Ob daheim oder im Büro: Textverarbeitung & Co braucht man

Texte und Tabellen: Welches Office für wen?

Freitag, 23. Oktober 2020 | 11:28 Uhr

Alles Office oder was? An der Büro-Software von Microsoft führte lange kein Weg vorbei. Doch kostenfreie Alternativen können locker mithalten und sind für Privatnutzer ein echter Tipp.

Ob Texte, Tabellen oder Präsentationen: Microsoft dominiert mit seiner Office-Suite und den Programmen Word, Excel und Powerpoint den Markt. Für Alternativen ist da kaum Platz. Kaum zu glauben. Denn sie sind gut und kosten oft gar nichts.

Microsoft stellt sein Vertriebsmodell zunehmend vom Einzelkauf auf Abonnements um. Das zieht dauerhafte Kosten nach sich, wie Patrick Hannemann vom “Chip”-Fachmagazin vorrechnet: “Es ist wie bei jedem Abo: 7 Euro pro Monat für das komplette Office-Paket klingt nach wenig, aber nach fünf Jahren sind das über 400 Euro – für Anwendungen, die ich vielleicht nur gelegentlich benötige.”

Microsoft selbst betont die Vorteile des Abomodells, die mit den neuen Office-Paketen “Microsoft 365 Personal” oder “Microsoft 365 Family” verbunden sind. Weiterhin seien die Programme an Bord, die seit Jahrzehnten diesen Klassiker prägen: Word, Excel und Powerpoint.

Ab ins Netz

Dank der Anbindung an Web-Anwendungen gehe das neue Angebot aber darüber hinaus, führt Bruno Daellenbach aus, bei Microsoft Deutschland zuständig für diese Produkte: “In Microsoft 365 entwickeln wir die bekannten Anwendungen mit Cloud- und KI-Technologie weiter und fügen Lösungen wie Teams für Videokonferenzen oder die Aufgabenverwaltung Planner hinzu.”

Die Preise beginnen im Webshop des Konzerns bei 69 Euro pro Jahr, beziehungsweise 7 Euro im Monat. Nach Ansicht von Patrick Hannemann kann man sich das Geld aber sparen: “Als Privatanwender oder Student brauche ich das nicht. Für gelegentliche Büroarbeit reichen die kostenlosen Alternativen völlig aus.”

Immer mehr spielt sich direkt im Netz ab, das hat Microsoft ebenfalls erkannt. Wer damit leben kann, die Büroprogramme im Browser zu nutzen und keine Basis auf dem Rechner mehr zu besitzen, kann “Office Online” nutzen: kostenlos und webbasiert.

In diesem Marktsegment der Cloud-Office-Dienste tummeln sich auch viele weitere Anbieter mit kostenlosen Basis-Angeboten wie etwa Google Docs, Dropbox Paper oder etwa das auf Datenschutz fokussierte Cryptpad.

Wem vertrauen?

Mit “Google Docs” etwa dürften gelegentliche Nutzer zufrieden sein, ist sich Hannemann sicher – zumal es gut an den Onlinespeicher “Google Drive” angebunden sei, was auch das gemeinsame Arbeiten erleichtere. Dafür vertraue man Google auch seine Schriftstücke an.

Das klassische Office-Kaufprogramm mit DVD gibt es zwar auch noch. Aber bevor man 100, 200 oder 300 Euro ausgibt, sollte man sich kostenlose Office-Alternativen anschauen. Besitzer eines Mac-Rechners von Apple können kostenfrei das vorinstallierte Schreibprogramm Pages oder die Tabellenkalkulation Numbers nutzen. Doch in puncto Bedienbarkeit und Kompatibilität scheiden sich hier die Geister. Da kommen kostenlose Büro-Programme mit freier Lizenz ins Spiel.

Die beiden bekanntesten Vertreter heißen “Open Office” und “Libre Office”. Beide bauen auf dem gleichen Software-Kern auf und weisen große Ähnlichkeit auf. Verfügbar sind beide für quasi alle Betriebssysteme. Alle Dokumente lassen sich in den Formaten der Microsoft-Programme speichern und sind somit problemlos auch unter Office lauffähig. “Es kommt nur noch selten vor, dass Layouts und Formatierungen in Microsoft-Programmen nicht komplett übernommen werden oder mal ein Bild verrutscht”, sagt Patrick Hannemann.

Geheimtipp aus Deutschland

Aus Deutschland, datenschutzkonform und Geheimtipp sei “Freeoffice” von Softmaker. An Bord sei alles, was der Office-Nutzer kenne, unter Namen wie “Textmaker” oder “Planmaker”. “Die kostenfreie Version ist gegenüber der Kaufversion abgespeckt, aber für gelegentliche Bürotätigkeit kann ich sie empfehlen”, urteilt Hannemann.

Die Programmierer versprechen eine größtmögliche Kompatibilität mit den Microsoft-Programmen. Und “Freeoffice” ist für Windows- macOS- und Linux-Rechner verfügbar.

Von: APA/dpa