Monte-Bianco-Seilbahn führt in eine Höhe von 3.500 Metern

Technisches Meisterwerk aus Südtiroler Hand vorgestellt

Montag, 15. Juni 2015 | 15:43 Uhr

Lana – Stolz und Freude über das gelungene Projekt kamen am Montagvormittag zum Ausdruck, ist es doch eines der größten Seilbahnprojekte überhaupt, das nach nur vier Jahren Bauzeit eröffnet werden kann: Am Sitz der Doppelmayr Italien GmbH in Lana wurde der Skyway Monte Bianco der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Seilbahn, die bis in eine Höhe von 3.500 Metern führt, wurde gänzlich von Doppelmayr in Südtirol geplant, entwickelt und als Generalunternehmen schlüsselfertig verwirklicht. Die Bahn bietet eine einzigartige, neue Attraktion für das Bergmassiv des Monte Bianco (Mont Blanc) in Aosta.

Die neue Seilbahn verbindet Courmayeur in Aosta mit der Helbronner Spitze in zwei Teilstrecken: Von der Talstation Pontal d’Entrèves auf 1.300 Metern Meereshöhe über die Mittelstation, dem Pavillon du Mont Fréty (2.200 m), bis hin zur Bergstation Punta Helbronner auf 3.500 Metern werden insgesamt 4,3 Kilometer Strecke zurückgelegt. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Bergkulisse rund um das höchstgelegene Bergmassiv Europas.

Anerkennung für die technische Meisterleistung

Bei der Vorstellung in Lana waren als Vertreter der Institutionen Mobilitätslandesrat Florian Mussner und Bürgermeister Harald Stauder anwesend, die den Mitarbeitern und Verantwortlichen ihre Anerkennung aussprachen. „Innovationsträger wie Doppelmayr spielen eine Vorreiterrolle für die Exzellenz der Alpintechnologien in Südtirol und sorgen international für Strahlkraft“, so Landesrat Mussner.

Bürgermeister Stauder nannte das Unternehmen einen hochqualifizierten Arbeitgeber, der Menschen fordert und fördert und ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftsleistung auf dem gesamten Territorium ist.

Lob und Stolz für Doppelmayr Italien als eigenständiges Unternehmen wurde auch von der Doppelmayr/Garaventa Gruppe übermittelt: Es sei eine Glanzleistung, der Anerkennung gebühre. Das Projekt wurde vollständig in Südtirol entwickelt und umgesetzt und ist auch innerhalb der weltweit agierenden Firmengruppe außergewöhnlich.

Design, Ingenieurskunst, Nachhaltigkeit

Othmar Eisath, Geschäftsführer von Doppelmayr Italien, ging bei der Vorstellung auf die Voraussetzung ein, um ein so herausforderndes Projekt mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro verwirklichen zu können: „Die Einzigartigkeit dieser Seilbahn beruht auf einer Vielzahl an technischen Neuheiten, baulichen Herausforderungen und architektonischen Besonderheiten, die hier alle vereint sind.“

Die modernen Seilbahnstationen sind komplett in Stahl und Glas gehalten, die Bergstation widerspiegelt die Form eines Bergkristalls. Die Verankerung der Seile wurde im Permafrostboden mit einem weltweit einzigartigen unterirdischen System verwirklicht. Weitere Aspekte sind das Nachhaltigkeitskonzept und die praktisch energie-autarke Funktionsweise, die Transportkapazität und der Erlebnisfaktor für Fahrgäste mit den 360 Grad drehenden Panorama-Kabinen.

Deren Innenausstattung ist hochmodern, mit Boden- und Wandheizung, Soundanlage und Bildschirmen, auf denen Livebilder einer Kamera vom Unterboden der Kabine aus zu sehen sind. Zusätzlich kann jedes Fahrzeug 3.000 Liter Wasser transportieren, die von den Stationen am Berg benötigt werden. Die Seilbahnen decken ihren Energiebedarf aus einem Mix an Photovoltaik- und Heizungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, zusätzlich wird die Bremsenergie der talwärts fahrenden Kabinen in Form von elektrischer Energie in das Netz eingespeist.

Eine weitere Besonderheit ist die mit 130 Metern höchste Seilbahnstütze der Welt.

Vier Jahre Bauzeit unter widrigsten Umständen und speziellen Verhältnissen

Die Bauzeit betrug vier Jahre, bei ursprünglich veranschlagten fünf Jahren – und trotz einer Unterbrechung von einem Jahr aufgrund unvorhergesehener geologischer Hindernisse.

Hannes Pircher, zuständiger Projektleiter bei Doppelmayr, und Ingenieur Dino Veronesi berichteten: „Eine tagtägliche Herausforderung waren die Wetterverhältnisse im Hochgebirge mit Sturm, Schnee, Eis und Frost, daneben die große Höhe und dünne Luft. Die Leistungsbereitschaft und der Einsatz unserer Mitarbeiter waren vorbildlich, gearbeitet wurde 24 Stunden, Tag und Nacht. Der Permafrostboden verlangte besondere technische Lösungen und bestes Ingenieurswissen. 300 bis 350 Ingenieure, Logistiker, Bauarbeiter und Seilbahnmonteure waren laufend vor Ort und wohnten teils in Containersiedlungen an den Baustellen zwischen 1.200, 2.200 und 3.500 Metern Meereshöhe.“

Von: ©lu

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt