Erste Energiegemeinschaft Südtirols ins Leben gerufen

Teure Energie: Burgstall will eigenen Weg gehen

Samstag, 08. Oktober 2022 | 07:45 Uhr

Burgstall – Mit dem Ziel, den Strompreis für die Bürger zu senken, startet Burgstall im Etschtal die erste Energiegemeinschaft Südtirols. Am 4. Oktober hat der Gemeindeausschuss von Burgstall einen entsprechenden Beschluss unterzeichnet.

Die Gemeinde macht mit und Medienberichten zufolge sind Betriebe und Bürger dazu aufgerufen, ebenfalls teilzunehmen. Energie soll vor Ort produziert werden, damit der Strompreis für die Burgstaller gesenkt werden kann.

Zunächst werde geprüft, welche und wie viele Dächer der gemeindeeigenen Gebäude sich für Photovoltaikanlagen überhaupt eignen, erklärt Bürgermeister Othmar Unterkofler. In einem zweiten Schritt sollen dann private und betriebliche Gebäude miteinbezogen werden, mit dem Ziel, möglichst viele Photovoltaik-Platten auf den Dächern im Gemeindegebiet zu installieren.

Mit den Einnahmen aus der produzierten Sonnenenergie und der Förderung für den gemeinsamen Energieverbrauch soll der Strom dann für alle Mitglieder der Energiegemeinschaft günstiger werden.

Unterstützt wird das Pilotprojekt vom Raiffeisenverband Südtirol, der Alperia AG und dem technologische Partner Regalgrid.

Dem Entschluss zur Gründung einer Energiegemeinschaft waren drei Monate intensiver Arbeit vorausgegangen zwischen Bürgermeister, den verschiedenen Akteuren der Gemeindeverwaltung von Burgstall und den Projektpartnern. Bei der Sitzung des Gemeinderats am 20. September konnte das Beratungsteam – Barbara Passarella für den Raiffeisenverband Südtirol, Alessandro Costa für Alperia AG und Stefano Nassuato für Regalgrid sämtliche Aspekte der geplanten Energiegemeinschaft klären.

Der Gemeindeausschuss von Burgstall hat am 4. Oktober schließlich den Beschluss zur Gründung einer Energiegemeinschaft gefasst. Die Gemeinde Burgstall stellt damit die Dächer der gemeindeeigenen Gebäude für die Erzeugung von Energie aus Photovoltaikanlagen zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit Unternehmern und der gesamten Bürgerschaft soll damit die gemeinschaftliche Energieproduktion- und Nutzung in die Wege geleitet werden.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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35 Kommentare auf "Teure Energie: Burgstall will eigenen Weg gehen"


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wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Bravo! Warum schlafen andere Gemeinden? Auf diese Möglichkeit hat Andreaus schon lange hingewiesen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 25 Tage

wellen andere Gemeinden gönnens Einander nicht .

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

@wellen
Weil z.B. in meiner Gemeinde, der normale Bürger am Arsch vorbei geht, da wird hauptsächlich auf die Großen geschaut, sprich Hotels und groß Apfelbauer, Immobilie Haie…….der Kleine wird meist nur schikaniert, muss sich genau an die Vorschriften halten. Nix Sondergenehmigung oder sonst was.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Mein Bürgermeister ist froh dass wir nie ein Hallenbad gebaut haben.
Auch eine Sache die viel Wert ist.

tomsn
tomsn
Superredner
1 Monat 25 Tage

Die Alperia profitiert vom eingespeisten Überschussstrom den diese fast gratis bezieht und teuer verkaufen kann.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Wir haben zwar alle beigeisteurt zum Erfolg von/der Alperia (ex SEL), aber haben (fast) nichts davon zureuck bekommen!

Dr. Amort, sie sind gefragt!!!!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 25 Tage

@ischJOwurscht
…ach wie waren wir doch so stolz, die Wasserkraft heimgeholt zu haben…fragt sich nur: wozu eigentlich?…

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage
@ischJOwurscht und @Doolin….. so ganz stimmt das nicht! Eine aus den Wolken gegriffene Behauptung, würde ich sagen. Die Alperia schüttet dem Land und den Gemeinden über 250 Mio € aus, die wir in Form von Dienstleistungen (oder weniger Steuern) wieder bekommen! Der Sitz der Alperia ist in Südtirol, dadurch bleiben auch viele Steuergelder im Land, außerdem Umweltgelder für verschiedene Projekte. Hätte z.B. Enel den Zuschlag erhalten, wären sehr viele dieser Gelder wirklich weg! Nebenbei, Alperia ist ein Anbieter unter vielen, keiner ist verpflichtet bei Alperia den Strom zu beziehen! Der Strom aus Wasserkraft ist zwar günstig, jedoch musste Alperia dies… Weiterlesen »
genau
genau
Kinig
1 Monat 25 Tage

@Oracle

Das Geld versickert irgendwo in den Weiten dieser Provinz!
Der Gewinn soll gefälligst dazu verwendet werden um einem möglichst niedrigen Strompreis anzubieten!

Und zwar allen!
Bürgern und Unternehmen!

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 25 Tage

Genau so ist es , Strom haben wir in Südtirol genug mit der Wasser Kraft . Der rest ist alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein

laager
laager
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage
@Oracle die 250 000 000 € wurden schon ausgezahlt, als der Strom noch billig war, sprich als er niemals 15 cent pro kwH überschreitete. Jetzt wo es Stromsteigerungen um 300-400% gab und die Alperia und andere Energiekonzerne nicht höhere Ausgaben erleben (da sie wenig bei der produktion mit gas zu tun haben) haben sie den beitrag an die öffentliche hand um 60 mil auf 310 mil gehöht. aber wo verbleiben die hunderte millionen die die alperia aufgrund der preiserhöhung in südtirol gemacht hat? (nehmen wir an der preis lag damals bei 1 euro/kWh, die herstellungskosten 20 cent, und ist um… Weiterlesen »
hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Bravo,die tun was!

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 25 Tage

Alles auf Kosten der Allgemeinheit, denn ohne Förderung ist das Ganze ein Nullsummen Spiel.

buggler2
buggler2
Superredner
1 Monat 25 Tage

Lange wirds nicht dann dauern mischt die Landesregierung mit und alles ist wieder teuer

Suedtirolhans
Suedtirolhans
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

Das Gefuehl habe ich leider auch 😩….. solange die SVP das sagen fuer die Elite hat, bleibt der Mittelstand im Niemandsland……
Allerdings ein Hoch auf Burgstall fuer die tolle Initiative, werde es gespannt mitverfolgen 👍
Wie bereits schon mal erwaehnt, haette Suedtirol die Moeglichkeiten Ihren Buergern (Arm oder Reich) entgegenzukommen, aber diese werden bewusst von denen Blockiert, welche Suedtirol in den letzten Wahlen wieder fleissig Ihre Stimmen gegeben haben 🤷‍♂️🤦‍♂️

starscream
starscream
Tratscher
1 Monat 25 Tage

Wenn Südtirol wellat war des für gonz Südtirol meglich.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Na dann viel Glück!

So einfach ist das nicht!

einfach mal nach Tiers schauen….. 😉

pustramannl
pustramannl
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

jo ginau..olla fest sella plottn auchn tion afs doch und fescht zohln..und noa schaugmo obs sich rentiert… für wehn.. Ei ei ei ei..

alles wird gut
1 Monat 25 Tage

@pustramannl
es ist nicht alles im leben rentabel, leider…. aber wir “müssen” früher oder später den nächsten generationen den umgang mit ressourcen (den wir leider nicht haben!) nahe bringen, sonst…..

pustramannl
pustramannl
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage

genau.. bravo.. die nächste Generation konn des entsorgen…

Faktenchecker
1 Monat 25 Tage

Ziemlich unsolidarisch.

anonymous
anonymous
Kinig
1 Monat 25 Tage

Sehr gut,alle Gemeinden sollen Nachziehen, alperia kann ihren Strom sonst wohin schieben

berthu
berthu
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Dann müsste man aber ein eigenes Netz haben.
Wenn der Strom mal im Netz ist, sind die Krähen dran und der Erzeuger schaut in die schwarze Röhre. Wieviele E-Werke, Solaterzeuger, Biogas gibt es in Südtirol, die den vor Ort erzeugten Strom nicht den direkten Nachbarn liefern dürfen?
Dazu müssen erstmal die gesetzlichen Voraussetzungen gechaffen werden.
Einfache Frage: will das die Landesregierung endlich tun?
Aber da werden nur Ausreden kommen.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

@berthu…. naja, der LANDTAG müsste die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen. Die Landesregierung kann nur das beschliessen, für das sie zuständig ist. Die Landesregierung kann keine Gesetze beschliessen! Man sollte den Marktschreiern der STF, der Freiheiltichen oder des Team K nicht alles abkaufen! Kritisch hinterfragen ist immer klug!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 25 Tage

@Oracle: mag sein, jemand sollte das dringend in den Landtag bringen. Glaube auch, dass sich in Südtirol dringend etwas ändern muss und dass qir ausreichend Potential haben. Ich bin hier nicht von Fach, bemängele aber konkrete Pläne, und das in einem Land mit großem Energiepotential (von Biogas über Wasserkraft, Windenergie, Biomasse und Photovoltaik. Die erschwingliche Energieversorgung müsste oberste Priorität haben. Würde mir auch diesbezüglich eine dringlich Taskforce mit Entscheidungsbefugnissen wünschen!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 25 Tage

@Berthu und an alle: weiß jemand, wem die s.g. letzte Meile bei den Stromleitungen gehört? Die dürfte nämlich der aufwendigste und teuerste Brocken sein.
Da diese Energiekrise länger anhalten wird und die Menschen nicht von den Großkonzernen ständig zwangsbeglückt (oder gemolken) werden wollen, würde ich gerne eine Verschuldung Südtirols zum Aufbau eines parallelen, autonomen Stromnetzes in Kauf nehmen. Das wäre eine nachhaltige Investition. Als Alternative käme für mich auch eine landesweite Genossenschaft mit Beteiligung möglichst vieler Bürger in Frage.

berthu
berthu
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage
Jeder Kunde zahlt die Kosten, Kabel, Verlegung, Zähler mit Kasten bis zur nächsten Verteilposition. Dazu einen Fixbetrag für die Anschlußleistung pro kW. Ist bei den meisten Energielieferanten gleich, FW, Gas, Telefon-Glasfaser, Strom, Wasser, Abwasser. Diese Teilstrecke zahlt zwar der Kunde, wird bis zum Zähler aber dann als Eigentum des Netzbetreibers gehandhabt. Es gab lange Zeit private Stromnetze, sind durch die Zeit aber fast alle -und nicht mal gratis!- an die Netzbetreiber übergegangen. Dafür hat man eine “sicherere, stabilere Verdorgung” bekommen. Diese Strategie hat den großen Netzbetreibern und Erzeugern ein Quasi-Monopol garantiert. Nun ist aber eine gewisse flexible, autonome Netzversorgung notwendig.… Weiterlesen »
wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Weder das Land noch die stromproduzierenden Anrainergemeinden haben ein Interesse an solchen Modellen. Weil: der heimgeholte Strom ist eine Gelddruckmaschine und ein riesiges Geschäft. Nur wir Bürger sind die Fregierten mit diesen Preisen.

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 25 Tage

… weiters, Südtirol hätte bzw. hat ja mehr Strom oder produziert mehr Strom als gebraucht wird. Leider war die Landesreigierung nicht imstande, dies für Südtirol zu behalten oder her zu holen… Wir haben einfach die Besten.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 24 Tage

@Privatmeinung: und wer selbst will und alles selbst bezahlen würde, darf oft nicht. Beispiel Photovoltaik auf denkmalgeschützten Gebäuden, was fast alle Gebäude in den Südtiroler Stadtzentren betrifft. Verboten selbst dort, wo man sie von keiner öffentlichen Stelle aus sehen kann, auch für neue und kaum von herkömmlichen Dachziegeln unterscheidbaren Photovoltaikziegeln und gilt auch für belanglose Nebengebäude. Und das grundsätzlich per Gesetz! In Österreich und Deutschland darf man mit Auflagen.

Rabe
Rabe
Superredner
1 Monat 25 Tage

Wir hätten genug Flächen um Energie zu produzieren nur Politik mag es nicht

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 25 Tage

Bravo Burgstaller! 
Aber bitte macht das ohne LAND und ohne ALPERIA , sonst werdet ihr wieder über den Tisch gezogen. Den überschüssigen Strom könnt ihr auch so an die GSE verkaufen.

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 25 Tage

Wenn keine sonne ist ist aus mit den strom

Rabe
Rabe
Superredner
1 Monat 25 Tage

🧠🧠💪Do konn i lei zustimmen wünsche ich mir das schon länger auch in ganzen Land auch Brixen danke

berthu
berthu
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Nur die Erzeuger UND Betreiber “EIGENER Netze” können wirklich gewinnen.
Strompreis an “teuerste” Gaserzeuger auszurichten – welch Beschiß!

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