Regierung will auf einige Forderungen eingehen

Taxifahrer-Streik in Spanien spitzt sich zu

Mittwoch, 23. Januar 2019 | 14:30 Uhr

Der Streik der spanischen Taxifahrer spitzte sich am Mittwoch zu. Alleine in Madrid sperrten bis zu 16.000 Taxifahrer wichtige Umgebungsstraße. Zu großen Spannungen mit der Polizei kam es vor allem vor dem Ifema-Messegelände der spanischen Hauptstadt, wo am Mittwoch die Internationale Tourismusmesse FITUR begonnen hat.

Mehrere Taxifahrer errichteten Straßensperren und setzten Container in Brand. Bis zu 200.000 Besucher werden auf der zweitgrößten Tourismusmesse der Welt erwartet. Die Protestteilnehmer zogen sich symbolisch “gelbe Westen” in Anlehnung an die Protestaktion in Frankreich an.

Auch in der katalanischen Mittelmeermetropole Barcelona blockierten Zigtausende Taxifahrer erneut wichtige Hauptverkehrsadern. Am Montag legten sie bereits die Zufahrtsstraßen zum Internationalen Flughafen Prat lahm. Die Stadtregierung von Barcelona ließ am Mittwoch durchblicken, auf einige Forderungen der Taxifahrer eingehen zu wollen. Sie will festlegen, dass Uber- und Cabify-Kunden mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn den Fahrservice buchen müssen. Beide Personenbeförderungsunternehmen erklärten, dass könnte bis zu 15.000 Jobs alleine in Barcelona gefährden.

Während die Taxifahrer in Barcelona bereits vergangene Woche mit den Protestaktionen starteten, begannen die Madrider Taxifahrer am Montag mit einem unbegrenzten Streik. Grund der Streiks ist die Vergabe von Lizenzen an Konkurrenzunternehmen wie Uber oder Cabify. Die Taxifahrer verlangen eine Regelung zur Einschränkung der Lizenzvergabe für diese Unternehmen.

Verhandlungen mit den jeweiligen Stadtregierungen in Madrid und Barcelona scheiterten zunächst. Der spanische Taxifahrerverband Fedetaxi warnte die spanische Zentralregierung zudem vor den wirtschaftlichen Auswirkungen, sollte der Oberste Gerichtshof Mitte April gegen die Lizenzeinschränkung für privative Personenbeförderungsunternehmen wie Uber entscheiden. Bis zu 64.000 Taxilizenzen ständen damit in Spanien auf dem Spiel. Bei Taxi-Lizenz-Beträgen von 104.000 Euro ständen damit nicht nur Zigtausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, sondern auch Lizenzeinnahmen von bis zu 8 Mrd. Euro für die öffentlichen Kassen.

Bereits im Sommer kam es wochenlang zu Taxistreiks, was in der Hauptferienzeit zu Millionenverlusten in der Tourismusbranche führte.

Von: apa

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