Südtirol soll Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität werden

Südtirol sanft er-fahren: Maßnahmenbündel vorgestellt ­

Mittwoch, 20. Oktober 2021 | 12:01 Uhr

Bozen – Mit seiner besonderen Landschaft und Kultur sowie hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten ist Südtirol eine begehrte Urlaubsdestination. Mehr als drei Viertel der Gäste kommen derzeit allerdings mit dem Privatwagen nach Südtirol.

Wie Urlaubsgäste möglichst umweltfreundlich nach Südtirol kommen und sich ebenso im Land bewegen, damit befasst sich die institutionenübergreifende Arbeitsgruppe “Erreichbarkeit”. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, Handelskammerpräsident Michl Ebner, IDM-Präsident Hansi Pichler, HGV-Vizepräsident Thomas Walch und Arbeitsgruppenleiter Martin Vallazza haben das Maßnahmenbündel der Arbeitsgruppe heute auf der Hotel-Messe in Bozen vorgestellt.

Südtirol ohne Auto er-fahren: Fokus auf Mobilitätsangebote, Infrastruktur und Digitalisierung

Südtirol unkompliziert und bequem autofrei anfahren und ebenso autofrei er-fahren, sind laut Mobilitätslandesrat Alfreider wichtige Ziele auf dem Weg hin zur Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität. Alfreider verwies – neben dem Verkehrsmonitoring als Basis für Entscheidungen – auf zwei weitere zentrale Bereiche, an denen auf Hochdruck gearbeitet werde: Der Ausbau nachhaltiger, nutzerfreundlicher Mobilitätsangebote wie Bus und Bahn und die Digitalisierung, die die Angebote via Smartphone jedem direkt in die Hand gibt. So wurden grenzüberschreitende Bahnverbindungen ausgebaut. Mit der Bahn von Mailand nach Bozen können Fahrgäste in drei Stunden und drei Minuten fahren oder von München nach Bozen in drei Stunden und 53 Minuten – durch den Brennerbasistunnel soll es dann noch schneller gehen. “Infrastrukturen ändern auch die Art, wie man sich bewegt”, unterstreicht Alfreider. In diesem Sinne laufen aktuell die Arbeiten an den Mobilitätszentren in Brixen und Bruneck als Knotenpunkte für verschiedene Mobilitätsmittel, die Elektrifizierung und somit Potenzierungen der Vinschger Bahn sowie die vorbereitenden Planungen für den Ausbau der Bahn zwischen Bozen und Meran, den Virgl-Bahntunnel und die Bahnschleife im Riggertal. “Das Land fördert die Elektro- und Wasserstoffmobilität auch für nachhaltiges Reisen und baut die Ladeinfrastruktur für alle, die schon mit E-Autos unterwegs sind. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Radfahren, wofür noch mehr Wege entstehen sollen”, sagt Alfreider. Künftig möglich sein soll, wenn es nach Landesrat Alfreider geht, auch das einfache Buchen von Mobilitätsmittel und anderen Diensten via digitales Ticketing mit der Gästekarte: Das Mobilitätsmanagement für den Pragser Wildsee und die Drei Zinnen heuer sei ein gelungenes Beispiel dafür.

Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – Großes Potenzial für nachhaltige Anreise

“Sieht man sich die Verkehrsdaten an, so erkennt man das große Potenzial einer nachhaltigen Anreise in unser Land. Wir müssen alles daransetzen, einen autofreien Urlaub in Südtirol zu ermöglichen”, betont Handelskammerpräsident Ebner und verweist auch auf die Wertschöpfung, die der Tourismus für Südtirol insgesamt bringt. Der Brennerbasistunnel werde die Fahrzeiten mit dem Zug nochmal verkürzen, und zwar um eine Stunde für die Strecke München-Bozen und sogar eineinhalb Stunden für die Strecke Mailand-Bozen, sagt Ebner.

Nachhaltige Mobilitätsangebote bekannt machen und Hot-Spot-Management

Ebenfalls auf die Bahn setzt der Wirtschaftsdienstleister IDM mit Kooperationen für Angebote für Bahnreisende, beispielsweise mit den Deutschen Bundesbahnen und den Österreichischen Bundesbahnen (Bahn.de/suedtirol), Trenitalia (Christkindlmarkt-Angebot) und Train 4 you (Nachtzug Urlaubsexpress). “Tourismus ist nur zukunftsfähig, wenn er nachhaltig ist. Wir arbeiten bei IDM gemeinsam mit vielen Partnern daran, effiziente nachhaltige Konzepte zu entwickeln. Zu den Hebeln, wo wir ansetzen können, gehören nachhaltige Mobilität und eine gute Lenkung der Besucherströme”, sagt IDM-Präsident Pichler. Die IDM sensibilisiere Gäste und touristische Partner mit passenden Kommunikationsmitteln über die gesamte Reisekette, also von der nachhaltigen Anreise nach Südtirol bis zur umweltfreundlichen Mobilität vor Ort.

Gastwirte als Partner für nachhaltige Mobilität und Angebote für die letzte Meile

Durch die Mitarbeit des HGV in der Arbeitsgruppe können die Anliegen der Gäste und ihrer Gastgeber direkt an die kompetenten Stellen weitergeleitetet werden. “Wir antworten auf Fragen, welche Zugverbindungen von den Gästen nachgefragt werden, zu welchen Zeiten welche Haltestellen genutzt werden oder was die Schwierigkeiten beim Ticketkauf und beim Konsultieren der Fahrpläne sind”, berichtet HGV-Vizepräsident Walch aus der Praxis. Zusammen mit dem Busunternehmen Silbernagl hat der HGV Projekt “Südtirol Transfer” ein sogenanntes Last-Mile-Angebot für Urlaubsgäste ins Leben gerufen. Gäste, die mit Zug oder Fernbus anreisen, können einen Zubringershuttle vom Bahnhof direkt in den Beherbergungsbetrieb buchen. “Ziel ist es nun, das Angebot weiter bekannt zu machen, damit die Gastwirte es den Gästen weiterempfehlen. Wenn die Gäste ohne Auto anreisen und sich auch während des Urlaubs mittels Gästekarte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Südtirol bewegen, profitieren wir alle”, ist Walch überzeugt.

“Mobilität bedeutet Vielfalt, insofern gibt es nicht die eine Lösung für nachhaltige Erreichbarkeit, sondern eine Lösung, die die aus vielen Bausteinen zusammensetzt, von denen die Arbeitsgruppe künftig kontinuierlich weitere hinzufügt”, sagt Arbeitsgruppenleiter und Mobilitätsressortchef Vallazza.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Südtirol sanft er-fahren: Maßnahmenbündel vorgestellt ­"


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giovanocci
giovanocci
Tratscher
1 Monat 11 Tage

tolle Idee

Doch wer will schon zb wie im August in einen vollgestopft Zug/Bus steigen???

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Wer will schon im August 3 Stunden von Brixen nach bruneck im Stau stehen

Tina1
Tina1
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Reden,Reden,Reden…alles für die Katz!!!

So ist das
1 Monat 11 Tage

Sanft er-fahren in überfüllten Öffis. 😳
Das ist leider die Realität, die leider in diesen Kreisen nicht wahrgenommen wird. 🤔

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
1 Monat 11 Tage

Ich war 2019 eine Woche in Tramin.
In dieser Zeit habe ich das Auto nur einmal bewegt, um zum Gardasee zu fahren. den restlichen Urlaub sind wir problemlos mit dem Bus, nach Bozen, Kaltern sowieso und bis nach Meran und Dorf Tirol hoch gefahren.
So ein öffentliches Busnetz würde ich mir in Deutschland auch wünschen.

Faktenschlecker
Faktenschlecker
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

mir sein die beschtigschten.Woasch eh

Savonarola
1 Monat 11 Tage

Südtirol sanft erfliegen…

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 10 Tage

Savonar… und sanft “abschaffen”.

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Genau die Deutschen werden ihr liebstes Spielzeug, das Auto, zu Hause lassen!
Einfach nur zum Lachen was wieder mal für ein Scheiß gelabert wird.

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Zu was brauchen wir eigentlich einen Flughafen, wenn der Gast möglichst “umweltfreundlich” nach Südtirol kommen soll?
Oder wurde nicht immer die Begründung “bessere Erreichbarkeit für die Touristen” vorgeschoben?

EviB
EviB
Superredner
1 Monat 10 Tage

hahaha
dann müsste es auch mal klappen mit Bus und Zug.
Andauernde Verspätungen und Ausfälle sind nicht gerade förderlich für nachhaltige Mobilität.
Ich würde bei uns bei einem wichtigen Termin niemals mit öffentlichen Verkehrsmittel hinfahren so unzuverlässig wie sie sind!👎🏼👎🏼👎🏼

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Man könnte die dolomitenpässe sperren und nur für Radfahrer öffnen. Es kämen Leute aus aller Welt das wäre einzigartig. Ich war im lockdown unterwegs es war beeindruckend.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Heiße Luft. Alfreider kann nur die Autos auf den Pässen zählen, Verkehr reduzieren getraut er sich nicht wegen der mächtigen Grödner Hoteliere, weil dann ist er politisch weg vom Fenster

giesskanne
giesskanne
Neuling
1 Monat 10 Tage

Wäre ja ideal, aber probiert einmal als ältere Person mit Gelenkproblemen einen Koffer auf die Gepäckablage zu hieven oder aus dem Zug . Weiters sind da die Preise, ab zwei Personen kostet das Zugfahren weit mehr als das Autofahren . Dann gibt es noch das Problem mit den Verspätungen, den verpassten Anschlüssen usw.

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