Südkorea steht erst am Anfang der Ermittlungen

Südkorea erlässt im Abgasskandal Haftbefehl gegen VW-Manager

Freitag, 24. Juni 2016 | 11:15 Uhr

Ein Gericht in Südkorea hat wegen des Abgasskandals Haftbefehl gegen einen VW -Manager erlassen. Dem Vertreter der südkoreanischen VW-Tochter werde unter anderem Dokumentenfälschung und die Verletzung der Gesetze zur Luftreinhaltung vorgeworfen, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Den Namen des Betroffenen nannte er nicht.

“Das ist erst der Anfang der Ermittlungen”, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft. Eine Volkswagen-Sprecherin in Südkorea lehnte eine Stellungnahme ab.

Volkswagen hatte im September 2015 die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Diesel-Autos eingestanden. Eine illegale Abschalteinrichtung sorgt dafür, dass die Wagen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber auf der Straße. Der Konzern sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadenersatzforderungen konfrontiert. Es dürfte jedoch das erste Mal sein, dass in diesem Zusammenhang Haftbefehl gegen einen VW-Manager erlassen wurde.

In den USA will Volkswagen nach Reuters-Informationen eine Entschädigungssumme von insgesamt rund 10 Mrd. Dollar (8,8 Mrd. Euro) zahlen. In dem Betrag sei das Angebot des Wolfsburger Pkw-Herstellers zum Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Diesel-Autos mit 2,0-Liter-Motoren enthalten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Zudem umfasse die Summe eine milliardenschwere Förderung von Umweltprogrammen. Die Fahrzeughalter sollen demnach im Durchschnitt mit rund 5.000 Dollar entschädigt werden.

Von: apa