Ab 1. Jänner - Ausnahme für Euro 6 Lkw im Nachtfahrverbot fällt

Tirol verschärft Lkw-Fahrverbot, Bayern droht

Montag, 28. Dezember 2020 | 17:40 Uhr

In Tirol werden mit dem neuen Jahr die Maßnahmen gegen den Lkw-Transitverkehr, wie bereits angekündigt, verschärft. Davon umfasst sind weitere Einschränkungen im Bereich des Nachtfahr- und Euroklassenfahrverbots. So fällt etwa die generelle Ausnahme für Euro 6 Lkw im Nachtfahrverbot – mit Ausnahme von medizinischem Material, leicht verderblichen Waren und dem Ziel- und Quellverkehr. Bayern will sich damit nicht abfinden und droht mit einem EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Auch Fahrten im Vor- und Nachlaufverkehr zum Bahntransport werden für diese Euroklassen weiter möglich sein. “Diese Verschärfung wurde notwendig, da mit der bestehenden Ausnahmeregelung die NO2-Grenzwerte (Stickstoffdioxid, Anm.) nicht einzuhalten gewesen wären und wir damit ein EU-Vertragsverletzungsverfahren riskiert hätten”, begründete LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) den Schritt, der schon 2015 in einer Verordnung festgelegt worden war. NO2-Emissionen hätten außerdem in der Nacht lufthygienisch “deutlich schlechtere Ausbreitungsbedingungen”.

Aber auch die Euroklassen 4 und 5 sind von den Maßnahmen umfasst. “Die Ausnahmeregelung für Euroklasse 4 im Ziel- und Quellverkehr wird es ebenso nicht mehr geben, wie die für die Euroklasse 5 im Transit”, so Felipe. Auch diese Verschärfung sei bereits 2019 festgelegt worden. Als Alternative bewirbt die Tiroler Verkehrslandesrätin den Umstieg auf die Rollende Landstraße (RoLa). Deren Kapazitäten könnten bei Bedarf “umgehend erhöht” werden, meinte sie.

Wegen des ab 1. Jänner von der Tiroler Landesregierung verordneten Nachtfahrverbots auch für Lkw der Schadstoffklasse Euro 6 hat die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich ins Gespräch gebracht. Wenn Tirol nicht einlenke, sollte die deutsche Regierung “prüfen”, ob sie so ein Verfahren gegen Österreich beantrage, sagte Schreyer der APA.

Die Absicht, auch Lkw der Klasse Euro 6 im neuen Jahr zwischen 20 und fünf Uhr vom Brenner-Transit auszuschließen, hatte bereits Ende November zu einem erbosten Anruf Schreyers bei Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) geführt. Sie habe dabei auch ihre “Unzufriedenheit über den Mangel an nachbarschaftlicher Abstimmung und Kommunikation bei derart schwerwiegenden Maßnahmen” zum Ausdruck gebracht, betonte Schreyer jetzt erneut.

Die bayerische Verkehrsministerin glaubt nicht, dass die Maßnahme der schwarz-grünen Tiroler Landesregierung – wie von dieser behauptet – zu einer Verbesserung der Luftqualität führen werden. Die verkündete Ausweitung des Nachtfahrverbots auf der Inntalautobahn ab 2021 verhindere vielmehr eine Verkehrsentzerrung selbst für Lkw mit modernsten Abgasnormen, sagte Schreyer. Eine Verringerung der Schadstoff- und Verkehrsbelastung werde nicht erreicht werden, denn die Brenner-Route sei für viele Transporte “alternativlos”.

Die Corona-Pandemie hat den Lkw-Schwerverkehr nicht wesentlich eingebremst. Auch heuer donnerten “weit über zwei Millionen Transit-Lkw” über den Brenner, hieß es. Im Jahr 2019 wurde laut Autobahnbetreiber Asfinag mit 2,47 Mio. Schwerverkehrs-Fahrten über die Brennerstrecke ein neuer Rekord erreicht. “Von einem Einbruch oder tendenziellem Rückgang kann trotz der vielfältigen einschränkenden Maßnahmen im Laufe des Jahres und der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa nicht gesprochen werden”, stellte Felipe fest.

Von: apa

Kommentare

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23 Kommentare auf "Tirol verschärft Lkw-Fahrverbot, Bayern droht"


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oasterhos
oasterhos
Tratscher
22 Tage 7 h

Sorry aber die Deutschen sollen mal ganz schnell still sein! Selten so eine beschissene Verkehrspolitik gesehen, wie in Deutschland…

tom
tom
Universalgelehrter
22 Tage 5 h

Koan Wunder mit de Verkehrsaminister, oaner unfähiger wia der ondere

Ex-Urlauber
Ex-Urlauber
Grünschnabel
22 Tage 4 h

Aber gratis über die deutsche Autobahn,
das gefällt Ihnen schon, gell.
Da kannst d`Ohren stellen,

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
22 Tage 3 h

@tom
Die “Hauskreuze” werden aus den Germanenstämmen gekürt. D.h. landsmannschaftliche und parteipolitische Quote punktet, nicht der Intelligenzquotient 😎.
Kommt das bekannt vor ?

Missx
Missx
Kinig
21 Tage 19 h

@exurlauber
Hatte noch nie ein Problem damit, die italienische Maut zu bezahlen.
Hingegen ist es immer lustig, wenn die Deutschen fragen, ob die MeBo umsonst ist.Diese fröhlichen Gesichter, wenn man ja sagt …

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
21 Tage 17 h

@Ex-Urlauber
Entschuldigung, aber wenn unsere Politiker nicht mal die Maut auf deutschen Autobahnen gebacken bekommen, dann können die anderen nichts dafür. Wie lange wurde jetzt darüber geredet?

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
21 Tage 16 h

WUNDERBAR….. LACH
Ich beneide Sie um Ihren Job!

ArminiusGermanicus
ArminiusGermanicus
Grünschnabel
21 Tage 6 h

Tut mir Leid, aber so schlecht wie oben angeführt empfinde ich die Deutsche Verkehrspolitik halt nicht.
Wir haben zu Zeit zwar den schlechtesten Verkehrsminister, aber
generell finde ich unser Straßensystem O.K.
Ich finde wir brauchen nicht mehr Straßen, sondern weniger Autos.

hobbyrebell
hobbyrebell
Neuling
22 Tage 5 h

jeder mit einem Funken Verstand, weiß dass die nordtiroler Verkehrspolitik lächerlich und kontraproduktiv ist, sie schadet und vermittelt ein falsches Bild.

Missx
Missx
Kinig
22 Tage 6 h

Bravo!!!!

Inntaler
Inntaler
Neuling
22 Tage 4 h
@Missx & Tirolisimo Ja, ganz super, gell, weils wieder mal gegen die Deutschen geht. Ursache und Sinn, spielen keine Rolle, Hauptsache man haut diesen unsäglichen nationalen Anti-Kram raus. Ihr verbrauchts und konsumierts genau das gleiche Zeug tag aus und tag ein, was da jeden Tag über den Brenner gekarrt wird. Ich sehe das teilweise auch gerade mit Blick auf unsere Umwelt als sehr bedenkenswert und hätte mir alternative Verkehrskonzepte auch schon lange und früher gewünscht. Aber mit Landesgrenzen, bzw wen man da mehr oder weniger mag hat es hint und vorn nix zu tun. Mir sitzen da alle im gleichen… Weiterlesen »
Missx
Missx
Kinig
21 Tage 19 h

@Inntaler
Frag doch mal die Anreiner was die davon denken

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
21 Tage 17 h
Hallo Hr Inntaler, ich weiß jetzt nicht was an BRAVO Anti-Deutsch sein soll, aber wie man sieht, plagt Sie Ihr schlechtes Gewissen. Was können andere dafür, dass es Deutschland nicht schafft eine EU taugliche, nicht Ausländerfeindliche Maut ein zu richten? Warum wird nach 30 Jahren die Zulaufstrecke zum BBT in Bayern NEU Verhandelt, klarer Vertragsbruch mit IT u AT? Warum wird die Maut von Rosenheim nach Kufstein nicht erhöht, obwohl über den Brenner MEHR TRANSIT als über ALLE andeten Alpenpässe fahren? Warum hat eine Fr Ludwig CSU, jahrelang als Verkehrsbeauftragte der CDU/CSU ein falsches Spiel gespielt u gegen den Zulauf… Weiterlesen »
OrtlerNord
OrtlerNord
Neuling
21 Tage 16 h

@Inntaler
Das hat sehr wohl mit Landesgrenzen zu tun. Am Brenner wird ein Eisenbahntunnel gebaut . Bei Fertigstellung ist in Bayern der Zulauf noch nicht mal der fertig geplant.
Im Rheintal ist der Zulauf für Gotthart und Lötschbergtunnel ( die seit Jahren fertig sind) noch nicht angefangen worden bauen. Für einen Schrott wie Stuttgart 21 hatte es gerade gereicht.
Verantwortlich: Bundespolitik mit CSU Verkehrsminister. Jämmerliches versagen.

Inntaler
Inntaler
Neuling
21 Tage 15 h
@Tirolisimo, ein schlechtes Gewissen plagt mich sicher nicht. Im Landkreis Rosenheim wohnend, bin ich dort weder in politischer Verantwortung noch habe ich die aktuelle Landesregierung gewählt. Die politische Verhinderung/Verzögerung des Zulaufs zum BBT kritisiere ich ganz genauso und sehe hier auch ein Versagen der Verantwortlichen. Die Maut sehe ich hingegen als Lenkungsmittel kaum geeignet. Hat den das AT Pickerl samt zusätzlichen Innsbruck-Brenner Aufschlag den Verkehr in den letzten Jahrzehnten zurückgehen lassen? Wohl kaum. Höchtens in Teilstrecken verlagert. Und genau das sind wir dann auch beim aktuellen “Ärger”. Die jetzige Maßnahme mit dem Nachtfahrverbot schafft auf unserer Seite nur noch mehr… Weiterlesen »
Chrys
Chrys
Grünschnabel
22 Tage 4 h

Es ist einfach unglaublich dass jeder fuer blöd verkauft wird.
Dass ein Nachtfahrverbot die Luftqualität verbessern soll kann doch niemand wirklich glauben. Ganz im Gegenteil, auch im Stehen laufen bei den Lastwagen die Heizungen oder Klimageräte weiter und das manchmal 24 Stunden. Zudem ist diese unhygienische Situation den Grenzorten Südtirols und Bayerns nicht zuzumuten. Wenn dann um 05:00 in Kufstein die Grenzen aufgehen brummt die LKW Kolonne um 08:00 durch Bozen, pünktlich um dem morgentlichen Stau zu vergrößern. Das alles soll einen positiven Effekt haben???

Zugspitze947
21 Tage 18 h

Chrys,genau so ist es einfach eine Kopflose dumme Massnahme 🙁

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
21 Tage 16 h

Hr Zugspitz, was wäre den die bessere Lösung?
So wie in 2018 als in Nordtirol von Kufstein bis Brenner, von Scharnitz zum Brenner, u vom Achensee Richtung Brenner STAU war.
Damals stand ganz IBK, da mussten die Helis im STADTGEBIET Patienten in die Klinik fliegen weil kein durchkommen möglich war!
LEBENSGEFAHR für Jedes UNFALLOPFER

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
22 Tage 7 h

Bayern will sich damit nicht abfinden und droht mit einem EU-Vertragsverletzungsverfahren. Südtirol sagt dazu wieder nichts leiden ja nur hauptsächlich wir Wipptaler darunter.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
21 Tage 20 h

Südtirol hat dazu leider Stellung genommen, als eine Mehrheit wieder die Stimmen der SVP gegeben hat, die das Thema Verkehr und Umwelt immer gut umgeht.
Bei den nächsten Wahlen das Kreuz anders setzen und nicht jammern.

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
22 Tage 6 h

Bravo!

Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
21 Tage 18 h

Danke Hr. Platter! Und südlich des Brenner, sprich Wipptal, erstickt im Feinstaub/Abgase! Haben jetzt schon den “schwarzen Peter” der Mautstelle und des LKW Parkplatz (ex Sadobre Gelände).

DontbealooserbeaSchmuser
22 Tage 3 h

Und wieder werden bei den dummen Wählern Stimmen eingesackt.

“Oh wie schön, die LKWs dürfen nicht mehr verpesten”

Doch, genau das machen sie weiter, nur dass sie mit laufender Standheizung vor dem betreffenden Autobahnabschnitt warten müssen und dann alle gleichzeitig losfahren.
Vorteile: keine
Nachteile: mehrbelastong der Fahrer, HÖHERE Schadstoffbelastung, Verkehr staut sich zu gewissen Zeiten, anstatt auf den ganzen Tag verteilt zu werden…

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