Verzögerungen drohen bei Tesla-Fabrik in Grünheide

Tesla mit Rekord-Quartal aber Verzögerung beim Werksbau

Donnerstag, 21. Oktober 2021 | 14:30 Uhr

Trotz der weltweiten Chipkrise und Lieferproblemen hat Tesla den dritten Rekordgewinn in Folge eingefahren. Mit 1,6 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro) verdiente der US-Elektroautobauer im dritten Quartal fast fünfmal mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Mrd. Dollar. Beim Bau eines Autowerks in Brandenburg zeichnen sich allerdings Verzögerungen ab.

Der Konzern von Starunternehmer Elon Musk baut gerade in Grünheide bei Berlin seine erste europäische Fabrik und hofft, dort noch in diesem Jahr erste Autos zu fertigen. Tesla sah sich am Mittwoch im Plan dafür. “Wir rechnen damit, die abschließenden Genehmigungen vor dem Ende dieses Jahres zu erhalten”, hieß es im Quartalsbericht. Allerdings wurde wenige Stunden später bekannt, dass die dreiwöchige Online-Erörterung von mehr als 800 Einwänden gegen den Bau vom 2. November an wiederholt werden soll.

Eigentlich wollte Tesla schon im Juli mit der Produktion in Brandenburg beginnen, doch Verzögerungen im Genehmigungsverfahren torpedierten den Zeitplan. Die jetzige Neuauflage der Erörterung geht auf Kritik der Umweltverbände Naturschutzbund (Nabu) und Grüne Liga Brandenburg zurück. Sie warfen Brandenburgs Umweltministerium vor, die Frist zur Bekanntmachung der Internet-Konsultation – mindestens eine Woche vorher – sei beim ersten Mal nicht eingehalten worden. Die Kommentare aus der jüngsten Erörterung werden laut Ministerium dennoch geprüft.

Zugleich spielt Tesla die Bedeutung des Produktionsbeginns herunter – auch für das zweite US-Werk im texanischen Austin, das ebenfalls fast fertig ist. “Wir sollten nicht davon ausgehen, bis Ende des Jahres Autos aus diesen Werken auszuliefern, selbst wenn wir sie bauen”, sagte Finanzchef Zach Kirkhorn in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Zum einen müssten Regulierer die Modelle abnehmen, zum anderen wolle Tesla selbst erst die Fertigungslinien einfahren, damit die Qualität stimme.

Der Tesla-Manager äußerte sich vage darüber, wie schnell die Produktion in den neuen Werken erhöht werden kann. “Es ist möglich, dass die Sterne günstig stehen und alles schnell läuft. Es ist möglich, dass wir den Großteil des kommenden Jahres damit verbringen werden, die Produktion hochzufahren. Es ist einfach sehr schwer zu sagen”, sagte Kirkhorn. Tesla will in Berlin den Kompakt-SUV Model Y bauen, der auf dem Bestseller Model 3 basiert. Bisher werden Model-Y-Fahrzeuge aus China nach Deutschland geliefert.

Auf lange Sicht peilt Tesla aber einen Platz in der ersten Riege der Autobranche an. Das langfristige Ziel sei, 20 Millionen Fahrzeuge im Jahr zu bauen, betonte der Finanzchef. Auf dem Weg dorthin peile man eine jährliche Zuwachsrate von 50 Prozent an. Im vergangenen Quartal lieferte Tesla rund 241.000 Autos aus – 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zum Vergleich: Der Volkswagen-Konzern lieferte alleine im September weltweit insgesamt 626.200 Fahrzeuge aus.

Zugleich wird auch Tesla von Engpässen bei Bauteilen und Logistik gebremst, wie Kirkhorn betonte. “Wir haben die Fabriken nicht mir voller Auslastung der Kapazität betreiben können.” Das zurzeit größte Problem der Branche – die Chipknappheit – trifft den traditionell auf diesen Bereich fokussierten Elektroautobauer aber nicht so stark wie andere Hersteller.

Das vergangene Quartal zeigte auch, dass es Tesla immer besser gelingt, im Kerngeschäft Geld zu verdienen. Früher spielten Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten an andere Autohersteller oft eine große Rolle, um die Bilanz angesichts hoher Verluste in der Autoproduktion aufzubessern. Jetzt brachten sie noch 279 Mio. Dollar ein – nach 397 Mio. im Vorjahresquartal.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Tesla mit Rekord-Quartal aber Verzögerung beim Werksbau"


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OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Starunternehmer Elon Musk, der tickt nicht richtig!

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 15 Tage

Begründung zu so einer Aussage?

olter
olter
Tratscher
1 Monat 14 Tage

Sofern man kein Musk-Fanboy ist sollte das doch offensichtlich sein, oder etwa nicht?

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

@primetime
Baut ElekroAutos wegen der Umwelt, damit er dann mit Treibstoff unnütz ins Weltall fliegen kann.

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 14 Tage

Ich bin keiner und trotzdem versteh ich es nicht…was hat er gemacht dass es zu so einer Aussage kommt

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

@primetime
Baut ElekroAutos wegen der Umwelt, damit er dann mit Treibstoff, unnütz ins Weltall fliegen kann.

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 14 Tage

@der echte Aaron DAs liest sich so wie eine Verschwörungstheorie. Weltraumforschung gehört dazu, denn in Zukunft wird die Erde zu klein. Wenn man sich auf die Nasa verlässt dann wird das nie was.
Darum ist es nur gut dass eine Privatperson mit Eigenkapital da inverstiert und forscht. Außerdem versucht er dort wenn es geht auch nachhaltig zu sein.
Aber gut, nicht jeder sieht das große ganze sondern nur das was er will, liest oder von jemand eingetrichtert bekommt

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

…wird vom dummen Steuerzahler ordentlich gefüttert…
😝

World
World
Tratscher
1 Monat 14 Tage

Die Erdöl-Förderung wird auch vom Steuerzahler gefüttert.

Hoferbua
Hoferbua
Grünschnabel
1 Monat 15 Tage

Meiste gewinn durch btc

Unioner
Unioner
Grünschnabel
1 Monat 14 Tage

Brandenburg hat ja Erfahrung mit der Verzögerung von Grossbaustellen .Der Unterschied in der Bauzeit vom Flughafen zum Autowerk darf einfach nicht zu groß sein.

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