Experten erwarten für Österreich Inflationswerte von über 7 Prozent

Teuerung dürfte sich noch bis zur Jahresmitte beschleunigen

Donnerstag, 14. April 2022 | 13:25 Uhr

Die hohe Teuerung dürfte sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen und sich erst ab der zweiten Jahreshälfte 2022 wieder verlangsamen. Die Ökonomen der Bank Austria erwarten Werte über der Marke von 7 Prozent. In Österreich dürfte die Inflationsrate im März laut Schnellschätzung der Statistik Austria mit 6,8 Prozent den höchsten Wert seit November 1981 erreicht haben. Ende des Jahres sehen die Experten immer noch eine Teuerung von über 4 Prozent im Jahresvergleich.

“Wir gehen von einem durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 5,9 Prozent im Jahr 2022 aus und trotz der Auslösung von diversen Zweitrundeneffekten von einem spürbaren Rückgang der Inflation 2023 auf 2,3 Prozent”, sagte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Donnerstag anlässlich des aktuellen Konjunkturindikators der Bank. Der Krieg in der Ukraine habe zu einer weiteren Beschleunigung der Rohstoffpreise geführt, die die Teuerung noch stärker angeheizt habe.

Der Konjunkturindikator des Instituts ist im März auf den niedrigsten Wert seit einem Jahr gesunken. Zwar führte die Lockerung der Pandemiemaßnahmen die österreichische Wirtschaft im ersten Quartal zurück auf Wachstumskurs, doch Russland-Sanktionen und hohe Energiepreise werden das Erholungstempo vor allem im zweiten und dritten Quartal 2022 dämpfen, so die Prognose der Ökonomen. Unverändert halten sie dennoch für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent für möglich. 2023 wird ein BIP-Anstieg in Österreich von 2,6 Prozent erwartet.

Trotz Belastungen durch den Ukraine-Krieg gehen die Experten weiterhin von einer Verringerung der Arbeitslosenquote 2022 auf durchschnittlich 6,7 Prozent und 2023 auf 6,5 Prozent aus. Aktuell sei die hohe Anzahl an Personen in Kurzarbeit von rund 170.000 noch ein großer Wermutstropfen. Die geleisteten Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen würden in Österreich daher um rund 8 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen.

Während sich der Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden in der Industrie mit 2 Prozent und am Bau mit 4 Prozent in Grenzen halte, falle dieser in Dienstleistungsbranchen besonders stark aus. “Bei den sonstigen Dienstleistungen haben die geleisteten Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen doppelt so stark als im Durchschnitt abgenommen und im Sektor Handel inklusive Beherbergung und Gastronomie ist der Rückgang zweistellig”, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Von: apa

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