Forderung: Sondermaut in Italien für Lkw aus Österreich

Tiroler Fahrverbote – Neuer Protest italienischer Frächter

Freitag, 28. Juni 2019 | 15:25 Uhr

Der italienische Frächterverband Conftrasporto protestiert erneut gegen die Tiroler Fahrverbote. Als Reaktion auf die Fahrverbote forderte Conftrasporto-Präsident Paolo Ugge die italienische Regierung auf, eine Sondermaut in Italien für aus Österreich kommende Lkw einzuführen.

“Nur dank der Reaktion aller betroffenen europäischen Länder wird es endlich eine Antwort von den Technokraten in Brüssel geben, die uns im Umgang mit den Tiroler Fahrverboten im Stich lassen”, hieß es in einer Presseaussendung des Verbands.

Ugge dankte dem italienischen Verkehrsminister Danilo Toninelli und seinem deutschen Amtskollegen Andreas Scheuer, die in einem Schreiben an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc Anfang dieser Woche die EU-Kommission erneut dazu aufgerufen haben, Druck für eine Abschaffung der “restriktiven Maßnahmen” Tirols auszuüben. Das Schreiben jedoch genüge nicht. “Österreich hat seit jeher versucht, den Transit italienischer Waren zu verhindern. 2004 war Österreichs Ökopunkte-System versenkt worden, doch das Land führt nach wie vor Fahrverbote ein”, kommentierte Ugge.

Auch der Unternehmerverband Südtirol protestiert gegen Tirol, das die Fahrverbote weiter verschärfen will. “Für eine nachhaltige Mobilität müssen wir gemeinsam auf Innovation und neue Technologien und nicht auf Verbote setzen, die sich einzig auf den Wettbewerb und nicht auf die Umwelt auswirken”, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea, in einer am Freitag veröffentlichten Presseaussendung.

“Das sektorale Fahrverbot schafft unter dem Vorwand des Umweltschutzes einzig eine Situation der Wettbewerbsverzerrung zugunsten der Wirtschaft Tirols. Das Fahrverbot gilt nämlich nicht für aus Tirol kommende oder für Tirol bestimmte Waren, die auch weiterhin mit Lkws der älteren Generation transportiert werden können, während moderne, emissionsarme und leisere Fahrzeuge nicht durch Tirol fahren dürfen. Wenn das Ziel wirklich die Verringerung der Luftverschmutzung ist, so muss die Technologie des Lkw und nicht die transportierte Ware im Vordergrund stehen”, so der Unternehmerverband.

Auch die Nachtfahrverbote oder die Blockabfertigungen würden den Verkehr nicht reduzieren, sondern ihn lediglich auf wenige Stunden konzentrieren, hieß es. Dies verursache Staus und eine höhere Umweltbelastung. “Nachhaltig wäre, die neuen emissionsarmen Lkws verstärkt in den Nachtstunden fahren zu lassen, wenn die Autobahnen weniger befahren sind, und gleichzeitig die Verlagerung des Warenverkehrs auf der Schiene weiter voranzutreiben. Die neue Brennerbahnlinie schafft hierfür die notwendigen Infrastrukturen”, so Giudiceandrea abschließend.

Von: apa

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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1 Kommentar auf "Tiroler Fahrverbote – Neuer Protest italienischer Frächter"


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Grünschnabel
19 Tage 16 h

Den Unmut auf allen Seiten kann man verstehen. Es müssen mehr Güter auf die Schiene. Vielleicht meinte Salvini soetwas, als er ein europäisches Infrastrukturprogram anmahnte.

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