über die Verbräuche während der Gerätenutzung als auch über die Verbräuche im Bereitschaftsdienst, also dem so genannten Standby-Verbrauch. Die Strommessgeräte können in einigen Südtiroler Gemeinden oder direkt bei der Verbraucherzentrale in Bozen oder Bruneck ausgeliehen. Eine Schritt für Schritt-Anleitung für die Ermittlung der Verbräuche ist ebenso auf der Webseite der Verbraucherzentrale im Infoblatt „Strom sparen – leicht gemacht“ zu finden.

Stromspartipps

• Gerät, wie Fernseher, Radio, Waschmaschine, Mikrowelle und Co., sollten immer ganz ausgeschaltet oder noch besser, ausgesteckt werden, um unnötige Standby-Verluste zu vermeiden.
• Es sollten nur abgekühlte Speisen in den Kühlschrank bzw. das Gefriergerät gestellt werden. Auch dies spart einiges an Energie.
• Waschmaschine und Geschirrspüler sollte man nicht halbvoll laufen lassen. Auch wenn die meisten Geräte über spezielle Spartasten für die halbvolle Befüllung verfügen, verbrauchen sie dennoch im Verhältnis mehr Energie.
• Auch beim Bügeln kann Strom eingespart werden, indem auf eine geeignete Bügelfeuchte geachtet und die Wäsche nach Bügeltemperatur sortiert wird.
• Wer mit Strom kocht und backt, kann einiges einsparen, indem er Hilfsgeräte, wie Eierkoche, Schnellkochtopf oder Wasserkocher gezielt einsetzt.
• Sowohl beim Backofen als auch den elektrischen Kochfeldern sollte die Restwärme genutzt werden, um die Speisen fertig zu garen.

Weitere hilfreiche Stromspartipps sind in den kostenlosen Infoblättern der Verbraucherzentrale Südtirol enthalten. Diese sind über das Internet (www.verbraucherzentrale.it), dem Verbrauchermobil, dem Hauptsitz und den Außenstellen erhältlich.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Strompreise: Trotz leichter Senkung steigen die Preisschätzungen"


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olli
olli
Grünschnabel
21 Tage 23 h

Elektroautofahrer sollen nicht plärren……sie tun es ja für die Umwelt….

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